Eishockey-WM

Showdown gegen Lettland: Wir beantworten die wichtigsten Fragen

+
Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gilt‘s.

Köln - Vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Lettland steht das Eishockey-Nationalteam gewaltig unter Druck. Nur, wenn die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm am Dienstag (20.15 Uhr/hier im Live-Ticker) gewinnt, zieht sie bei der WM in Köln und Paris ins Viertelfinale ein.

Andernfalls geht es dem DEB an den Kragen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen vor dem Alles-Oder-Nichts-Spiel.

Wie stehen die Chancen?

Gut. Mehr als 18.000 Zuschauer werden in der Arena sein und die meisten den Gastgeber unterstützen. Den Heimvorteil hat die DEB-Auswahl in der Vergangenheit stets gut genutzt. Sie tritt als leichter Favorit an, auch wenn das Duell des Weltranglisten-Zehnten gegen den Zwölften als Begegnung auf einem Niveau einzuordnen ist. Mut macht, dass die Deutschen im September die Olympia-Quali im entscheidenden Spiel gegen Lettland meisterten.

Was macht Lettland stark?

Bislang überraschten die Letten. „Lettland ist eine Top-Mannschaft und mit dem neuen Trainer sehr gut organisiert“, sagte Marco Sturm. Der Kanadier Bob Hartley, der als Coach 2001 Colorado den Stanley-Cup gewann, trat erst im Dezember seinen Posten an. Elvis Merzlikins vom Schweizer Club HC Lugano zählt zu den besten Torhütern dieser WM.

Wer sind die deutschen Schlüsselspieler?

NHL-Jungstar Leon Draisaitl und NHL-Torhüter Philipp Grubauer. Beide haben nach ihrer Ankunft am Samstag frischen Optimismus ins Team gebracht. Beide könnten das Spiel allein entscheiden. Grubauer soll nach den Fehlern von aus den Birken und der Affäre um den ebenfalls nicht immer überzeugenden Thomas Greiss endlich der ersehnte sichere Rückhalt sein.

Welche Folgen hätte das Vorrunden-Aus?

Seit Jahren ist die Arbeit des DEB auf die Heim-WM ausgerichtet. Wie groß der Druck ist, beantwortete DEB-Präsident Franz Reindl schon nach dem 4:1 gegen Italien: „Nervös ist geschmälert. Das ist ein Riesendruck, der auf der Mannschaft lastet.“ Der 62-Jährige spricht seit seinem Amtsantritt im Sommer 2014 davon, dass das deutsche Eishockey 2026 so konkurrenzfähig sein will, dass es bei den großen Turnieren um Medaillen mitspielen kann. Diesmal sind die Voraussetzungen vor eigenem Publikum so gut wie lange nicht, das Potenzial im Kader scheint größer als beim sensationellen Halbfinaleinzug 2010. Klappt es nicht mit dem Viertelfinale, müsste Reindls Ziel infrage gestellt werden.

Was würde eine Enttäuschung für den Bundestrainer bedeuten?

Es wäre der erste Dämpfer in seiner noch jungen Trainer-Laufbahn. Bisher hat Sturm bei seiner ersten Station als Coach alle Erwartungen erfüllt, sei es mit dem WM-Viertelfinale 2016 in Russland, sei es mit der geglückten Qualifikation für die Winterspiele 2018. Die Entwicklung des deutschen Nationalteams ist unter dem deutschen NHL-Rekordspieler so positiv, dass sein im Sommer 2018 auslaufender Vertrag trotz einer Enttäuschung verlängert werden dürfte.

Was würde ein Vorrunden-Aus für das Turnier bedeuten?

Es ist zu befürchten, dass das öffentliche Interesse für die Veranstaltung schlagartig nachlassen würde, und weniger Zuschauer in die Halle strömen. Bislang war die Zuschauerresonanz – mit Einschränkungen in Paris – positiv. Die Marke von 600 000 muss für ein gutes wirtschaftliches Ergebnis erreicht werden. Co-Ausrichter Frankreich hat seine Chance aufs Viertelfinale schon vertan.

Eishockey-WM 2017: So sehen Sie Deutschland gegen Lettland live im TV und im Live-Stream

tz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.