Eishockey-WM

Greiss-Wirbel nervt, Draisaitl-Ankunft weckt Hoffnung

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NHL-Profi Leon Draisaitl weckt Hoffnung.

Köln - Der Wirbel um Torwart Thomas Greiss nervte die Nationalspieler. Die NHL-Verstärkungen Leon Draisaitl und Philipp Grubauer sollen die Stimmung wieder heben.

Thomas Greiss verschwand schnell ohne ein Wort, der Wirbel um den Instagram-Like des Eishockey-Nationaltorwarts zu einem Hitler-Vergleich blieb. "Es ist natürlich nicht das Tollste, am Spieltag mit sowas konfrontiert zu werden", gab Kapitän Christian Ehrhoff nach dem 2:3 nach Verlängerung im WM-Vorrundenspiel gegen Dänemark zu. Nicht nur dem Kölner Verteidiger war deutlich anzumerken, dass das Thema in der entscheidenden Phase der Heim-WM nervte.

DEL-Rekordtorjäger Patrick Reimer wollte Greiss' fragwürdige Aktivitäten in dem sozialen Netzwerk zwar "nicht kommentieren". "Es ist seine Sache, was er da gemacht hat", sagte der Nürnberger, und jedem, der ihm zuhörte, war klar, was er davon hielt.

Ehrhoff bemühte sich um eine Verteidigung des NHL-Torwarts, der seit mehr als zehn Jahren in den USA lebt und aus seiner Unterstützung des jetzigen Präsidenten Donald Trump nie ein Geheimnis machte. "Ich persönlich kenne Thomas schon super lange, er ist mir nie irgendwie negativ aufgefallen", sagte der langjährige NHL-Profi: "Ich finde, er hat das Recht auf seine politische Meinung. Wenn er Trump unterstützt, ist das seine Sache. Sicherlich war es unglücklich, was er gelikt hat."

Greiss hatte einem Post ein "Like" gegeben, der die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler vergleicht. "Nie verhaftet, nie verurteilt, genauso unschuldig wie Hillary", heißt es neben einem Bild Hitlers. Auch unter eine Fotomontage von Trump mit einem Schwert in der einen und dem abgeschlagenen Kopf Clintons in der anderen Hand hatte er ein "Gefällt mir" gesetzt. Auf Intervention des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) löschte er die "Likes" mittlerweile.

"Ich habe jetzt kein Problem mit Thomas", betonte Ehrhoff. Die Nebengeräusche, die das DEB-Team im Rennen um die Viertelfinalteilnahme sichtbar aus dem Tritt brachten, könnten aber bald verstummen. Greiss ist noch immer leicht verletzt, ein weiterer WM-Einsatz eher unwahrscheinlich. Am Samstag traf Philipp Grubauer von den Washington Capitals ein, der 25-Jährige soll spätestens beim Vorrundenfinale am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1) gegen Lettland zwischen den Pfosten stehen.

Noch größere Hoffnungen trägt Jungstar Leon Draisaitl, der am Samstagmorgen in Frankfurt landete und mit seinen Eltern in seine Heimatstadt Köln fuhr. "Es ist wie im Basketball, wenn Dirk Nowitzki nach Deutschland kommt", sagte Bundestrainer Marco Sturm, "er kann den Unterschied machen."

Der 21-Jährige ließ nach seiner Ankunft einen Einsatz am Abend gegen Italien noch offen. "Wenn, dann wird es ein eiskalter Start", sagte der Stürmer der Edmonton Oilers, "aber das ist kein Problem." Abstimmungsprobleme befürchtet er nicht. "Ich habe mit den meisten schon zusammengespielt - bei der Olympiaqualifikation und der WM im letzten Jahr", betonte er: "Keine Ausreden, ich bin gekommen, um dem Team zu helfen. Das werde ich probieren."

Draisaitl musste nach dem Viertelfinal-Aus mit Edmonton nicht lange überlegen, ob er zur WM nachkommt. "Ich freue mich riesig. Ich bin hier in Köln groß geworden", sagte er: "Ich habe es natürlich von drüben verfolgt. Auch für mich ist es etwas ganz, ganz Besonderes."

sid

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