Die Trebings trainieren weiter

Kasseler Turn-Zwillinge setzen sich nach Absage der Deutschen Meisterschaft neue Ziele

Auf dem Bild sind zwei Jungs zu sehen. Beide tragen Anzug und lächeln. Das Foto wurde vor einem Fenster aufgenommen.
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Trainieren fleißig über die Wintermonate weiter: Glenn (links) und Zwillingsbruder Lewis Trebing.

Überraschend kam die Absage der Deutschen Meisterschaft nicht, dennoch traf sie die Turn-Zwillinge Glenn und Lewis (20) Trebing aus Kassel hart: „Einfach nur unglücklich. Wir hatten uns ja Ziele gesetzt“, sagt Glenn Trebing. Die für das Wochenende in Düsseldorf geplanten nationalen Wettkämpfe im Turnen sind aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Kassel - Wie der Deutsche Turner-Bund (DTB) bekannt gab, wurde diese Entscheidung nach Absprache mit den Behörden getroffen. Das DTB- Multisport-Ereignis sollte vom 5. bis 8. November unter strengen Hygieneregeln stattfinden. Zum ersten Mal waren die Titelkämpfe in allen vier olympischen Disziplinen, Gerätturnen der Männer und Frauen, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen, zu einem Großereignis vereint.

Als einen Grund für die Absage nennt der DTB die Anreise der Sportler. „Das kann ich schon nachvollziehen. Wir wären von überall aus Deutschland gekommen“, sagt Glenn Trebing. Die Zwillinge trainieren am Olympiastützpunkt in Hannover.

Außerdem seien mit der Fahrt noch weitere Komplikationen verbunden: Die Trebings hätten mit mehr als zwei Autos reisen müssen, weil sie mit ihrem Trainerteam aus mehr als zwei Haushalten kämen. „Dann haben auch noch die Raststätten geschlossen“, ergänzt Glenn Trebing. Die Turner hätten in den vergangenen Wochen wenigstens noch einige Bundesliga-Wettkämpfe gehabt, aber „die sind mit der Deutschen Meisterschaft nicht zu vergleichen“, so Lewis Trebing.

Klar wollen wir uns messen und verbessern.

Lewis Trebing, Turner

Der Aussage von DTB-Präsident Dr. Alfons Hölzl stimmen die Turner zu. Er sagte: „Wir bieten den Athleten die Wettkämpfe auch zur Motivation an.“ Lewis Trebing dazu: „Klar wollen wir uns messen und verbessern.“ Dennoch verlieren die Beiden jetzt nicht den Ansporn und trainieren fleißig weiter. Irgendwann werde es ja weitergehen, sind sie sich sicher. Glenn Trebing ist Barren-, Pferd- und Mehrkampf-Spezialist. Die Paradedisziplinen seines Zwillings Lewis, der drei Minuten jünger ist, sind am Reck und am Pferd. Für die Zwillinge sind nach wie vor viele Fragen offen. Die Ungewissheit ist zu spüren, als wir sie anrufen. Anfang des kommenden Jahres finden laut Glenn Trebing Qualifikationskämpfe statt. Bis jetzt. „Wir müssen von Tag zu Tag denken. Und die Entscheidungen wohl oder übel akzeptieren“, sagt er.

Auslandsaufenthalt in den USA 2021 fällt auch aus

Sein Bruder Lewis hatte 2021 eigentlich einen Auslandsaufenthalt in den USA geplant. „Das fällt flach. Auch wegen Corona hat mir dort die Uni abgesagt.“ Die Enttäuschung ist zu hören, dennoch müsse er damit leben. „Wie alle Sportler die Absagen in fast allen Bereichen zurzeit akzeptieren müssen“, sagt Lewis Trebing.

Wie geht es jetzt weiter? Der DTB schaue und plane Woche für Woche. Eigentlich seien laut den Zwillingen für Ende November wichtige Turn-Lehrgänge geplant. „Das steht aber alles in den Sternen“, sagt Lewis Trebing. Eines steht fest: Die Brüder wollen entspannt ans Jahresende herangehen. Was anderes bliebe ihnen ja auch nicht übrig. (Cora Zinn)

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