Keine Konsequenzen

Wirbel um Greiss-Likes von fragwürdigen Internet-Inhalten

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Torwart Thomas Greiss wird noch von einer Verletzung geplagt. Foto: Marius Becker

Eishockey-Nationaltorhüter Greiss sorgt mit fragwürdigen Ansichten im Internet für Aufregung. Der Deutsche Eishockey-Bund bestätigt den Vorfall. Konsequenzen hat dies für den deutschen WM-Torhüter aber nicht. Der DOSB kritisiert Greiss scharf.

Köln (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund kritisiert Thomas Greiss für seine im Internet geäußerte Zustimmung zu rechtsgerichteten Inhalten scharf, vom Deutschen Eishockey-Bund hat der Nationaltorhüter aber keine Konsequenzen zu befürchten.

Der NHL-Keeper der New York Islanders bleibt bei der Weltmeisterschaft in Köln und Paris im deutschen Team. "Sein Verhalten in Bezug auf die vergangenen Instagram-Likes, die nun wieder entliked sind, hat für seine Position als Spieler der deutschen Nationalmannschaft keine Konsequenzen", teilte der DEB auf Anfrage mit.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann machte dagegen Druck auf den von seinem guten Bekannten Franz Reindl geleiteten Verband. "Alle Sportler haben eine wichtige Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit. Politischer Extremismus hat im Sport schlichtweg nichts zu suchen", erklärte Hörmann, der für den Wiederholungsfall einen Ausschluss aus dem Olympia-Team forderte.

"Deshalb wäre ein Beibehalten dieser Kommunikation ein klares Ausschlusskriterium für diesen oder andere Spieler", ergänzte Hörmann. "Wer so agiert oder kommuniziert, kann nicht Teammitglied in Pyeongchang sein." Allerdings dürfte Greiss bei den Winterspielen 2018 ohnehin nicht dabei sein. Die nordamerikanische Profiliga NHL hatte entschieden, für Olympia im nächsten Jahr nicht die Saison unterbrechen zu wollen.

Zuvor hatte der Deutschlandfunk berichtet, Greiss habe sich im sozialen Netzwerk Instagram als Anhänger von US-Präsident Donald Trump und Gegner der früheren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erkennen gegeben. Dabei hatte Greiss offenbar unter anderem auch einen Vergleich von Clinton mit Adolf Hitler mit dem 'Gefällt-Mir'-Button markiert.

Bundestrainer Marco Sturm erklärte in Köln, davon nichts gewusst zu haben. "Ich habe von absolut nichts eine Ahnung. Alles, was nichts mit Eishockey zu tun hat, kann ich nicht kontrollieren."

Greiss soll am Abend im WM-Spiel gegen Dänemark nicht zum Einsatz kommen. Dies liegt laut Sturm jedoch an einer Verletzung. Bezüglich der Instagram-Aktivitäten des 31-Jährigen sagte Sturm weiter: "Ich stelle auch keine Fragen. Das ist interessiert mich auch nicht. Was außerhalb des Eises passiert, ist jedem Spieler selbst überlassen."

Ähnlich äußerte sich auch der DEB. "Wir sind als Verband politisch neutral und werden unseren Spielern die Meinungsfreiheit nicht nehmen. Allerdings haben wir umgehend das Gespräch mit Thomas Greiss gesucht und nachfolgend hat er die Bilder entliked", hieß es in der Stellungnahme des Verbandes, der zudem erklärte, dass Greiss' Social-Media-Verhalten dem DEB "mit Einschränkungen bewusst" sei.

Deutschlandfunk-Bericht

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