Sportgericht arbeitet Vorfälle in Sudheim und Uslar auf

Nach Schlägen gegen den Kopf: Fußballer für 49 Wochen gesperrt

Northeim. Kurz vor dem Endspurt der Fußballsaison auf Kreisebene hat sich das Sportgericht mit zwei Vorfällen beschäftigt, die sich im April ereignet haben.

Derby in Sudheim

Weitreichende Folgen hat das Duell der 1. Kreisklasse 1 zwischen dem TSV Sudheim II und dem Bühler SV vom 20. April für einen Kicker der Gastgeber. Der sprang in der zweiten Halbzeit einem Bühler Spieler in den Rücken, kniete sich danach auf sein am Boden liegendes Opfer und schlug diesem noch mehrfach gegen den Kopf. So schilderte Sportgerichts-Vorsitzender Manfred Peschke das Geschehen. Die Folge: Der Bühler musste im Krankenhaus behandelt werden. Der Sudheimer wurde nun für 49 Wochen gesperrt (bis zum 31. März 2019) und muss zudem 100 Euro Geldstrafe zahlen.

Nicht ganz konform mit dem Regelbuch hatte sich bereits zuvor der Sudheimer Spielertrainer verhalten. Der musste bereits nach 20 Minuten mit Gelb-Rot vom Feld, weigerte sich allerdings, den Platz wie vorgeschrieben gänzlich zu verlassen. Dabei verwies er auf seine zusätzliche Funktion als Trainer und blieb nahe des Rasens stehen, um sein Team zu leiten. Für dieses Vergehen wurde der Coach mit einer Sperre von zwei Spielen belegt.

Abbruch in Uslar

Die zweite Verhandlung behandelte den Abbruch des Derbys der 1. Kreisklasse 1 zwischen dem VfB Uslar und dem TSV Wahmbeck vom 29. April. Die entscheidende Szene, die Auslöser für alles weitere war, spielte sich in der 70. Minute ab: Ein Uslarer grätschte laut Auskunft von Manfred Peschke einem Wahmbecker von hinten in die Beine. Dieser ließ sich daraufhin zu einer folgenschweren Reaktion hinreißen und nahm seinen Uslarer Kontrahenten in den Schwitzkasten.

Dafür wurde der TSV-Kicker nun bis zum 30. September gesperrt, der Uslarer kann seine Fußballschuhe bis zum 30. Juni im Schrank lassen. Die Verfahrenskosten teilen sich die beiden Vereine. Die Partie wird mit 1:1 gewertet - also mit dem zum Zeitpunkt des Abbruchs aktuellen Spielstand.

Zu diesem Abbruch kam es jedoch nicht wegen der Vorfälle auf dem Rasen, sondern weil sich Zuschauer, die teils verwandt mit den Beteiligten waren, ebenfalls in die Haare bekommen hatten. „Ohne diese Vorkommnisse wäre das Spiel bedenkenlos fortgesetzt worden“, heißt es. Da die Situation unter den Fans allerdings außer Kontrolle geriet, musste die Polizei dem Treiben ein Ende bereiten. Peschke: „Es war Ordnern in der konkreten Situation nicht zumutbar, sich schlichtend in den Gefahrenbereich zu begeben. Deshalb sehen wir für keinen der Vereine eine Mitverantwortung.“

Rubriklistenbild: © Fredrik von Erichsen/dpa

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