Keine einvernehmliche Trennung

Formel 1: Ferrari-Teamchef Binotto liefert kuriose Erklärung für Vettels Aus - „Ja, er war überrascht“

Sebastian Vettel: Der Formel-1-Pilot spricht Klartext und erklärt seine Ausmusterung bei Ferrari. Diese soll doch nicht einvernehmlich abgelaufen sein.

  • Sebastian Vettel und Ferrari gehen bald getrennte Wege, wie schon länger bekannt ist.
  • Nun sprach der deutsche Pilot über die Trennung, die wohl nicht einvernehmlich war.
  • Auch über seine Zukunft sprach der 33-jährige Formel-1*-Pilot.

Update vom 3. Juli, 14.55 Uhr: Am Donnerstag äußerte sich Sebastian Vettel erstmals detailliert über das Aus bei Ferrari* zum Jahresende. In einer Pressekonferenz widersprach er der offiziellen Mitteilung seines Rennstalls, in der von einer Trennung im gegenseitigen Einvernehmen die Rede ist. Nun reagierte der Ferrari*-Teamchef Mattia Binotto auf die Aussagen seines Piloten.

Formel 1: Ferrari-Teamchef Binotto reagiert auf Vettels Äußerungen

Unerwartet redefreudig gab sich Binotto, der den Aussagen des geknickten Vettels nicht widersprach. „Wir mussten unsere Entscheidung überdenken. Ja, er war überrascht“, so der Scuderia-Teamchef bei der Pressekonferenz, die im Rahmen des Formel-1-Saisonauftakts* im österreichischen Spielberg* stattfand. 

Der Teamchef erläuterte die Umstände, unter denen Vettel im Mai mitgeteilt wurde, dass sich der Rennstall von ihm trennen wird. Man habe Vettel noch im Winter gesagt, er sei „die erste Wahl“, so Binotto. „Ich kann bestätigen, dass im Winter viele Fahrer angefragt haben, ob es eine Möglichkeit gäbe, für Ferrari zu fahren. Wir wurden kontaktiert, aber das hat unseren Standpunkt nicht verändert. Seb war unsere erste Wahl.“

Doch was hat den Ausschlag gegeben, das Engagement Vettels zum Jahreswechsel zu beenden? „Dann kam das Virus, das die ganze Welt verändert hat. Dann kam die Budgetobergrenze, dann wurden die Autos für zwei Jahre so gut wie eingefroren“, zählt Binotto die vielen Faktoren für das Ende von Vettel bei Ferrari* auf. 

„Die Saison war noch nicht gestartet, deshalb konnte Seb auf der Strecke auch nichts zeigen. In dieser Zeit trafen wir unsere Entscheidung. Ja, er war überrascht. Und ich verstehe das. Er ist heute noch nicht total glücklich damit, das ist verständlich.“

Nach der überraschenden Pressekonferenz am Donnerstag stand Aussage gegen Aussage, was Binotto nun zu bereinigen versuchte. Der Teamchef lieferte jedoch eher seltsame Erklärungen für das Vettel-Aus.

Formel 1: Vettel bricht Schweigen über Ferrari - Harte Worte gegen Arbeitgeber 

Erstmeldung:

Spielberg - Seitdem klar ist, dass Sebastian Vettel seine Scuderia Ferrari* verlassen wird, ranken sich Gerüchte um die Fortsetzung seiner Karriere. Neben Spekulationen um ein Engagement bei Mercedes wird auch über eine Auszeit gemutmaßt. Auch über die Gründe des Ferrari-Abschieds wurde viel gemunkelt, nun setzte Vettel selbst der Gerüchteküche ein Ende und sprach Klartext.

Formel 1: Vettel spricht Klartext über Ferrari - „War überraschend, als Mattia Binotto anrief und ...“

Der gebürtige Heppenheimer redete vor dem Großen Preis von Österreich am Red Bull Ring in Spielberg* (hier Live-Ticker) erstmals offen über die Trennung* vom italienischen Rennstall. Demnach wurde der viermalige Weltmeister entgegen der Darstellung seines Arbeitgebers ausgemustert, sein baldiger Abschied erfolgt also nicht einvernehmlich.

Sebastian Vettels* Version der Trennungsgeschichte erzählte er bei der Presserunde am Donnerstag. Bei den Verhandlungen zwischen dem Hessen und Ferrari habe es „keinen Knackpunkt“ gegeben, da Verhandlungen niemals stattgefunden hätten. „Es war überraschend, als Teamchef Mattia Binotto mich anrief und sagte, dass das Team nicht mehr mit mir weitermachen will“, meinte der 32-Jährige.

Formel 1: Sebastian Vettel holt gegen Arbeitgeber aus - „Es lag kein Angebot auf dem Tisch“

In den vorangegangenen Wochen habe dies laut Vettel anders und sogar gegenteilig geklungen, weshalb er etwas verwundert war. „Es gab keine Diskussionen, es lag kein Angebot auf dem Tisch“, stellt Vettel klar. Damit widersprach er dem Inhalt der Ferrari-Pressemitteilung vom 12. Mai, in der von einer „gemeinsam getroffenen Entscheidung“ die Rede war.

Damals soll durchgesickert sein, dass Ferrari* seinem Piloten einen kurzfristigen Vertrag zu reduzierten Bezügen offeriert haben soll. Vettel musste auch dieser Version der Geschichte widersprechen.

Noch bis Dezember ist Vettel* nun bei Ferrari angestellt, die übrigen Monate werden nach den Aussagen des Formel-1*-Piloten jedoch nicht einfacher. Einen Grund für seine plötzliche Meinungsäußerung muss es wohl geben, weshalb von einem angespannten Klima innerhalb des Teams ausgegangen wird.

Formel 1: Weltmeister Vettel würde bei „richtigem Angebot“ weitermachen

Vor dem Großen Preis von Österreich sprach der Titelsammler Vettel* auch über seine Zukunft ab kommendem Jahr. Käme das „richtige Angebot“, so wäre er bereit, weiterzumachen. Über einen Wechsel zu Mercedes* war auch spekuliert worden. „Ich habe das Gefühl, dass ich noch mehr leisten kann“, meinte er diesbezüglich. Wichtig sei ihm dabei „das richtige Paket und die richtigen Leute um mich herum“.

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Eine Pause lehnt Vettel* jedoch klar ab und meint: „Wenn du bereit bist, die Tür zu schließen, dann solltest du wirklich dazu bereit sein. Und nicht darauf hoffen, dass sie sich wieder öffnet.“ (ajr) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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