Im Viertelfinale gegen Lissabon 

"Eintracht-Fans halten zusammen" - Neukirchener reist Frankfurter Fußballern hinterher

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Sie lieben ihren Verein: Rund 20 000 Fans von Eintracht Frankfurt reisten für das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League nach Italien u nd feierten vor Spielbeginn auf dem Mailänder Domplatz.

Die Frankfurt-Fans, die am Donnerstagabend im Giuseppe-Meazza-Stadion von Inter Mailand saßen und den 1:0-Sieg in der Europa League verfolgten, waren in Feierlaune - so wie der Neukirchener Mark-Philipp Pauer.  

Die Stimme ist heiser, die Augenringe tief, hinter  Pauer liegen zwölf Stunden Busfahrt. Und trotzdem ist der leidenschaftliche Fußballfan noch immer vollkommen euphorisiert.

Uns hat der 40-jährige Neukirchener des Fanklubs Schwälmer Hennes erzählt, warum ein echter Eintracht-Fan seinem Klub bis nach Italien folgt und wieso die Eintracht auch Benfica Lissabon zeigen wird, „wo der Hammer hängt.“

„Ich hatte die ganze Zeit über Gänsehaut“, erzählt Pauer. Und das, seit er Mittwochnacht gemeinsam mit rund 60 Leuten in den Bus Richtung Mailand gestiegen war. „Es ist wie eine Völkerwanderung. Immer wieder fährt man an Autos oder Bussen vorbei, aus denen ein Eintracht-Schal flattert,“, sagt er. Schon Stunden vor dem Spiel herrschte Partystimmung – selbst auf den Rastplätzen.

Angekommen in Mailand, war an Übermüdung nicht zu denken. Rund 20 000 Frankfurt-Fans marschierten gemeinsam durch die Straßen. „Ich habe Fanklubs wiedergetroffen, die ich schon jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Aber bei so einem wichtigen Spiel halten Eintracht-Fans eben einfach zusammen“, erzählt Pauer.

So richtig losging es dann natürlich im Stadion. Spätestens als Luka Jovic Jovic die Eintracht in der fünften Minute 1:0 in Führung schoss, flippte die Menge aus. „Na klar, dann wird gegrölt und gejubelt“, sagt der 40-Jährige. Bei Heimspielen sei er selbst immer etwas ruhiger, nach Auswärtsspielen hingegen habe er jedes Mal keine Stimme mehr.

Verfolgten das Spiel im Stadion: Eintracht-Fan Mark-Philipp Pauer aus Neukirchen und seine Tante Angelika. 

„Gegen Ende des Spiels habe ich gemerkt, dass das Team ziemlich erschöpft war“, sagt Pauer. Es sei eigentlich viel mehr als ein 1:0 drin gewesen, genügend Konterchancen habe es schließlich gegeben: „Aber wir haben es bei Inter Mailand mit einer Weltklasse-Mannschaft zu tun. Das darf man nicht vergessen.“

Eine Frage bleibt: Woher kommt sie, die Begeisterungsfähigkeit der Eintracht-Fans? „Wir sind einfach auf dem Boden geblieben. Wir sind es nicht gewohnt, dauernd Deutscher Meister und Pokalsieger zu werden“, erklärt der Neukirchener. „Für uns ist es eben noch etwas Besonderes, im Viertelfinale der Europa League zu stehen.“ Mit Herz und Seele dabei – das sei das Motto sowohl an den Rängen als auch auf dem Platz. Dass Frankfurt für Emotionalität steht, sei auch bei Trainer Adi Hütter spürbar, der das Spiel diesmal allerdings wegen einer Sperrung von der Tribüne aus verfolgen musste.

Pauer begleitet Frankfurt schon seit Kindertagen. Er war dabei als das Team Anfang der 90er-Jahre die Meisterschaft verspielte, ebenso beim Abstieg 1996 und beim Pokalsieg im Mai. Kein Wunder, dass er sich auch ins Flugzeug setzen will, wenn die Eintracht am 11. April im Viertelfinale gegen Benfica Lissabon antritt. Da einige Zuschauer in Mailand erneut unangenehm wegen Pyrotechnik aufgefallen waren,ist allerdings noch nicht klar, ob die Frankfurter Fans dabei sein dürfen. Eins steht für Pauer aber so oder so fest: „So wie die Jungs zurzeit drauf sind, können sie einfach alles schaffen.“

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