Starke Leistung des SCW ohne Ertrag

Abgezockte Weidenhäuser besiegen Willingen mit 3:1

Zwei Spieler im Zweikampf, einer geht nach links weg, der andere mit dem Rücken zum Ball.
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Vorbereiter des Willinger Treffers: Jan-Henrik Vogel (links), hier im Spiel gegen Lichtenau.

Der SC Willingen hat nicht enttäuscht, war es aber. Trotz starker Partie unterlag der heimischen Verbandsligist beim SV Weidenhausen mit 1:3 (1:1) und verbringt die Winterpause womöglich auf einem Abstiegsplatz.

Weidenhausen - „Das 2:2 wäre das gerechtere Ergebnis gewesen“, fand Dardan Kodra direkt nach dem Abpfiff einer Begegnung, in der die Willinger alles investierten, was sie konnten. Das hob auch ihr Trainer hervor, indem er feststellte: „Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften.“

Den vielleicht entscheidenden Unterschied formulierte Kodra so: Man müsse anerkennen, „dass Weidenhausen eine sehr abgezockte Truppe hat“ und in Jan Gerbig und Sören Gonnermann zwei Spieler, „die aus dem Nichts ein Tor machen können. Das haben sie auch getan.“

Weidenhausen steht nach seinem siebten Sieg in Serie zumindest bis zum Sonntag an der Tabellenspitze der Verbandsliga Nord Der erstmals nach fünf Partien ohne Niederlage wieder geschlagene SCW ist zunächst Elfter.

Bott statt Albers in der Innenverteidigung

Kodra hatte umstellen müssen. Weil Jan-Niklas Albers (Fußprellung) und Tom Friedrich (erkältet) ausgefallen waren, stand Matthias Bott neben Nick Bärenfänger in der Innenverteidigung, Jerome Löber verteidigte außen. Bott konnte damit nicht die gewohnten Antriebskräfte von der Sechserposition aus entwickeln, wo Sebastian Butz ungewohnterweise spielte.

Die Mannschaft zeigte in der ersten Halbzeit trotz der Neusortierung defensiv eine prima Leistung. In der spannenden, intensiven Partie vor mindestens 350 Zuschauern machten die Gastgeber zwar etwas mehr Betrieb als ihr Gast, doch die gefürchtete Abteilung Attacke der Adler kam selten gefährlich bis zum SCW-Tor. Die Upländer verteidigten konzentriert und konsequent, bei eigenen Angriffen suchten sie schnell umzuschalten.

Gleich der erste gute Turboangriff in der 11. Spielminute saß. Jan-Henrik Vogel setzte sich auf der linken Seite durch, passte knallhart nach innen, erreichte am anderen Strafraumrand Florian Heine. Willingen Nummer 20 machte einen Haken und schlenzte den Ball aus 14 Metern herrlich ins lange Eck.

Das 1:0 stand allerdings nur für etwa zwei Minuten. Beim nächsten Weidenhäuser Angriff foulte Bott im Strafraum Jan Gerbig elfmeterwürdig. Der Gefoulte selbst verwandelte zum. 1:1.

SCW kurz vor der Pause im Glück

Der SCW probierte es in der chancenarmen ersten Hälfte noch einmal, doch Heines Schuss aus etwa 18 Metern machte SVW-Keeper Johannes Klotzsch kein Problem (20.). Dessen ebenfalls nicht sonderlich beschäftiger Kollege Yannick Wilke hatte kurz vor der Pause dann schwer Glück.

Nach einem langen Pass spielte Gerbig den Ball mit der Hacke zu Sören Gonnermann, der aus vielleicht 14 Metern aus spitzem Winkel denkbar knapp am langen Pfosten vorbei zielte (43.).

Kurz nach Wiederbeginn der nächste Knaller: Tim Ullrich jagte einen Freistoß aus 25 Metern an den Pfosten des SCW-Kastens (49.). Dann war der Gast dran: Heine passte von der rechte Seite in die Mitte, wo Sebastian Müller aus acht Meter die Führung hätten machen können - aber den Ball ganz schlecht traf (57.).

Gonnermann als Vorbereiter und Schütze

Neun Minuten später gingen die Adler nach vorn. Sören Gonnermann setzte sich im Strafraum überragend auf engstem Raum durch, Gerbig musste bei seinem Zuspiel nur den Fuß zum 2:1 hinhalten. Die Willinger hielten dagegen, sie wollten den Ausgleich unbedingt. Die beste Möglichkeit bot sich Flo Heine, aus vollem Lauf jagte er den Ball jedoch klar am Tor vorbei (70.)

„Normalerweise macht er den. Ich glaube, der Ball ist ihm versprungen“, sagte Kodra. Doch auch die Weidenhäuser ließen nicht nach. Yannick Wilke verhinderte mit Glanzparade gegen den eingewechselten Tim Gonnermann das 3:1 (81.), fünf Minuten später knallte dessen Bruder Sören den Ball an die Latte.

Die Upländer gaben weiter Gas, vermochten aber keine hochkarätigen Chancen mehr zu kreieren. In der Nachspielzeit quittierte das aufgerückte Team schließlich den Endstand, als Sören Gonnermann einen langen Ball erlief und kühl verwandelte.

Für Dardan Kodra waren Spielanteile und Chancen soweit ausgeglichen. „Deswegen ist es bitter, dass wir hier 1:3 verlieren.“

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