Vor Saisonstart

Formel 1 bringt kostenpflichtigen Stream - Vettel hungrig auf den Titel

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Kommende Saison auch im hauseigenen Stream zu sehen: Der neue Ferrari von Sebastian Vettel.

Die Formel 1 wird ab sofort neben der Ausstrahlung auf RTL auch über einen eigenen Streamingkanal kostenpflichtig empfangbar sein. Über den konkreten Preis ist noch nichts bekannt.

Barcelona - Die Formel 1 bringt ihren eigenen Bezahl-Livestream auf den Markt. Jedes Rennen soll künftig bei F1 TV mehrsprachig übertragen werden. Zudem stehen Onboard-Aufnahmen aus allen zwanzig Autos zur Verfügung, die Trainingseinheiten, Qualifikationen, Rennen, die Pressekonferenzen, Vorab- und Interviews nach den Rennen sollen ebenfalls übertragen werden. Und das in englischer, spanischer, französischer und auch deutscher Sprache.

Es soll in Deutschland, Frankreich, den USA, Mexiko, Belgien, Österreich, Ungarn und Teilen Lateinamerikas an den Start gehen. Der Zugriff kann über das Internet sowie auf Mobilgeräten über Apps erfolgen, teilte die Motorsport-Königsklasse am Dienstag am Rande der Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona mit.

Es handle sich um die bisher größte Investition in der digitalen Umgestaltung der Rennserie, hieß es in der Mitteilung. Die monatliche Rate soll zwischen umgerechnet etwa 6,50 Euro und knapp 10 Euro liegen, die Jahresrate soll abhängig vom jeweiligen Markt sein. "Mit dem Start von F1 TV beginnen wir auf dem Weg, einen Eckpfeiler unserer digitalen Transformation zu bauen. Live-Streaming-Video ist ein spannender Bereich, der sich fast täglich verändert", sagte Formel-1-Digitalchef Frank Arthofer.

Sky nicht mehr dabei, RTL sendet exklusiv

Das Ziel sei „den Fans den besten Service bieten, um die Grand Prix' live zu sehen“, so Arthofer weiter. In Deutschland hatte der Bezahlsender Sky den Vertrag mit der Formel 1 nicht mehr verlängert. Allein übertragender und frei empfangbarer Sender ist damit in dieser Saison RTL. Inwieweit die Inhaberin der Rennklasse, Liberty Media, mit diesem Vorstoß einen Schritt in Richtung ausschließlichem Empfang seines Produktes über eigene Kanäle macht, ist noch offen.

Die 69. Saison der Formel 1 startet am 23. März traditionell in Australien mit dem Großen Preis von Melbourne.

Währrendessen ist Sebastian Vettel in seinem neuen Ferrari zwischen dem Auftakt unter dem Gefrierpunkt und ein paar Schneeflocken gegen Ende ordentlich auf Betriebstemperatur gekommen. Mit der Bestzeit der bisherigen beiden Testfahrttage brach der Top-Herausforderer aus Heppenheim in seine WM-Mission auf. Der viermalige Weltmeister verwies am Dienstag in 1:19,673 Minuten den finnischen Mercedes-Piloten Valtteri Bottas um 0,303 Sekunden auf den zweiten Platz. Vettel war auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona auch schneller als Daniel Ricciardo am Vortag im Red Bull (1:20,179).

Vettel ist hungrig auf den Titel

„Es ist kein Geheimnis, dass es eine Riesenherausforderung ist, wenn es am Ende klappt, wäre es fantastisch“, sagte Vettel. Er will den Titel. Zum ersten Mal im Ferrari. Zum fünften Mal in seiner Karriere. 30 Jahre alt ist der Heppenheimer mittlerweile, am 3. Juli wird Vettel 31. Sein Vertrag bis Ferrari wurde im vergangenen Jahr verlängert, er endet nun mit der Saison 2020. Seit 2015 fährt Vettel für die Scuderia, er kam als viermaliger Weltmeister von Red Bull.

Alle erwarten einen heißen WM-Kampf zwischen Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel.

In Melbourne zum Auftakt in die neue Saison wird Vettel am 25. März seinen 200. Grand Prix bestreiten, er könnte ihn gleich mit einem Sieg und dem 100. Podiumsplatz seiner Karriere krönen. Vor einem Jahr gewann er den Großen Preis von Australien. „Vergangenes Jahr hat uns Ferrari alle überrascht und ein Auto auf die Strecke gebracht, das von Beginn an funktioniert hat“, sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der Ferrari und auch Vettel funktionierten allerdings nur in der ersten Saisonhälfte titelreif. Vier Siege feierte Vettel bis zur Sommerpause, verabschiedete sich mit 14 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton in die dreiwöchigen Ferien. Danach war die Herrlichkeit in Rot vorbei, Hamilton brachte sich in Silber mit fünf Siegen in den nachfolgenden sechs Rennen in Titelposition.

Zwei Wochen vor start noch viel zu tun

Am 29. Oktober 2017 war der WM-Traum für Vettel nach Defekt- und Fehlerwochen vorbei, Hamilton krönte sich in Mexiko zum neuen Champion. Zwei Rennen vor dem Saisonende. Eine Niederlage, die Vettel weh tat, reden wollte er zunächst nicht, er musste das Geschehene verdauen. In Brasilien fuhr er danach fürs eigene Gemüt, für die sportliche Bilanz als Vizeweltmeister und die italienische Seele noch seinen 47. Grand-Prix-Sieg ein.

2018 soll kein Jahr mit zwei verschiedenen Halbzeiten werden. Der SF71H ist eine Evolution des Vorgängermodells, in einigen Bereichen noch radikaler, aggressiver, der Wagen sei aufgeräumter. Der Radstand wurde zudem verlängert. „Letztlich muss das Auto als Ganzes funktionieren“, meinte Vettel. „Überall hat uns noch ein bisschen gefehlt“, sagte er mit Blick auf Branchenführer Mercedes. Wie viel Ferrari aufgeholt hat, bleibt vorerst offen. Selbst wenn Vettel erstmal der war, der das Tempo vorgab. Zwei Tage bleiben noch in dieser Woche zum Testen, eine Verlängerung scheiterte laut „auto, motor und sport“ am Nein eines Teams. In der kommenden Woche kommt es zu den abschließenden Tests vom 6. bis 9. März. Betriebstemperatur garantiert.

dpa/sid/mh

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