Formel 1 und die Kosten

Ex-Ferrari-Brain Ross Brawn mit irrer Ansage

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Ross Brawn will die Formel 1 wieder spannender und interessanter machen. 

Die Verantwortlichen der Formel 1 wollen den Rennställen noch im ersten Halbjahr 2018 einen Plan zur Zukunft der Motorsport-Königsklasse vorlegen.

Barcelona - Im Mittelpunkt sollen darin bezahlbare Budgets und mehr Spannung und Unterhaltung in den Rennen stehen. „Wir könnten einen faszinierenden Sport mit hochkomplexen Autos für weniger als die Hälfte des Geldes haben, das heute an der Spitze ausgegeben wird. Und keiner würde es merken“, sagte Formel-1-Direktor Ross Brawn in einem Interview dem Fachmagazin auto, motor und sport.

2021 müsse alles stehen, betonte der 63-Jährige, der nach dem Besitzerwechsel vor einem Jahr im Vorstand der Formel 1 ist. Um welchen finanziellen Rahmen es sich handeln soll, verriet Brawn nicht.

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Seit Jahren wird über eine Kostenreduzierung in der Formel 1 diskutiert. Auf eine konkrete Obergrenze konnten sich die Beteiligten nie einigen.

„Perfektion und Berechenbarkeit killen jede Unterhaltung“

Auf eine reduzierte Formel 1 müssten sich die Fans bei geringeren Ausgaben nicht einstellen, meinte Brawn. „Überhaupt nicht. Wir wollen, dass die Autos attraktiv und spektakulär aussehen. Dafür braucht es entsprechende Regeln.“

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Man wolle nicht, dass der Ausgang der Rennen vorhersehbar sei. „Perfektion und Berechenbarkeit killen jede Unterhaltung. Und darunter leidet der Sport heute“, sagte Brawn. Dass mittlerweile kaum noch Autos während eines Rennens ausfallen würden, sei zwar eine großartige technische Leistung, „aber leider erzählt das keine Geschichten. Was gab es früher für herzzerreißende Szenen, wenn ein Auto in den letzten Runden stehen geblieben ist.“

Trotz Nebel und Nässe: Formel-1-Teams testen wieder

Auch am vierten Tag der Formel-1-Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas haben die Teams komplizierte Bedingungen vorgefunden. Trotz Nebels und regennasser Strecke nahmen aber alle Fahrer um 9 Uhr bei rund sieben Grad Lufttemperatur den Testbetrieb wieder auf.

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel war am Donnerstag zum zweiten Mal im Einsatz, Weltmeister Lewis Hamilton soll am Mittag den Mercedes von seinem Teamkollegen Valtteri Bottas übernehmen. Hamilton hat bislang lediglich am Montagnachmittag 25 Runden zurückgelegt und damit die wenigsten aller Fahrer. Vize-Weltmeister Vettel schaffte am Dienstag 98 Umläufe und stellte dabei die bisherige Rundenbestzeit der Testfahrten auf.

Bereits vor dem offiziellen Start am Donnerstag wurde entschieden, dass die einstündige Mittagspause entfällt, um den Teams nach dem verlorenen Schnee-Tag am Mittwoch mehr Zeit zum Testen zu geben. Damit darf bis 18.00 durchgängig gefahren werden.

Am Montag und Dienstag hatte die ungewöhnliche Kälte den Erkenntnisgewinn für die Teams erheblich begrenzt. Am Mittwoch fiel der Testbetrieb nach starken Schneefällen de facto aus, allein Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) drehte im McLaren zwei gezeitete Runden.

Ab Freitag soll das Wetter in Barcelona deutlich besser werden, dann allerdings schweigen die Motoren für vier Tage. Der zweite Teil der Testfahrten soll vom kommenden Dienstag bis Freitag (6. bis 9. März) an selber Stelle über die Bühne gehen. Die neue Saison startet am 25. März in Melbourne.

dpa/sid

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