Eintracht erreicht Finale des DFB-Pokals, Löwen gewinnen Zweitliga-Titel im Eishockey

Eintracht im Pokalfinale, Löwen DEL2-Meister: Frankfurter Fans feiern Festtag

Glückselige Frankfurter: Die Fußballer Marco Russ, Marco Fabian, Branimir Hrgota und Lukas Hradecky beim Sieg in Gladbach. Foto:  dpa

Kassel. Dem Jahr der Tränen folgt für Frankfurter Fans nun ein Festtag: Der 25. April 2017 wird am Main in die Sportgeschichte eingehen.

Denn die Eintracht-Kicker feierten am Dienstag ein Jahr nach dem Absturz in die Bundesliga-Relegation (mit Happy-End) beim 8:7 nach Elfmeterschießen in Mönchengladbach den Einzug ins Endspiel des DFB-Pokals. Und die Löwen Frankfurt machten mit 5:2 gegen Bietigheim im sechsten Finalspiel die Meisterschaft in der zweiten Eishockey-Liga perfekt.

Fußball-Helden

In der Nacht, in der Helden geboren wurden, feierten die Eintracht-Fans zwei Spieler: Marco Russ, der ein Jahr nach seiner Krebsdiagnose den fünften Elfer verwandelt und so den K.o. verhindert hatte. Und sie ließen immer wieder Lukas Hradecky hoch leben, den Finnen mit slowakischen Wurzeln. Schon gegen Hannover und Bielefeld war der Torwart im Elfmeterschießen der Trumpf, diesmal wehrte er die Schüsse sieben und acht ab und ebnete so den Weg ins Finale.

Ausgerechnet Branimir Hrgota, der Ex-Gladbacher, den auch die Frankfurter Fans zuletzt oft geschmäht hatten, versenkte dann den entscheidenden Schuss. „Einige haben gesagt, um Gottes Willen, wieso schießt der jetzt“, sagte Sportdirektor Fredi Bobic. „Aber er reißt sich seit Wochen den Hintern auf. Deshalb freut es mich für ihn.“ Der coole Vollstrecker indes war platt wie alle anderen am Ende. „Der Weg zu den Fans war weit“, sagte er nach den 120 Minuten harten Kampfes. „Wir haben versucht, in die Kurve zu sprinten. Aber mehr als 20 km/h gingen nicht.“

Pech hatten Frankfurts Marius Wolf, der mit einer ausgekugelten Schulter verletzt ausschied, und der Gladbacher Oscar Wendt, dem gar ein Ellenbogen brach.

Eishockey-Champions

6990 Zuschauer ließen derweil die Eishalle am Ratsweg erbeben. 3:0 schon hatten die Löwen in der Finalserie gegen Hauptrundenprimus Bietigheim geführt, dann zweimal verloren. Nun aber sorgten Max Gläßl (28.), Lukas Laub (31.), Christoph Gawlik (44.), Brett Breitkreuz (52.) mit seinem 13. Playoff-Treffer und Nils Liesegang (57.) für Jubelstürme. Ließen endgültig die Schmach vergessen von 2016, als die Frankfurter im Viertelfinale mit 0:4 in der Serie und 1:8 auf eigenem Eis im letzten Spiel ausgerechnet gegen die Huskies gedemütigt worden waren.

Meistermacher: Löwen-Trainer Paul Gardner mit Pott, Eric Stephan (links) und Matt Tomassoni (rechts).

Nun also sind sie obenauf am Main. Haben Freiburg 4:0 geputzt, auch gegen Kassel (4:0) eindrucksvoll Revanche genommen und feiern sich als das erste Eishockey-Team Deutschlands, das Titel in den vier höchsten Klassen gewinnen konnte: DEL 2004, DEL2 2017, Oberliga 2014 und Regionalliga 2011. Möglich wurde dies, weil die richtigen Lehren aus dem Debakel vor einem Jahr gezogen, zwölf neue geholt wurden, jeder einzelne besser als sein Vorgänger, und weil mit Paul Gardner (61) ein routinierter, ruhiger und konzeptionell arbeitender Trainer kam.

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