46-Jährige in Pyeongchang erfolgreich

Paralympics: Fünfte Medaille für Eskau - Große Ehre für Klug

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Nächste Medaille: Andrea Eskau freut sich über Silber im Langlauf über 5 Kilometer.

Andrea Eskau holt bereits ihre fünfte Medaille in Pyeongchang. Auch für Clara Klug gibt es bei den Paralympics einen weiteren Höhepunkt.

Pyeongchang - Clara Klug konnte ihr Glück kaum fassen. "Sie war sprachlos - und das kommt nicht so oft vor", sagte ihr Begleitläufer Martin Härtl schmunzelnd. Die sehbehinderte Biathletin aus München wird die Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) bei der Schlussfeier der 12. Winter-Paralympics am Sonntag als Fahnenträgerin ins Olympiastadion von Pyeongchang führen. "Ich finde es total cool. Das ist eine Riesenehre. Ich habe nie daran gedacht. Diese Spiele sind für mich unvergesslich", sagte die 23-Jährige freudestrahlend.

Klug, die am Sonntag noch in der Langlauf-Mixed-Staffel zum Einsatz kommt, gewann im Biathlon zusammen mit Härtl bei ihrem Paralympics-Debüt Bronze über 10 und 12,5 km. "Ein Grund ist der sportliche Erfolg, der wichtig ist. Aber was noch wichtiger ist, dass sie eine junge Sportlerin ist, sie symbolisiert die junge aufstrebende Kraft. Sie wirbt als Person für unseren Sport", begründete DBS-Vizepräsident Karl Quade die Entscheidung.

Winter-Paralympics: Fünfte Medaille für Eskau

Auch Andrea Eskau ist eine perfekte Botschafterin für den Behindertensport - und das seit Jahren. In Pyeongchang ist die 46-Jährige vom USC Magdeburg, die bei der Eröffnungsfeier Fahnenträgerin war, weiter Medaillensammlerin Nummer eins des deutschen Teams. Im Langlauf in der sitzenden Klasse über 5 km holte Eskau hinter Oksana Masters (USA) Silber. Es war in Südkorea bereits ihre fünfte Medaille nach Gold im Biathlon über 10 und 12,5 km sowie Silber im Langlauf über 12,5 km und im Sprint.

"Eigentlich müsste ich super glücklich sein, aber ich bin mit meinem Rennen nicht ganz zufrieden. Ich hätte gerne gezeigt, dass ich auch im Langlauf gewinnen kann und wäre gerne das Rennen schöner gefahren", sagte die querschnittsgelähmte Eskau nach ihrer insgesamt 14. Medaille bei Paralympics, acht davon in Gold.

Für das deutsche Team standen vor dem letzten Tag 16 Medaillen in der Bilanz, sechs davon in Gold. Dazu kommen acht Silbermedaillen und zweimal Bronze. In Sotschi 2014 waren es 15 (9-5-1) gewesen, davon allerdings neun Goldmedaillen.

Am Sonntag finden im Langlauf noch die Staffeln über 4x2,5 km statt. Im Mixed sind Eskau, Klug, Steffen Lehmker (Clausthal-Zellerfeld) und Alexander Ehler (Kirchzarten) vorgesehen. In der offenen Klasse starten Martin Fleig (Stuttgart) und Nico Messinger (Freiburg). Beide laufen jeweils zwei Runden. Bei den Alpinen gehören Anna Schaffelhuber (Bayerbach), Anna-Lena Forster (Radolfszell) und Andrea Rothfuss (Mitteltal) im Slalom noch einmal zum Favoritenkreis. Man werde "voll auf Angriff fahren", kündigte Schaffelhuber bereits an.

Schon vor dem Abschluss zog DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher ein positives Fazit. "Ich bin fröhlich und glücklich. Ich finde keine Steigerungsform mehr, wenn ich die Leistungen der Athleten bewerten soll", sagte er am Samstag im Deutschen Haus Paralympics und fügte an: "Unsere Athleten sind beste Repräsentanten. Die Arbeit lohnt sich."

SID

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