Was machen Alonso, Wehrlein und Co.?

Formel 1: Vettel bringt Fahrerkarussell in Schwung

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Seine Zukunft ist geklärt: Sebastian Vettel fährt auch in den kommenden drei Jahren für Ferrari.

Die Formel 1 ist nach knapp einem Monat zurück aus der Sommerpause. In den kommenden Wochen und Monaten geht es nicht nur um Punkte auf der Strecke, sondern auch um Cockpits für 2018.

Spa-Francorchamps - Die Formel 1 ist manchmal schon paradox. Sebastian Vettel bleibt, wo er ist - und bringt dadurch Bewegung in den Fahrermarkt. Bis zum Bekenntnis des viermaligen Weltmeisters zu Ferrari hielten sich die meisten Teams und auch viele Fahrer mit Entscheidungen zu ihrer Zukunft zurück. Kaum jemand wollte die Hände gebunden haben für den allerdings unwahrscheinlichen Fall, dass Vettel der Scuderia vielleicht doch nach drei Jahren den Rücken kehrt.

Dazu wird es nicht kommen, darüber herrscht seit Samstag Klarheit. "Ich liebe das Team, ich liebe diese große Marke. Ferrari ist einzigartig. Ferrari hat etwas, das andere Teams nicht zu haben", sagte Vettel nach seiner Vertragsverlängerung bis 2020: "In den Straßen Maranellos ist Ferrari überall greifbar. Ich musste eigentlich nicht lange nachdenken. Meine Mission hier ist noch nicht zu Ende."

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Räikkönens Zukunft ist bereits sicher

Weil bereits am Dienstag auch Vettels Edelhelfer Kimi Räikkönen seinen Vertrag bis 2018 verlängert hatte, ist unter anderem für die gehandelten Daniel Ricciardo (Australien/Red Bull) und Sergio Perez (Mexiko/Force India) der Traum vom Engagement bei Ferrari für mindestens ein weiteres Jahr gestorben - oder sogar noch länger. "Solange Seb bei Ferrari fährt, sehe ich da für mich keine Chance", sagte Ricciardo ein wenig ernüchtert.

Beim Weltmeisterteam Mercedes dürfte in den nächsten Wochen die Fahrerpaarung Lewis Hamilton/Valtteri Bottas für 2018 bestätigt werden. "Man muss eigentlich nicht eine Sekunde darüber nachdenken, mit Valtteri zu verlängern. Es liegt aber noch Papierkram vor uns", sagte Motorsportchef Toto Wolff am Rande des Großen Preises von Belgien zum überzeugenden Teamneuling aus Finnland.

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Hamilton hat noch ein Jahr Vertrag

Der Kontrakt von Superstar Hamilton endet 2018, durch Vettels "Rentenvertrag" bei Ferrari hat der Engländer eigentlich keine Alternative mehr zu einer Verlängerung bei den Silberpfeilen.

Bottas und vor allem Räikkönen stehen im nächsten Jahr unter verschärfter Beobachtung. Immerhin laufen Ende 2018 die Verträge des begehrten Red-Bull-Duos Ricciardo und Max Verstappen aus. Auch andere ambitionierte Piloten wie Perez, Carlos Sainz jr. oder auch Ex-Weltmeister Fernando Alonso werden dann auf ihre Chance hoffen.

Alonso hat nur zwei realistische Alternativen zu McLaren

Letzterer ist durch Vettels Verbleib bei Ferrari zur neuen Schlüsselfigur in der "Silly Season" aufgestiegen. Eine Vertragsverlängerung des 36-jährigen Spaniers bei McLaren-Honda käme angesichts einer Horrorsaison mit zahllosen Motorschäden überraschend. Die realistischen Optionen des zweimaligen Champions heißen Williams oder Renault. Beide würden aber für den stolzen Asturier nur einen minimalen Sprung vom Ende des Feldes ins Mittelfeld bedeuten.

Allerdings gilt bei Renault auch der Pole Robert Kubica, der seit einem schweren Rallye-Unfall 2011 am rechten Arm eingeschränkt ist, nach einem starken Test Anfang August in Budapest als ernsthafter Kandidat für 2018. Sein Comeback als Teamkollege des Emmerichers Nico Hülkenberg (Vertrag bis 2019) wäre eine tolle Geschichte für die nach großen Protagonisten dürstende Formel 1.

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Wehrlein vor Abschied von Sauber

Das Sorgenkind aus deutscher Sicht heißt Pascal Wehrlein. Der 22-Jährige aus Worndorf geht nicht mehr von einer Zukunft bei Sauber aus, auch Mercedes-Motorsportchef Wolff sieht seinen Protegé künftig nicht mehr bei den Schweizern. Das sagten beide am Rande des Rennens in Spa.

Denn Motorenlieferant Ferrari will im kommenden Jahr mindestens einen seiner Nachwuchsfahrer Charles Leclerc (Monaco) oder Antonio Giovinazzi (Italien) bei den Schweizern unterbringen, um sie womöglich als Räikkönen-Nachfolger aufzubauen.

Wehrlein hat nach eigener Aussage derzeit "keinen Plan B". Wolff sieht "mindestens eine Option", allerdings müsse Wehrlein dafür "brutal performen".

sid

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