Fußball-Nationalmannschaft startet mit Sieg gegen Australien

Schnellcheck nach 3:2 im Confed Cup: Nur eine Halbzeit souverän

Zweikampf-Sieger: Joshua Kimmich (links) setzt sich gegen den Australier Aziz Behich durch. Foto:  afp

Kassel. Stark begonnen, stark nachgelassen, aber 3:2 (2:1) gewonnen: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem Sieg gegen Australien in den Confed Cup gestartet. Die Partie im Schnellcheck:

Entspricht das Ergebnis dem Spielverlauf?

Ja, obwohl aufgrund der ersten Halbzeit ein höherer Sieg möglich war. In den ersten 45 Minuten war die deutsche Elf dominant, ließ den Gegner kaum an den Ball kommen und spielte sich jede Menge guter Torchancen heraus. Doch weil vorn der letzte Biss fehlte, stand es zur Halbzeit nur 2:1, wo doch ein 4:0 möglich war.

Nach der Pause aber war alle Herrlichkeit dahin. Trainer Löws junge Truppe verlor vor allem im Mittelfeld den Faden – offensiv und defensiv. Immer häufiger eroberten die Australier den Ball – kaum noch die Deutschen, die folglich Probleme in der Defensive bekamen Dass Bundestrainer Joachim Löw dann auch noch hinten auf eine Fünferkette umstellte, statt das defensive Mittelfeld zu stärken, war kein probates Mittel.

Wie fielen die Tore?

Schulmäßig ist der Angriff, der in der 5. Minute über Julian Brandt läuft. Der Pass von rechts landet akkurat auf dem rechten Fuß von Lars Stindl, der total frei ist und sicher zur 1:0-Führung für die deutsche Mannschaft verwandelt.

Ihre zweite Torchance schon nutzen die Australier zum Ausgleich: Tom Rogic zieht zweimal ab und trifft zum 1:1 (41.). Dass die Deutschen dennoch mit einer Führung in die Pause gehen, verdanken sie Julian Draxler. Nach einem Foul an Goretzka versenkt der Pariser den Ball per Strafstoß flach ins rechte Eck (44.).

Filigran dann das 3:1 (48.): Kimmich schlenzt das Runde mit links in den Strafraum, Leon Goretzka bugsiert es mit rechts per Direktabnahme ins Eckige.

Beim 2:3 der Australier (56.) haben die Deutschen Pech. Nach einem Freistoß wird der Ball zweimal abgefälscht, Torwart Leno, der schon beim ersten Gegentreffer obwohl kann ihn nicht festhalten und Juric vollstreckt.

Gab es weitere Torchancen?

Nach 45 Minuten hatten wir Sorge, hier nicht alle Gelegenheiten aufzählen zu können. Die besten:

16. Minute: Goretzkas Kopfball geht ganz knapp am Tor vorbei.

24. Minute: Goretzka spielt mit einem Zuckerpass Wagner frei, aber der schießt am langen Pfosten knapp vorbei.

Nach der Pause indes sind Chancen Mangelware. Zweimal ist der eingewechselte Werner im Fokus:

75. Minute: Aggressives Forechecking des Leipzigers zahlt sich aus, sein Schuss aber landet am - vom Schützen aus gesehen - linken Pfosten. 90. Minute: Werner tanzt vier Aussies aus, aber sein Schuss verfehlt das Ziel.

Wie war Shkodran Mustafis Debüt als Abwehrchef?

Ein wenig unglücklich. Eine halbe Stunde lang und auch nach der Pause hat der Londoner aus dem nordhessischen Bebra alles im Griff. Dann aber, bei Australiens erster Torchance, sind die Deutschen zu weit aufgerückt, auch Mustafi kommt zu spät gegen Sainsbury. Doch dessen Schuss zischt am Tor vorbei.

Vier Minuten später aber klingelt’s doch. Und diesmal hat der „Henner“ großes Pech: Er bekommt Rogics Schuss ins Kreuz, der Ball saust nicht zur Eckfahne, sondern prallt dem Aussie erneut vor die Füße. Und diesmal sitzt der haltbare Schuss zum 1:1. Bis dahin war Leno arbeitslos gewesen, jetzt patzt der Torwart.

Gab es auch einen Videobeweis?

Ja. Der Strafstoß beim 2:1 der Deutschen war noch eindeutig, als Goretzka gefällt wurde. Aber beim 2:3 sieht der Videomann, dass es vor Jurics Treffer kein Handspiel der Australier gab.

Von Gerd Brehm und Gerald Schaumburg

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