WM-Viertelfinale realistisch

Eishockey-Team dreht Slowakei-Spiel

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Die deutschen Spieler jubeln nach Spielende über den 3:2-Sieg nach Penalty-Schießen. Foto: Monika Skolimowska

Lange sah es nach einem herben Dämpfer für das deutsche Nationalteam bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Köln und Paris aus. Dann bewies der Gastgeber Moral und feierte einen wichtigen Sieg auf dem erhofften Weg ins Viertelfinale.

Köln (dpa) - Eine Energieleistung nach zwei schweren Torhüterpatzern hat Deutschlands Chancen auf das Viertelfinale bei der Eishockey-WM erhöht.

Im ersten Schlüsselspiel der Heim-WM gegen die Slowakei sicherte sich die deutsche Auswahl in Köln noch ein 3:2 (0:1, 2:1, 0:0) nach Penaltyschießen. Die Nürnberger Patrick Reimer und Yasin Ehliz (beide 37. Minute) machten beim zweiten Sieg im vierten Vorrundenspiel in der regulären Spielzeit ein 0:2 wett. Umjubelter Matchwinner im Shootout wurde Münchens Dominik Kahun.

"Wir haben Charakter gezeigt", sagte Stürmer Kahun bei Sport1. Bundestrainer Sturm urteilte: "Man hat gemerkt, dass die Jungs am Anfang zu viel nachgedacht haben." Der 38-Jährige wollte den Sieg genießen, muss vor dem nächsten Spiel gegen Dänemark aber um den verletzten NHL-Torhüter Thomas Greiss bangen. "Er hatte schon vorher leichte Probleme. Er hat im Spiel gemerkt, dass es nicht geht."

Zuvor hatten zwei Eigentore des Goalie-Gespanns Greiss und Danny aus den Birken dem ersatzgeschwächten Team von Bundestrainer Marco Sturm einen Rückstand beschert. Vor 17 647 Zuschauern wurden Tomas Matousek (10.) und Libor Hudacek (22.) offiziell als Torschützen angegeben. Der beim 2:1-Auftaktsieg gegen die USA überragende Greiss räumte nach seinem 15. WM-Gegentor seinen Platz. Doch auch Münchens Meisterkeeper aus den Birken machte es zunächst nicht besser. Beim 0:2 fabrizierte er sogar ein Eigentor, parierte am Ende aber stark.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) meldete sich erst nach den zwei Gegentoren eindrucksvoll zurück und lässt dank einer Leistungssteigerung ab dem zweiten Drittel ein ähnliches WM-Märchen wie 2010 möglich erscheinen. Angesichts der Bedeutung der Partie wirkte der WM-Gastgeber jedoch lange Zeit gehemmt und patzte ausgerechnet auf der Position, auf der vor Turnierbeginn die geringsten Probleme zu erwarten gewesen waren. In der Offensive war das Fehlen des verletzten NHL-Torjägers Tobias Rieder und des gesperrten Patrick Hager deutlich zu spüren.

Neben Arizona-Stürmer Rieder, der mit einem Syndesmoseriss nur noch als Zuschauer Daumen drücken kann, wird auch Hager nach seiner unnötig eingehandelten Matchstrafe aus dem Spiel gegen Russland (3:6) am Freitag gegen Dänemark fehlen. Dann steht der Weltranglisten-10. ebenso in der Pflicht wie am Samstag gegen Außenseiter Italien. Im möglicherweise entscheidenden letzten Vorrundenspiel trifft der Deutschland auf das überraschend starke Lettland (16. Mai). Dafür könnte in den kommenden Tagen noch Verstärkung aus der NHL kommen.

Das vierte Vorrunden-Duell hatte Sturm als "Knackpunkt" dafür ausgemacht, ob das Turnier zum Erfolg werden kann. "Das ist unser wichtigstes Spiel bislang im Turnier", hatte Verteidiger Konrad Abeltshauser betont. Entsprechend nervös begann der Gastgeber.

Sturm hatte auf die Ausfälle im Angriff reagiert und den Mannheimer Stürmer David Wolf nachgemeldet. Nach 13 Gegentoren in zwei Partien hatte der 38-Jährige auch in der Abwehr umgebaut. Gegen den Ex-Weltmeister spielte Kapitän Christian Ehrhoff mit Denis Reul, Abeltshauser bildete mit Frank Hördler ein Pärchen. In der Abwehr erreichte die Auswahl aber zunächst kein WM-Niveau.

"Wir brauchen einen guten Start", forderte Sturm unmittelbar vor Spielbeginn bei Sport1, wurde aber früh enttäuscht. Nach der ersten Drittelpause genügte die Eisfläche den Anforderungen offenbar nicht. Die Mannschaften mussten noch einmal zurück in die Kabine, der Spielbeginn des zweiten Drittels verzögerte sich deutlich. Nachdem die Deutschen vom 0:2 zurückkamen, lebte die Partie von der Spannung.

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