1. Fußball-Kreisklasse: Sascha Müller, Trainer des SSV Nörten-Hardenberg II, im HNA-Interview

„Ich habe Spaß mit den Jungs“

Klare Kommandos: Sascha Müller hat im Sommer das Traineramt beim SSV Nörten II übernommen und das Team auf Platz eins geführt. Foto: osx

Nörten-Hardenberg. Dass die SG Hollenstedt/Stöckheim oder die SSG Bishausen in der 1. Fußball-Kreisklasse 1 nach elf Spielen in der Tabelle oben dabei sind, überrascht nicht. Spitzenreiter ist mit dem SSV Nörten-Hardenberg II aber ein Team, welches nicht unbedingt jeder dort erwartet hatte. Wir sprachen mit Trainer Sascha Müller, der die Mannschaft im Sommer übernommen hat.

Herr Müller, die Reserve des SSV Nörten hat in der vergangenen Saison nicht immer positive Schlagzeilen geschrieben. Es gab viele hohe Niederlagen, ab und zu trat man gar nicht erst an. Am Ende wurde man Vorletzter. Warum übernimmt man so ein Team?

Sascha Müller: Der Kontakt ist über den damaligen Fachwart Dieter Thiele zustande gekommen. Der wusste von meiner Tätigkeit bei der SVG Göttingen III und hat mit mir mehrere Gespräche geführt. Sein Konzept, bei der Mannschaft einen völligen Neuaufbau vorzunehmen, hat mich dann letztlich überzeugt, obwohl ich mir der Schwere dieser Aufgabe natürlich durchaus bewusst war.

Wie hat es dann aber geklappt, in so kurzer Zeit einen konkurrenzfähigen Kader auf die Beine zu stellen?

Müller: Ich kenne viele Fußballer aus dem Northeimer und Göttinger Raum. Diese Verbindungen habe ich genutzt, um junge und ehrgeizige Spieler zu uns zu holen. Dazu kamen einige Jungs der bisherigen Mannschaft. So hatten wir schnell einen zuverlässigen Kader von 17 Spielern zusammen - plus einigen aus der Bezirksligamannschaft.

Haben sie vor Saisonbeginn ernsthaft daran gedacht, dass die Mannschaft nach elf Spielen Tabellenführer ist?

Müller: Nein, natürlich nicht! Aber ich bin ein ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch und habe mir durchaus vorgenommen, mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Dass wir jetzt Erster sind, ist ein Verdienst der Jungs, die hervorragend mitziehen. Es ist keine Seltenheit, dass beim Training bis zu 15 Mann sind. So eine Erfolgsserie spornt den Ehrgeiz einer Mannschaft natürlich noch zusätzlich an.

Und welchen Anteil hat der neue Trainer?

Müller: Ich bin nur ein Mitglied dieser Truppe und habe dazu beigetragen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Ich fühle mich wohl als Trainer, Betreuer, Berater oder auch einfach nur als Gesprächspartner zugleich tätig zu sein. Ich habe wirklich großen Spaß mit den Jungs und versuche zu vermitteln, dass sie ein wichtiger Teil unseres Kollektivs sind.

Welchen Eindruck haben sie von den Spielern?

Müller: Es sind alle mit großer Begeisterung bei der Sache. In der Reserve können sich alle beweisen und haben damit vielleicht auch eine Chance, im Bezirksligakader berücksichtigt zu werden. Andererseits ist es reizvoll für Spieler, die aus was für Gründen auch immer in der Ersten nicht zum Einsatz kommen, in einer intakten Reserve spielen zu können. Ich stehe permanent im Austausch mit Marko Grube, der somit immer wieder Alternativen für die 1. Mannschaft hat.

Wie wird denn das derzeitige Abschneiden ihrer Mannschaft im Verein aufgenommen?

Müller: Zu Beginn gab es sicher Skeptiker. Inzwischen gibt uns der Erfolg aber Recht, sodass die Signale mehrheitlich positiv sind. Die gegenwärtige Erfolgsserie trägt natürlich auch zur guten Außendarstellung des Vereins bei.

Gibt es denn jetzt vielleicht schon Pläne, was passiert, falls die Serie so erfolgreich weitergeht? Dann könnte ja am Ende sogar der Aufstieg in die Kreisliga herausspringen.

Müller: Das ist momentan überhaupt kein Thema. Aber wenn dieser Fall tatsächlich eintreten sollte, würden wir uns natürlich auch nicht dagegen wehren. Wir werden konzentriert weiterarbeiten und dann sehen, was unter dem Strich herauskommt. Die Saison ist noch lang. Da kann noch viel passieren.

Von Ottmar Schirmacher

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