Nach Streit mit dem Eigner Liberty Media

Ferrari-Boss droht mit Formel-1-Ausstieg

Ferrari hat im Formel-1-Machtkampf mit Eigner Liberty Media erneut mit dem Ausstieg aus der Königsklasse gedroht und zieht so sein letzte Druckmittel.

Maranello - Dies erklärte Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne für den Fall, dass Liberty mit seinen Reformplänen den Charakter der Formel 1 über ein gewisses Maß verändern wird.

"Wenn die Formel 1 mehr Spektakel als Sport wird, und wenn wir uns in die Richtung der Nascar-Rennen in den USA entwickeln, dann wird Ferrari aussteigen", sagte der 65-Jährige gemäß italienischen Medien nach einem Teilhaber-Treffen in Amsterdam: "Ferrari wird aber mit Liberty zusammenarbeiten, um akzeptable Lösungen zu finden." Marchionne hatte schon mehrfach seit der Liberty-Übernahme den Rückzug der Traditionsmarke in den Raum gestellt.

Liberty Media drängt bei der Reform der Formel 1 zur Saison 2021 auf eine Kosten-Obergrenze und eine gerechtere Verteilung der Gelder und brachte damit die finanzstärksten Teams Ferrari und Mercedes gegen sich auf. Im Vorfeld des zweiten Saisonrennens in Bahrain hatte Liberty ein Strategiepapier mit entsprechenden Vorschlägen präsentiert.

Die Budget-Obergrenze soll bei 150 Millionen Dollar liegen. Durch eine ausgewogenere Verteilung der Gelder soll die Schere zwischen armen und reichen Teams geschlossen und mehr Abwechslung auf dem Podium erreicht werden. Bisher erhalten die großen Teams um Ferrari deutlich mehr als die kleinen. Historische Bonuszahlungen an Top-Teams sind weiterhin vorgesehen, dürften aber geringer ausfallen.

In den in Amerika sehr beliebten Nascar-Serien wird mit altmodischen Motoren gefahren. Die Nascar überprüft die Aggregate regelmäßig und reguliert die Leistung, damit sie ungefähr auf gleichem Niveau liegt. Auch bei den Chassis haben Teams und Hersteller kaum Gestaltungs-Spielraum.

Beim Großen Preis von China duellieren sich Vettel und Hamilton um die Pole-Position.

SID

Rubriklistenbild: © dpa / Andy Wong

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