Die Favoriten

Froome bis Bardet: Die Anwärter auf den Tour-de-France-Sieg

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Tour-Titelverteidiger Chris Froome vor Richie Porte und Nairo Quintana (r-l). Foto: Kenzo Tribouillard/Pool

Der dreimalige Champion Chris Froome ist der große Favorit auf den Sieg bei der 104. Tour de France. Das Rennen könnte diesmal aber eng sein, denn der Brite ist in diesem Jahr noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Einen starken Eindruck hinterlässt Richie Porte.

Düsseldorf (dpa) - Die zwei Hochkaräter Chris Froome und Richie Porte sowie fünf Herausforderer - selten gab es so viele Kandidaten für einen Sieg bei der Tour der France, die am 1. Juli in Düsseldorf startet. Für Vorjahressieger Froome wäre es der insgesamt vierte Erfolg, für Porte der erste.

Alberto Contador will seinen dritten Gesamtsieg, der zweimalige Zweite Nairo Quintana hofft auf den großen Durchbruch in Frankreich. Für Alejandro Valverde, Fabio Aru oder Romain Bardet wäre es der Überraschungs-Coup. Die Deutsche Presse-Agentur stellt die Aspiranten vor.

CHRIS FROOME: Der in Nairobi geborene Brite (32) kann sich auf die teuerste und wahrscheinlich auch stärkste Mannschaft stützen. Bei Sky gilt: alle für einen. Er will nach 2013, 2015 und 2016 den vierten Sieg, womit er sich hinter den Fünffach-Siegern Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain einordnen würde. Allerdings machte Froome in diesem Frühjahr einen nicht so starken Eindruck wie in den Jahren zuvor und verpatzte auch seine Generalprobe beim Critérium du Dauphiné. 2016 erfand er sich bei der Tour neu und verblüffte die Konkurrenz: als Sprinter auf einer Flachetappe oder als Kamikaze-Abfahrer. Als Berg- und Zeitfahrer ist Froome ohnehin meist über jeden Zweifel erhaben.

NAIRO QUINTANA: 2013 und 2015 war er bereits Zweiter hinter Froome. Das will der 27 Jahre alte Kolumbianer in diesem Jahr unbedingt ändern. Allerdings hat der Movistar-Kapitän ein Handicap im Gegensatz zu allen Konkurrenten. Er musste durch einen sehr anspruchsvollen Giro d'Italia, in dem ihm Platz zwei blieb und somit der Traum vom Doubles aus Giro- und Toursieg platzte. Aber Quintana kann sich wieder auf ein sehr starkes Team stützen, in dem Alejandro Valverde bereit stünde, sollte der Kolumbianer schwächeln.

RICHIE PORTE: Bis 2015 war Porte Froomes treuer Helfer. Mit seinem Weggang zu BMC wollte der Australier auf eigene Rechnung fahren. In seinem zweiten Jahr beim US-Team lief es 2017 bei dem 32-Jährigen bisher bestens. Er gewann die Tour Down Under zu Saisonbeginn, eine Etappe bei Paris-Nizza und die Tour de Romandie, bei der Froome wegen Rückenproblemen strauchelte. Nach Portes um zehn Sekunden verpassten Sieg beim Critérium du Dauphiné nannte ihn Froome "den Tour-Favoriten Nummer eins".

ALBERTO CONTADOR: Der 34 Jahre alte Madrilene will zum Ende seiner Karriere in Paris das dritte Gelbe Trikot nach 2007 und 2009. 2010 war ihm der Sieg wegen Dopings aberkannt worden. Contador fuhr ein gutes Frühjahr, verpasste als jeweiliger Zweiter bei Paris-Nizza, der Katalonien- und der Baskenland-Rundfahrt aber einen Sieg. In seinem neuen Trek-Segafredo-Team kann er auch auf die Hilfe von John Degenkolb zählen.

ALEJANDRO VALVERDE: Nominell ist der 37 Jahre alte Spanier, der gerade seinen dritten Frühling erlebt, die Nummer zwei im Movistar-Team. Aber die Streckenführung und sein überragendes Frühjahr mit Siegen bei der Katalonien- und der Baskenland-Rundfahrt, beim Flèche Wallonne sowie Lüttich-Bastogne-Lüttich haben ihm auf seine alten Tage noch einmal Appetit gemacht.

FABIO ARU: Nach dem Weggang von Vincenzo Nibali ist der Vuelta-Gewinner von 2015 die große Hoffnung seines Astana-Teams. Als er wegen einer Knieverletzung am diesjährigen Giro nicht teilnehmen konnte, herrschte bei Teamchef Alexander Winokurow schon Alarmstimmung. Aber bei der großen Tour-Generalprobe Critérium du Dauphiné feierte der 26 Jahre alte Italiener ein erstaunliches Comeback und könnte bei der Tour an der Seite des Dänen Jakob Fuglsang für Furore sorgen. Bei seinem Tour-Debüt 2016 fuhr Aru auf Rang 13.

ROMAIN BARDET: Der 26-Jährige ist die große Hoffnung der Franzosen. Endlich wollen die Gastgeber den Bann brechen und den ersten Toursieger seit Bernhard Hinault (1985) präsentieren. Der Vorjahres-Zweite machte zuletzt bei der Generalprobe Dauphiné eine gute Figur, fuhr auf den sechsten Rang und war auf den Bergetappen an vielen Attacken beteiligt. Die große Schwäche des AG2R-Fahrers ist aber das Zeitfahren.

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