Start von 06:30 in der Goetheanlage

Fitnessaktion 06:30 ist zurück - und alle halten Abstand

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Hoch die Hände: Trainer Constantin Hesse (vorn) macht die Übung vor.

Nach langer Pause ist die HNA-Frühsportaktion 06:30 wieder gestartet. Wir waren in der Kasseler Goetheanlage dabei.

Den Frühaufsteher-Preis heimst Detlef Bosse ein. Als Erster schlägt der 66-Jährige auf dem Basketballfeld in der Kasseler Goetheanlage auf. Die Uhr zeigt 6.13 Uhr. Die Sonne schaut ab und an zwischen den Wolken hindurch, es ist kühl, aber genau richtig, um sich körperlich zu betätigen. Noch gut eine Viertelstunde, dann beginnt die HNA-Frühsportaktion 06:30. „Ich bin seit Anfang an dabei. Gut, dass es wieder losgeht“, sagt Bosse. Das gemeinsame Training an der frischen Luft sei in den vergangenen Jahren zum Ritual geworden.

Wegen der Corona-Pandemie starten die Fitness-Begeisterten später als sonst das Freiluft-Programm. Und es ist ein Neustart mit Abstand. Wie in allen anderen Bereichen müssen auch bei 06:30 die in diesen Tagen so wichtigen Hygieneregeln eingehalten werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Teilnehmer Name und Adresse angeben, um mögliche Infektionsketten später nachvollziehen zu können – so wie es auch in Restaurants und Bars gemacht wird. Und ja, es funktioniert, alle 25 Teilnehmer halten sich an die Vorgaben.

Annette Krahl mit Hund Pepe

Bleibt trotzdem ein mulmiges Gefühl? „Kein bisschen“, sagt Annette Krahl, die ihren Hund Pepe mitgebracht hat. Nach der langen Pause habe sie sich richtig auf den Neustart gefreut. Sie gibt allerdings zu, dass ihr das Aufstehen nicht ganz so leicht gefallen sei. Auch ein 06:30-Profi muss halt erst mal wieder seinen Rhythmus finden.

Und was den besagten Abstand anbelangt, „da haben wir hier auf dem Basketballfeld wirklich keine Probleme“, sagt Constantin Hesse, der gemeinsam mit Sascha Seifert die Einheit leitet. Seifert, der die Fitnessaktion vor fünf Jahren mit initiiert hat, weist noch mal auf die Regeln hin. Dass zwischen den Matten mindestens 1,50 Meter liegen und dass die Zettel mit der Einverständniserklärung abgegeben werden müssen. Und er erläutert das Prinzip von 06:30. Er spricht von hochintensivem Training. Von Belastungsintervallen, die 20 Sekunden dauern, und Pausen von zehn Sekunden.

Das müsste Seifert eigentlich nicht tun. Nur ein Teilnehmer ist zum ersten Mal dabei. Die restlichen sind alte Hasen. Sie kennen die Burpees, die Stützsprünge. Sie wissen, was mit der seitlichen Planke gemeint ist. Froschsprünge sind nichts Neues, und die Planke und Knieheben machen sie auch nicht zum ersten Mal. Für jedes Element gibt es drei Schwierigkeitsstufen, sechs Wiederholungen, der Puls fängt an zu galoppieren, der Schweiß fließt. Puh.

06:30 ist wieder da.

Als hätte es die Coronapause nicht gegeben. Obwohl die Trainer zum Auftakt gnädig sind: „Normalerweise machen wir acht Wiederholungen und nicht bloß sechs“, sagt Annette Krahl. Egal. Sie fühlt sich gut. Der perfekte Start in den Tag. So sieht es auch Detlef Bosse. Die erste Einheit seit Langem habe Spaß gemacht. Keine Quälerei. Er habe sich in den vergangenen Wochen zu Hause fit gehalten. Ab jetzt hat Bosse wieder sein Ritual.

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