Darts-Nacht in Hann. Münden

Phil Taylor fünf Stunden im Dauereinsatz

+
Phil Taylor wurde in der Weserberglandhalle begeistert empfangen. Der Meister schien Spaß daran zu haben. 

Phil Taylor sorgte in Hann. Münden für einen denkwürdigen Abend. Zu den Klängen von „I’ve Got the Power“ der Gruppe „Snap“ zog der 59-jährige in die Weserberglandhalle ein und die Darts-Fans waren begeistert. Zwei heimische Sportler sollten ganz besondere Glücksmomente erleben.

Und das, obwohl der Abend vor rund 550 Zuschauern im Hotel Freizeit Auefeld mit einem Schlag in die Magengrube begann: Hallensprecher und Caller Gordon Shumway – den Künstlernamen aus der 80er-Jahre-Serie „Alf“ hat sich der Südhesse sogar in den Pass eintragen lassen – musste erklären, dass der zweite Topspieler, der dreifache BDO-Weltmeister Glen Durrant, aufgrund einer Klausel in seinem Profivertrag nicht antreten könne. Hintergrund: In dieser Woche findet die Europameisterschaft in Göttingen statt, und der Weltverband PDC sieht offensichtlich selbst kleine Konkurrenzveranstaltungen wie die in Münden nicht allzu gern. Auch für Organisator Michael Weinert, von der Mündener Darts-Gaststätte „Unikum“ war das zunächst ein Schock. „Ich fand es allerdings mega“, sagte er, „dass sich Phil Taylor bereit erklärt hat, ganz allein gegen alle lokalen Spieler anzutreten.“

Unverhofftes Glücksgefühl: Für Dirk Utermöhle ging es nicht in den Zuschauerraum, sondern zur Dartscheibe.

Denn darum ging es bei dieser Darts-Nacht hauptsächlich. 16 Spieler aus der Region hatten sich für das Leg ihres Lebens qualifiziert. Dirk Utermöhle gehörte zunächst nicht dazu. Der Kapitän des in Münden beheimateten DC Herta wollte eigentlich vom Zuschauerraum aus seinen Teamkollegen Bernd Hartje anfeuern, doch der fiel plötzlich aus privaten Gründen aus. Nachrücker Utermöhle, früher Fußballer bei Werder Münden, konnte sein Glück kaum fassen: „Ich bin total happy. Das ist eine absolute Ehre für mich!“ Für seinen Einlauf-Song musste er nicht lange überlegen. Der Salt-n-Pepa-Hit „Push it“ von 1987 erklang, als der 53-Jährige strahlend die Bühne betrat. Das Lied schien auch Phil Taylor zu gefallen, der das mit ein paar angedeuteten Tanzschritten unterstrich. Überhaupt: Der 16-fache Weltmeister trat absolut professionell auf, hatte für jeden ein freundliches Wort und schrieb bis Mitternacht Autogramme. Dafür hatte er sich am Nachmittag extra lange ausgeschlafen.

Doch gegen Utermöhle war der Engländer wieder hellwach. Siebenmal durfte „Asti“ drei Pfeile werfen, dann stand nach rund fünf Minuten Taylors Sieg fest. „Ich hatte mir schon etwas mehr erhofft“, so der Mündener, „aber wenn man dort oben steht, ist man doch sehr, sehr nervös.“

Schaffte die Sensation: Michael Hamacher

Das traf auch auf den sonst im Unikum E-Dart spielenden Michael Hamacher zu. Doch bei ihm lief es überraschend gut. Der mit seinem Spitznamen „Erzengel“ angekündigte Rosdorfer erwischte Taylor in einer schwachen Phase: Nach 24 Pfeilen hatte er den Altmeister tatsächlich besiegt. „Das war ein super Erlebnis, aber ich habe natürlich auch etwas Glück gehabt“, meinte Hamacher. Das besaßen übrigens auch der Datteröder Pierre Adam und Mats Haas aus Kassel, die ebenfalls triumphierten. Die Mündener Stefan Sittig und Volker „Eule“ Lutz, der als einziger mit attraktiver weiblicher Begleitung einlief, mussten sich indes der Darts-Legende erwartungsgemäß beugen.

Währenddessen blieb Glen Durrant nur die Rolle als Interviewpartner von Shumway. Der 48-Jährige betonte seine Ambitionen nach seinem Wechsel zur PDC und lobte mehrmals das Mündener Publikum. Das hatte sich nämlich sportlich fair und auch an den Theken mit Augenmaß gezeigt. So blieb bei der Party alles im Rahmen.

Hatte viele Fans in der Halle: Der dreifache BDO-Weltmeister Glen Durrant durfte aber nicht spielen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.