Sieg gegen die Niederlande – Frankreich Dritter

Tischfußball-EM: Finnland ist Europameister

Ralf Geisel (links) setzte sich bei der Tischfußball-EM dieser Zeitung im Finale gegen Michael Lattemann durch, der für die Niederlande spielte.
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Die Finalisten: Ralf Geisel (links) und Michael Lattemann.

Kassel – Was für eine EM für Neuling Finnland. Na gut, eigentlich waren alle Neulinge bei der Tischfußball-Europameisterschaft unserer Zeitung. Aber Finnland wäre auch bei der Fußball-EM ein Debütant gewesen.

Zumindest bei unserem Turnier sicherten sich die Finnen – gespielt von Ralf Geisel – den Titel. Michael Lattemanns Niederländer hätten aber beinahe ein Comeback für die Geschichtsbücher hingelegt. Frankreich wird nach einem Sieg gegen Deutschland Dritter. Der Schnellcheck:

Wie spannend war dieses Endspiel?

Lattemann sagte vor dem Anpfiff: „Mit einem 0:0 wäre ich zufrieden.“ Nicht nur er selbst sah sich gegen Vereinsspieler Geisel als Außenseiter. Da ein 0:0 beim Kickern aber nicht möglich ist, kam es etwas anders. Der erste Satz ging mit 5:2 an Finnland. Die holländischen Zuschauer schlugen die Hände vor dem Gesicht zusammen, als Geisel aus einem 0:1 im zweiten Satz dann ein 2:1 machte.

Lattemanns Kommentar zum zweiten Treffer seines Gegners: „Schön – so aus deiner Sicht gesehen.“ Den Humor hatte er nicht verloren. Und auch nicht den Glauben. Die Niederlande führte 3:2, dann 4:3 – gab auch diesen Satz aber mit 4:5 ab.

Also eine Einbahnstraße dieses Finale?

Nicht ganz. Lattemann gab sich nicht geschlagen und meinte: „Die Ruhe habe ich mir von Thorsten Schönewolf abgeschaut.“ Er hatte aber auch noch ein ganz anderes Rezept. Immer wieder ließ er den Ball nun zwischen seinen Stürmern tänzeln – um irgendwann zuzuschlagen und zu versenken. Geisel frustrierte das zunehmend, er ließ sich sogar auf einen kleinen Disput mit seiner Frau Hilda Ullrich ein, die das Endspiel verfolgte.

„Das ist gar nicht so einfach, den zu halten“, merkte er zur Kritik seiner Partnerin an. Bis zum Stand von 3:4 aus seiner Sicht ging Lattemann immer in Führung. Dann stand er unter Druck: Zwei Tore, oder das Finale ist vorbei. Die Antwort? Zwei Tore, 5:4 im dritten Satz für die Niederlande.

Ging da noch mehr?

Lattemann sagte zumindest: „Den habe ich mir verdient.“ Sein Gegenüber stimmte zu: „Ja, hast du.“ Doch zunächst legte Finnland vor. Die Niederlande kam beim 3:3 aber zum Ausgleich, ging dann selbst in Führung. Doch Geisel blockte einen Schuss aus der Abwehr – und der wurde zum Bumerang, 4:4. Lattemann: „Das sind meine Lieblingsmomente.“ Gesagt, getan. Auch den vierten Satz gewann er 5:4. Alles offen.

Aber nicht lange. Lattemann musste der Aufholjagd Tribut zollen. Geisel ging den letzten Satz mit Tempo an, führte schnell 4:1. Lattemann: „Hoch verlierst du jetzt nicht mehr.“ Kurz danach war es vorbei. Verloren hatte aber die Niederlande. 1:5. Und auch dieses Finale.

Was meinte der Experte?

„Am Ende hat sich Finnland verdient durchgesetzt“, fand Carsten Römer. „Er ist immer wieder gut hinten rausgekommen. Aber auch bei der Niederlande hat man die Routine gesehen. Wie sie nach 0:2-Satzrückstand noch einmal zurückgekommen ist, das war schon bemerkenswert. Am Ende hat Finnlands Offensive aber den Ausschlag gegeben.“

Und die Meinung der beiden Finalisten?

Lattemann: „Das Turnier hat einfach richtig Spaß gemacht. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit dem Ergebnis gegen so einen Spieler. Hintenraus hat er gezeigt, dass er noch einmal aufdrehen kann. Ich habe mein Ziel erreicht. Ich wollte den Zusammenhalt zwischen Deutschland und der Niederlande zeigen. Das hat geklappt.“

Geisel: „Er hat mich mit seinen Querschüssen schon ein bisschen zur Verzweiflung gebracht. So hat er zwei Sätze gewonnen. Im letzten Satz habe ich mir gesagt: Wenn ich mich jetzt nicht konzentriere wie in einem richtigen Ligaspiel, dann verliere ich das Ding noch. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich wollte einfach mal wieder gegen richtige Spieler spielen. Wenn die Finnen das lesen, dann hoffe ich schon, dass ich mal eingeladen werde.“

Und das Spiel um Platz drei?

Ging nicht an Deutschland. Thorsten Schönwolf startete gegen Frankreich mit Detlef Ronnenberg zwar stark, lieferte einen packenenden ersten Satz – verlor aber schließlich doch mit 3:5. Danach war beim früheren Regionalliga-Fußballer die Luft ein wenig raus. Der Northeimer Ronnenberg hatte keine große Mühe, auch Satz zwei 5:2 zu gewinnen und sich so Platz zwei zu sichern.

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