Ein Kampf gegen sich selbst

Kaufunger Frederik Stiebich ist Extrem-Radrennen in Mallorca gefahren

Der Radsport und seine Legenden als Attraktion: Der Kaufunger Radsportler Frederik Stiebich ist am 24. Oktober bei dem Gran Fondo auf Mallorca mitgefahren. Unter den Teilnehmern waren auch namhafte ehemalige Profi-Radrennfahrer, was zahlreiche Fans und Zuschauer anzog.
+
Der Radsport und seine Legenden als Attraktion: Der Kaufunger Radsportler Frederik Stiebich ist am 24. Oktober bei dem Gran Fondo auf Mallorca mitgefahren. Unter den Teilnehmern waren auch namhafte ehemalige Profi-Radrennfahrer, was zahlreiche Fans und Zuschauer anzog.

312 Kilometer am Stück hat der Kaufunger Radsportler Frederik Stiebich bei dem Extrem-Radrennen Gran Fondo auf Mallorca Ende Oktober auf dem Sattel zurückgelegt. Das entspricht ziemlich genau der Autofahrt von Kassel nach Hamburg über die A 7.

Doch während die Fahrt Richtung Elbmetropole recht flach verläuft, hat Stiebich während des Rennens 5050 Höhenmeter bezwungen, und das in 10 Stunden und 35 Minuten. Zum Vergleich: Der Gipfel des höchsten Bergs der Europäischen Union, der Mont Blanc, liegt auf 4807 Meter über dem Meeresspiegel.

Was bewegt einen Amateursportler nur dazu, solche extremen Strapazen auf sich zu nehmen? „Es ist vor allem dieser Kick, wenn man über die Ziellinie kommt“, erklärt Stiebich. „Ein unglaublicher Adrenalinausstoß und eine Mischung von verschiedenen Emotionen.“ Diese reichen laut dem 39-Jährigen von Freude und Genugtuung bis hin zu Dankbarkeit und Stolz. „Der Kampf gegen sich selbst, seine eigenen Grenzen zu erfahren und gelegentlich zu überschreiten, lässt einem das Leben intensiv spüren.“

Sport als Ausgleich

Stiebich arbeitet im Personalwesen, sein Alltag ist von Büroarbeit und Geschäftsreisen geprägt. Dazu kommt das Familienleben mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen Zwillingen. „Der Sport ist natürlich auch ein toller und wichtiger Ausgleich zum Job“, betont der Kaufunger. Für den Gran Fondo ist er Freitagnachmittag von Calden nach Mallorca geflogen, ist Samstag ein bisschen locker über die Insel gefahren und Sonntagmorgen dann noch vor Sonnenaufgang an den Start gegangen. „Es gab drei Kategorien, ich habe mit 312 Kilometern die längste gewählt.“

Die Bedingungen waren mit etwa 25 Grad Lufttemperatur und leichtem Wind ideal für ein Radrennen. Doch Stiebich hat auf der Rundfahrt, die über das Tramuntana-Gebirge, die Orte Sóller, Valldemossa und Andratx bis hin nach Artà und zurück nach Playa de Muro geführt hat, mehr als nur jubelnde Zuschauer und malerische Landschaften gesehen. „Diesmal gingen bei dem Gran Fondo einige ehemalige Stars des Radsports an den Start.“

Frederik Stiebich mit Jan Ullrich (links).

Highlight: Treffen mit Jan Ullrich

Unter ihnen waren unter anderen die Rennfahrlegenden Alberto Contador, Jan Ullrich und Óscar Freire. Stiebich ist Ullrich während der Fahrt begegnet und hat mit ihm einige Worte gewechselt. „Das war ein besonderer Moment für mich. Jan ist für viele Radsportler und Fans eine Ikone und gleichzeitig ein sehr zugänglicher, netter Typ.“ Das zieht natürlich auch Fans und Medien an, die den Rennweg streckenweise säumten.

„Mallorca bietet abgesehen von einer malerischen Kulisse ideale Bedingungen für Radfahrer.“ So sei das Rennen abwechslungsreich – reiche von Küstenpromenaden bis hin zu steilen Bergstrecken. „Nächstes Jahr will ich dort wieder an den Start gehen. Ich glaube, ich kann die 10 Stunden knacken.“ (Raphael Digiacomo)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.