Ausgleich in der Nachspielzeit

1. FC Schwalmstadt hilft nach 2:2 in Vellmar nur noch beten

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Da flossen Tränen: Julian Ide und der 1. FC Schwalmstadt sind nach dem 2:2 in der Nachspielzeit in Vellmar kaum noch zu retten. 

Noch ist der 1. FC Schwalmstadt nicht aus der Fußball-Verbandsliga abgestiegen. Das 2:2 (0:1) beim OSC Vellmar dürfte aber wohl zu wenig sein. 

„Fußball ist manchmal einfach nur grausam. Solch einen K.O.-Schlag habe ich als Trainer noch nie erlebt“, sagte FCS-Coach Atilla Güven nach einer denkwürdigen Partie. Der K.O-Schlag folgte in der zweiten Minute der Nachspielzeit. In dem Moment, in dem die Gäste ein Handspiel im Angriff der Vellmarer wähnten. Das sah das schwache Schiedsrichter-Gespann um Leon Kannwischer anders. Dafür aber zeigte der Unparteiische korrekterweise auf den Punkt, als Serkan Aytemür Schwalmstadts Janik Herndl beim unmittelbar folgenden Abschluss aus kurzer Distanz traf – und der seine Hand nicht mehr rechtzeitig wegziehen konnte. Enes Glogic blieb eiskalt und sorgte für das 2:2. Und es hätte noch bitterer für den FCS werden können, wenn Enver Maslak und Glogic nicht Momente später an Rückhalt Joel Ritter gescheitert wären.

Doppelschlag in nur 46 Sekunden

„Das sind dennoch zwei verschenkte Punkte. Wir hätten zur Pause schon alles klar machen müssen“, ärgerte sich Vellmars Trainer Jörg Müller. Dessen Mannschaft besaß durch Njegos Despotovic (4., 36.), Simon Kauf (31.) und Linor Demaj (37.) gute Gelegenheiten. Doch stets war Ritter zur Stelle. Umso tragischer, dass dem jungen Schlussmann ein folgenschwerer Lapsus unterlief. Joel Ritter hielt einen Lupfer von Maslak, ließ sich dann aber beim Abschlag vom Angreifer den Ball abluchsen, so dass Demaj keine Probleme hatte, ins verwaiste Tor zu treffen (23.).

46 der verrücktesten Sekunden dieser Saison ließen Schwalmstadt dennoch auf drei Punkte hoffen. Zwei Szenen, in denen sich Leon Lindenthal wacher zeigte als alle Vellmarer. Nur 16 Sekunden nach Wiederanpfiff gelang dem Eigengewächs der Ausgleich. Lindenthal legte sofort nach, eroberte sich das Spielgerät, flankte vom rechten Flügel auf Patrick Herpe, dessen Ablage Brian Mitchell zum 2:1 über die Linie drückte (47.). „Die Jungs haben nach der Pause mit mehr Tempo gepresst. In der ersten Halbzeit war das zu halbherzig“, betonte Güven.

Zwei Treffer, die auf der Gegenseite Wirkung zeigten. In der nickelig geführten Partie fiel dem OSC lange nicht viel ein. Doch weil Schwalmstadt ohne den schmerzlich vermissten Peter Liebermann (Rückenschmerzen) nicht mehr nachlegen konnte, schnürte die Müller-Elf das Kellerkind in der Schlussphase in der eigenen Hälfte ein. Der FCS feierte jeden gewonnen Zweikampf und spielte auf Zeit. Bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit ging das gut. Dann zog Vellmars Kapitän Enes Glogic den Schwälmern den Boden unter den Füßen weg.

Vellmar: Annemüller - Siebert, Igel, Brinkmann, Üstün - Demaj (74. Lehmann), Despotovic (60. Yantut), Glogic, Kauf (76. Cheberenkchuk), Maslak - Aytemür. 

Schwalmstadt: Ritter - Fey, Herndl, F. Seck, Brandner - Trümner (46. J. Ide), Jerkovic - Atas (77. R. Seck), Herpe (83. Freund), Liebermann - Mitchell. 

SR: Kannwischer (Habichtswald). 

Z: 80. 

Tore: 1:0 Demaj (23.), 1:1 Lindenthal (46.), 1:2 Mitchell (47.), 2:2 Glogic (90.+2, HE).

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