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Friesinger bangt um ihre Karriere

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Anni Friesinger-Postma muss das Karriereaus befürchten - ihr Arzt macht ihr Mut: "Ich bin recht zuversichtlich und denke, ihre Chancen stehen besser als 50:50" © dpa

München/Berlin - Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma muss um die geplante Fortsetzung ihrer Erfolgskarriere bangen.

Nach einer eineinhalbstündigen Knie-Operation am Donnerstag droht der 16-maligen Eisschnelllauf-Weltmeisterin nun zumindest eine lange Rehabilitations-Phase. “Wir haben einen sehr ernsten Knorpelschaden an zwei Stellen hinter der Kniescheibe festgestellt, wobei uns eine Stelle nicht mal die Kernspintomographie gezeigt hat. Mir war nicht klar, dass der Schaden so schwer sein könnte“, erklärte Volker Smasal, der frühere Teamarzt der deutschen Eisschnellläufer, der an der Seite seines Kollegen Ralph Linke die Operation bei der 33- jährigen Inzellerin in München durchführte.

Smasal teilte mit, dass die Operation gut verlaufen sei. “Wir haben das Optimum getan“, sagte er und erklärte, dass sich Friesinger-Postma nun auf eine sehr lange Reha von drei bis sechs Monaten einstellen müsse. “Sie wird mindestens sechs bis zwölf Wochen an Gehstützen laufen müssen. Aber über ein Karriereende diskutiere ich nur mit einer Person und das ist Anni selbst. Wir haben dazu Zeit, darüber wird erst in einigen Monaten zu sprechen sein. Aber ich bin recht zuversichtlich und denke, ihre Chancen stehen besser als 50:50“, sagte Smasal der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Olympias Exoten: Dabei sein ist alles

Friesingers Vertrauensarzt wollte aber auch nicht ausschließen, dass ihre Karriere aufgrund der Probleme vielleicht doch nicht wie von ihr geplant bis zu den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Inzell im März 2011 dauern könnte. “Ich habe eine Verantwortung als Arzt, dass meine Patientin auch in den kommenden Jahren noch Spaß am Leben hat“, sagte der Mediziner.

Friesinger war nach einer Verletzung im Radtraining im österreichischen Kühtai bereits im Sommer 2008 von Smasal am rechten Knie operiert worden. Nach einem Jahr hatte sie bei starken Belastungen wieder Probleme mit dem Gelenk, das sich immer wieder mit Flüssigkeit füllte und ständig abgesaugt werden musste. “Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich unglaublich, was die Anni in dieser Saison geleistet hat“, erklärte Smasal am Donnerstag.

Die Inzellerin hatte in dieser Weltcup-Saison erstmals seit 13 Jahren keinen Podestplatz erkämpft und war auf den Einzelstrecken über 1000 und 1500 Meter in Vancouver auf den Plätzen 14 und 9 gelandet. Die Saison krönte sie dennoch mit zwei Energie-Läufen in der Team-Verfolgung, mit denen sie maßgeblich zum Gewinn der olympischen Goldmedaille beitrug. Jedermann in Erinnerung ist noch ihr Sturz im Halbfinale, als sie bäuchlings auf dem Eis rutschend auf der Zielgerade mit einem Scherenschritt noch den knappen Finaleinzug des deutschen Trios rettete.

dpa

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