Emotionaler Abend ohne Erfolg

Schnellcheck: Dortmunder Fußballer unterliegen Monaco am Tag nach dem Anschlag 2:3

Dortmunder Pechvogel: Sven Bender unterlief das Eigentor zum zwischenzeitlichen 0:2. Foto:  dpa

Borussia Dortmund steht vor dem Aus in der Champions League. Die Westfalen unterlagen der AS Monaco 2:3 (0:2). Es war aber nach dem Anschlag auf den BVB-Bus auch kein normaler Fußball-Abend.

Wie war die Stimmung im Signal-Iduna-Park? 

Sehr emotional. Genau so, wie es nach dem mutmaßlichen Terroranschlag am Vorabend auf den Mannschaftsbus des BVB erwartet worden war. Als die Fußball-Hymne „You’ll never walk alone“ ertönte, hielten viele Fans die passenden Transparente dazu hoch. Dass eben niemand diesen Weg allein gehen muss. Was im allgemeinen als Zuspruch für die eigene Mannschaft zu verstehen war. Und im speziellen für Dortmunds Verteidiger Marc Bartra, der bei der Explosion der Spengsätze am Dienstag verletzt wurde und operiert werden musste.

Waren denn trotz der kurzfristigen Spielverlegung um einen Tag Monaco-Fans dabei? 

Ja. Einige Anhänger hatten sich die üblichen Viertelfinalschals, die die Logos beider Klubs zieren, um den Hals gebunden. Dass einige tausend Fans der Monegassen überhaupt noch in der Stadt im Ruhrpott waren, verdankten sie einer spontanen Aktion der Dortmunder Fans, die bei Twitter unter dem Hashtag #bedforawayfans AS-Anhängern kostenfrei eine Übernachtungsmöglichkeit verschafften. Viele Unterstützer der Monegassen hatten eigentlich geplant, am Dienstagabend abzureisen - und hatten auch ihre jeweiligen Unterkünfte schon geräumt.

Welchen Eindruck machte das BVB-Team? 

Es war schon in den ersten Minuten zu spüren, dass die Borussen den Schock vom Vorabend nicht so einfach aus den Füßen schütteln konnten - aber wer wollte es ihnen nach den schlimmen Erlebnissen 24 Stunden zuvor auch verdenken? Trainer Thomas Tuchel hatte es jedem seiner Spieler freigestellt, ob er aufläuft oder nicht: Alle wollten.

Wie war denn das Viertelfinal-Hinspiel? 

Es mangelte den Hausherren im Spiel oft an der nötigen Präzision. Pierre-Emerick Aubameyang (11.) zielte zu hoch, und Shinji Kagawa (31.) setzte den Ball nach Zuspiel von Matthias Ginter links neben den Pfosten. Zu diesem Zeitpunkt lag Dortmund bereits 0:1 zurück. Dem Treffer von Monacos Jungstar Kylian Mbappé (19.) ging allerdings eine Abseitsstellung voraus. Kurz zuvor hatte Fabinho - nach Foul von Sokratis an Mbappé - bereits einen Strafstoß am Kasten vorbeigeschossen. Das 0:2 resultierte aus einem Flugkopfball-Eigentor von Sven Bender (35.). Die Vorentscheidung? Auch nach dem Wechsel konnte man den Gastgebern das Bemühen nicht absprechen, die Ausgangsposition für das Rückspiel am nächsten Mittwoch im Fürstentum verbessern zu wollen: mehr Offensivdruck ja, Glück im Abschluss zunächst nein.

Bis zur 57. Minute: Nach tollem Spielzug über den eingewechselten Nuri Sahin, Rahael Guerreiro, Aubameyang und Kagawa traf Ousmane Dembélé zum 1:2. Nun kam Dortmund so, wie man Dortmund kennt: mit viel Tempo. Monaco fand fast gar nicht statt. Das 2:2 - es fiel nicht. Stattdessen nutzte Mbappé die zweite Konterchance der Monegassen und schlenzte das Leder zum 3:1 (79.) ins obere rechte Eck. Zwar gab sich der BVB nicht auf, schaffte aber trotz leidenschaftlichen Auftretens nur das 2:3 durch Kagawa (84.).

Wie ging Sky mit der besonderen Situation in seiner TV-Übertragung um? 

Normalerweise hätte der Fernsehsender wohl nicht so ausgiebig die Besucher im Stadion gezeigt, als diese „You’ll never walk alone“ sangen. Aber was ist in diesen Tagen schon normal? Für die Fans am Bildschirm wurde sogar der komplette Liedtext mit deutscher Übersetzung eingeblendet.

Alle Neuigkeiten und aktuellen Entwicklungen zum Anschlag auf den BVB-Teambus am Dienstagabend lesen Sie in unserem Newsticker.

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