13 Klubs waren dabei

Die Ewige Tabelle des DFB-Pokals: Ein Blick auf die Teilnehmer aus unserer Region

Michael Rummenigge (links), Hans Wulf (Mitte) und Walter Horch.
+
Der KSV Hessen im DFB-Pokal: Bayerns Michael Rummenigge (links) trifft am 27. August 1983 im Auestadion gegen den KSV Hessen mit Torhüter Hans Wulf und Verteidiger Walter Horch.

Er hat eine lange Tradition, der DFB-Pokal. Schon lange bevor es die Fußball-Bundesliga gab, wurde der deutsche Pokalgewinner gekürt.

Kassel – Wie die „Ewige Tabelle des DFB-Pokals“ zeigt, haben sich auch einige Vereine aus der Region bereits für diesen Wettbewerb qualifiziert – vom KSV Hessen über den KSV Baunatal bis hin zum VfB Schrecksbach. Wir geben einen Überblick.

Die Ex-Zweitligisten: Zwei nordhessische Klubs haben es weit nach vorn geschafft. Und das ist keine Überraschung: Es sind die ehemaligen Zweitligisten KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal. Die Löwen sind als 61. das bestplatzierte Team aus Nordhessen in der Rangliste. 37 Spiele, 15 Mal ging es eine Runde weiter, 22 Mal war Endstation bei einem Torverhältnis von 64:73. Der letzte Auftritt des KSV im Pokal fand 2015 statt. In der 1. Runde war Hannover 96 zu Gast und siegte im Auestadion etwas glücklich mit 2:0. Weiter als in der Saison 1990/91 ging es für die Löwen nie. Damals scheiterten sie erst im Viertelfinale am späteren Pokalsieger Werder Bremen. Und natürlich bleiben auch die Aufeinandertreffen mit dem großen FC Bayern unvergessen. Wie zum Beispiel am 27. August 1983, als die Münchner 3:0 gewannen. Sören Lerby und Michael Rummenigge (2) hatten bereits nach 18 Minuten den Endstand hergestellt.

Zwölf Spiele und immerhin vier Siege stehen in der Bilanz des KSV Baunatal (Platz 126). Das letzte Mal Pokal ist noch gar nicht lange her: 2019 scheiterten die Baunataler nur mit 2:3 am damaligen Zweitligisten VfL Bochum. In der Saison 1978/79 erreichte der KSV durch Siege gegen Union Frintrop (5:0) und Göttingen 05 (3:0) sogar die dritte Runde, scheiterte dann an Eintracht Frankfurt (1:4).

Die anderen Kasseler Klubs: Aber nicht nur der KSV Hessen hat Pokalerfahrung. Auch der CSC 03 (fünf Spiele), der SV 06 Kassel (drei Spiele), der BC Sport (drei Spiele), der SV Kurhessen Kassel (zwei Spiele) – ein Vorgängerverein der Hessen – und der SV Hermannia Kassel (ein Spiel) haben den großen Pokalwettbewerb bereits erlebt.

Der CSC unterlag 1936 dem PSV Chemnitz 1:6, 1938 dem FSV Frankfurt 0:1, 1939 dem BSG Neumeyer Nürnberg 3:7, 1940 dem SV Steinach 2:4 und 1984 Eintracht Haiger 1:2. Dem SV 06 Kassel gelang 1935 sogar ein 2:1-Sieg gegen den SV Phönix 03 aus Ludwigshafen. In Runde zwei war beim 0:8 gegen Schalke 04 dann aber nichts zu holen. Zwei Jahre später scheiterte der Verein mit 2:4 an TuRa Bonn. Einmal siegreich war auch der BC Sport, der 1941 Kurhessen Kassel mit 4:0 bezwang, dann aber gegen Waldhof Mannheim chancenlos war (0:3). Ein Jahr zuvor waren die Kasseler in Runde eins erst nach Verlängerung und einem 4:5 gegen TuS Duisburg 1948/99 ausgeschieden.

Für Kurhessen Kassel gab es bereits zwei Jahre vor dem 0:4 gegen den BC Sport das Debüt im Pokal. Doch auch bei diesem ging es keine Runde weiter. Gegen Köln-Sülz 07 gab es zuhause ein 0:5. Bleibt der SV Hermannia Kassel, der seinen großen Auftritt 1981 gegen Holstein Kiel hatte und erst nach Verlängerung 2:3 unterlegen war.

Die Schwalm-Eder-Vertreter: Ja, richtig gelesen. Gleich mehrere Klubs aus dem Kreis südlich von Kassel sammelten ihre Erfahrungen auf der Pokal-Bühne. Zuletzt war der SC Neukirchen in der ersten Runde vertreten – als Regionalligist in der Saison 1997/98. Allerdings schied das Team des damaligen SCN-Trainers Karl-Heinz Wolf nach einem 0:2 vor 1500 Zuschauern in der heimischen Knüllkampfbahn gegen den Zweitligisten KFC Uerdingen aus. Zwei Jahre zuvor war das Team durch ein 3:4 im Elfmeterschießen an Mainz 05 gescheitert. Kurios: Den entscheidenden Elfer verschoss der Ex-Mainzer und spätere 05-Assistenztrainer Zeljko Buvac. Zuvor hatte der SCN auch schon zwei Auftritte im Pokal: Einmal gab es ein 2:9 (1985) gegen Borussia Dortmund mit Horst Hrubesch, einmal gab es ein 1:3 (1991) gegen den Halleschen FC.

Deutlich länger ist es her, dass der VfB Schrecksbach, der TuSpo Ziegenhain, der Melsunger FV und die SG Ohetal am DFB-Pokal teilnahmen. Ende der 1970er-Jahre hatte der Wettbewerb noch eine andere Struktur. Schrecksbach musste sich im August 1978 Arminia Hannover mit 3:5 geschlagen geben. Im darauffolgenden Jahr verlor die SG Ohetal 0:2 gegen den KSV Baunatal. Parallel gewann Melsungen zunächst 3:2 in St. Wendel beim SV Bliesen, hatte aber dann beim 0:6 in Bayreuth nichts zu bestellen. Ende August 1981 hatte Ziegenhain vor 1000 Fans im Oberhausener Niederrheinstadion mit 3:5 gegen RWO das Nachsehen.

Die Nervenstarken: Zwar umfasst die DFB-Pokal-Bilanz des Waldeck-Frankenberger Klubs TSV Battenberg nur eine Saison, in der schaffte es der damalige hessische Landesligist aber immerhin bis in die dritte Runde. Zunächst schaltete Battenberg den SC Auersmacher, einen ehemaligen Südwest-Oberligisten, mit 5:4 nach Verlängerung aus. Dann warfen die Nordhessen den Hamburger Landesligisten SV Bramfeld raus – durch ein 2:0 nach Verlängerung. In Runde drei, in der fast nur noch Fußball-Klubs mit klangvollen Namen vertreten waren, kam für den TSV nach einem 0:4 beim VfL Osnabrück das Aus. (Maximilian Bülau und Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.