Schnellcheck: Deutsche Handballer verlieren EM-Auftaktspiel gegen Spanien

Am Boden: Deutschlands Kreisläufer Hendrik Pekler (links) versucht, gegen den Spanier Victor Tomas zum Wurf zu kommen. Foto: dpa

Breslau. Der Außenseiter konnte am Samstagabend für keine Überraschung sorgen.

Zu Beginn der Handball-Europameisterschaft in Polen unterlag die deutsche Handball-Nationalmannschaft von Bundestrainer Bundestrainer Dagur Sigurdsson der favorisierten spanischen Auswahl 29:32 (15:18). In unserem Schnellcheck greifen wir einige Aspekte des Spiels heraus, das in Breslau stattfand.

Nochmal zur Erinnerung: Wie waren die Startvoraussetzungen für die deutsche Mannschaft?

Durchwachsen, aber keinesfalls hoffnungslos. Die sehr junge Mannschaft, bei der etliche Spieler das erste große Turnier ihrer Karriere absolvieren, ist mit großem Teamgeist nach Polen gereist. Zuletzt galten Steffen Fäth und Christian Dissinger als angeschlagen, standen dann aber doch in der Anfangsformation. Vor allem Dissinger wusste mit fünf Toren zu beeindrucken.

Wurde Spaniens Nationalmannschaft seiner Favoritenrolle gerecht?

Ja, aber die Iberer brauchten 15 Minuten, bis sie ihre Dominanz bewiesen und schwächelten zudem noch einmal am Ende, als die Deutschen bis auf zwei Tore herankamen. Die von dem Spanier Manolo Cadenas trainierte Mannschaft gehört allerdings zu den besten Handballteams. Die größten Erfolge waren der Gewinn der Weltmeisterschaft 2005 und 2013. Bei der letzten EM vor zwei Jahre gewannen die Spanier Bronze, eine Goldmedaille fehlt bisher in der Trophäensammlung. Das könnte in zwei Wochen anders sein.

Wie verlief der Spannungsbogen während des deutschen Spiels?

Ganz ordentlich. Vor allem zu Beginn war es ein torreiches Spiel auf Augenhöhe. Man durfte durchaus hoffen. Auch kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit keimten noch einmal Hoffnungen auf. Dann aber hielten die Spanier das DHB-Team auf Distanz.

Was sind die möglichen Gründe für die deutsche Niederlage?

Die Deutschen konnten das Tempo der ersten 15 Minuten einfach nicht aufrecht erhalten. Gegen Ende der ersten Halbzeit gelangen Steffen Weinhold drei Tore hintereinander. Von dieser Konstanz hätte man sich mehr gewünscht. Vor allem die zweite Welle der deutschen Auswahl kam nicht so wie erhofft zum Erfolg.

Wie verlief das Spiel für den Melsunger Johannes Sellin?

Der blieb anfangs Zuschauer. Auf der Rechtsaußen-Position war Tobias Reichmann vor dem 25-jährigen Melsunger Sellin nominiert, kam auch zum Einsatz und lieferte mit seiner Champions-League-Erfahrung eine ordentliche Vorstellung ab. Als Sellin dann ins Spiel kam, gab er sich ebenfalls keine Blöße. Insgesamt sah das nach einer Zugabe aus.

Gab es während des Spiels einen Moment zum Genießen?

Torwart Carsten Lichtlein lieferte mehrfach eine ordentliche Vorstellung ab und war auch bei Siebenmetern ein ordentlicher Rückhalt für das deutsche Team. Andreas Wolff, der zweite Mann im Tor, stand dem in nichts nach und zeigte rund ein halbes Dutzend starke Paraden vor allem bei Tempogegenstößen.

Welchen Eindruck hinterließ die Übertragung im ZDF?

Einen guten. Noch kurz vor dem Anpfiff kam der angespannte Trainer Sigurdsson zu Wort. Außerdem erfuhr man, dass die polnischen Hotelbetten für Christian Dissinger deutlich zu kurz sind, aber der Kieler für zwei Wochen plant. Also bis zum Finale.

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