Drux macht alles klar

Der Schnellcheck: Deutsche Handballer halten sich in Rio weiter schadlos

Kaum zu halten: Der deutsche Rückraumspieler Paul Drux (links), hier vom Polen Mateusz Kus hart bedrängt, war mit vier Treffern einer der Garanten des zweiten Turniererfolges. Foto: afp

Sie machen weiter Spaß. Die deutschen Handballer entschieden auch das zweite Spiel bei den Olympischen Spielen in Rio verdient zu ihren Gunsten. Unterm Strich stand ein 32:29 (16:14)-Erfolg gegen Polen. Unser Schnellcheck.

Welche Auswirkungen hat dieser Erfolg? 

Es war erst das zweite Kräftemessen der beiden Nationen bei einem olympischen Turnier. Vor 40 Jahren in Montreal gab es für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) im Spiel um Platz drei eine 18:21-Niederlage nach Verlängerung. Durch die späte Revanche hat der Europameister nun beste Chancen, ins Viertelfinale einzuziehen. Den entscheidenden Schritt kann die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Donnerstag ab 21.40 Uhr gegen Gastgeber Brasilien machen.

Wie war das Spiel gegen den Nachbarn? 

Die EM-Helden gingen im Gegensatz zum ersten etwas nervösen Auftritt in Gruppe B gegen Schweden mit einem anderen Selbstverständnis ans Werk und lagen über die gesamte Spielzeit nicht ein einziges Mal zurück. Zwar hatten sie immer noch einige technische Fehler zu viel im Spiel, im Kollektiv bereinigte das Team aber gekonnt die eine oder andere brenzlige Situation. Mal tat sich Kai Häfner hervor, mal Paul Drux, mal Julius Kühn, mal Uwe Gensheimer - die Liste ließe sich problemlos erweitern. Mit dem 30:26 durch Drux war die Vorentscheidung gefallen.

Gab es einen besonderen Moment? 

Ein Torwart-Tor ist immer noch etwas Außergewöhnliches im Welthandball. Doch ein Treffer der deutschen Nummer eins Andreas Wolff dürfte schon bald keine Überraschung mehr sein. Da bei den Sommerspielen immer mehr Teams davon Gebrauch machen, den Schlussmann bei Ballbesitz durch einen siebten Feldspieler zu ersetzen, bekommt der Neu-Kieler immer öfter die Chance zu einem Wurf übers ganze Feld - und er weiß diese auch zu nutzen. In der elften Minuten warf Wolff das 6:4.

Welchen Eindruck machte Tobias Reichmann am Tag, nachdem sein Wechsel zur MT zur kommenden Saison verkündet wurde?

Auf ihn ruhten die deutschen Hoffnungen besonders. Denn er verdient sein Geld bei Kielce in Polen, er kennt die meisten Gegenspieler, und sein Heimtrainer Talant Dushjebajev ist mittlerweile auch Nationalcoach der Osteuropäer. Allerdings wusste er nicht so viele Akzente zu setzen wie beim Auftakterfolg gegen Schweden. Immerhin: Sein Treffer zum 13:12 war aller Ehren wert. Dabei drehte er das Leder so elegant ins kurze Eck wie ein Kegler die Kugel, wenn er beim Abräumen einen Außenkegel treffen muss.

Wie war denn die Übertragung im TV? 

Anders als am Sonntag sahen die Fernsehzuschauer die Partie nicht in voller Länge. Nur im Internet zeigte das ZDF die kompletten 60 Minuten. Wer sich geärgert haben sollte - hallo: Für die erste deutsche Medaille darf man schon mal vorübergehend zum Vielseitigkeitsreiten umschalten. Außerdem: In der entscheidenden Phase, als die deutschen Handballer kurzzeitig einen Ritt auf der Rasierklinge hatten, war das Zweite wieder in der Future Arena auf Sendung.

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