Leimbach-Debüt als Extra

Abstiegskampf pur: Mengeringhausen erwartet Wildungen zum Gruppenliga-Derby

Zurück im Kader: Dominik Lüdtke (rechts) kam in Körle erstmals nach langer Verletzungspause für Mengeringhausen wieder zum Einsatz. In dieser Szene aus der Vorjahres-Partie stellt sich ihm der Wildunger Anskar Vogel in den Weg.
+
Zurück im Kader: Dominik Lüdtke (rechts) kam in Körle erstmals nach langer Verletzungspause für Mengeringhausen wieder zum Einsatz. In dieser Szene aus der Vorjahres-Partie stellt sich ihm der Wildunger Anskar Vogel in den Weg.

Ein Derby zweier „Krisenteams“ steht im Mittelpunkt des Gruppenliga-Spieltags. Und zwei heimische Teams könnten sich mit Heimsiegen viel Ruhe verschaffen.

„Die Lage spitzt sich zu“, sagt Spielertrainer Andre Gutmann. Kann man so sehen. Seine Mannschaft, der TuSpo Mengeringhausen, ist seit dem 1:3 in Körle der einzige Fußball-Gruppenligist der Staffel 1 mit einstelliger Punktzahl (9). Sie erwartet am Sonntag (15 Uhr) in der SG Bad Wildungen/Friedrichstein den wegen des 4:6 gegen Altenlotheim zweiten großen Verlierer des vergangenen Spieltags.

Vier Spiele, zehn Punkte: Der TSV Altenlotheim hat nach einem „Goldenen Oktober“ in der Tabelle der Fußball-Gruppenliga 1 mit der SG Goddelsheim/Münden gleichgezogen (beide 17 Zähler). Der 14. Spieltag bietet beiden Teams Aussicht auf einen Heimsieg gegen schlechter platzierte Gegner.

Jan Leimbach würzt den Vergleich TuSpo gegen SG mit der Extra-Note: Er gibt an der Hagenstraße sein Debüt als Wildunger Trainer. Womöglich werde der neue Coach den ein oder anderen Spieler der SG zusätzlich motivieren, spekuliert Gutmann: „Das ist ja häufig so.“

Die Personalie beim Gegner weckt beim TuSpo aber nur beiläufiges Interesse. „Wir müssen auf uns schauen“, sagt Gutmann. Der Blick geriet ihm zuletzt ungnädig. „Die zweite Halbzeit in Körle war die schlechteste der bisherigen Saison.“ Zugespitzt formuliert: Die Grün-Weißen nahmen den Abstiegskampf nicht an. Daraus zieht Gutmann diesen Schluss: „Wir müssen mit mehr Galligkeit und Biss zu Werke gehen.“

Bad Wildungen: Neu-Trainer Jan Leimbach ist guter Dinge

Die Partie gegen die Badestädter, mit ihren elf Zählern nicht viel besser dran als die Heimelf, ist für den TuSpo-Coach das erste von noch drei „Endspielen“ der Hinrunde. „Wir müssen gegen jede Mannschaft punkten und gegen Bad Wildungen damit anfangen“, sagt er. Anders als in Körle steht Nico Müller wieder im Kader; noch offen ist, ob Denny Benndorf kann.

Im Restprogramm der Bad Wildunger finden sich vor der Winterpause noch zwei Gegner aus dem Lager der Abstiegskandidaten. Zuletzt boten sie Kontrastprogramm: hier das 2:0 gegen Körle, da das 2:3 in Gilsa und zuletzt das vogelwilde Spiel gegen Altenlotheim. Das Muster zieht sich durch die ganze Hinrunde. „Die Mannschaft hat oft nach Spielen dagestanden und sich gefragt, warum haben wir nicht gewonnen, obwohl wir besser waren“, sagt Neu-Trainer Leimbach. „Wir wollen uns das zukünftig nicht mehr fragen müssen, sondern Zählbares mitnehmen. Dafür werden wir alles in die Waagschale werfen, was möglich ist.“

Leimbach hat am Mittwoch erstmals das Mannschaftstraining geleitet und schildert positive Eindrücke: „Alle ziehen gut mit, alle waren heiß. Wir sind positiv gestimmt auf das Spiel am Wochenende.“ Als einen wichtigen Bestandteil seines Trainerjobs nennt Leimbach die Kommunikation: „Alle sollen mitgenommen und wertgeschätzt werden.“ Sportlich will er die Kompaktheit verbessern: „Das kann man relativ schnell mit Drehen an kleinen Stellschrauben hinbekommen.“

Chance auf ruhige Wochen für Goddelsheim und Altenlotheim

Goddelsheim/Münden – Kirchberg / Lohne / Haddamar. Chancen satt, aber kein Treffer und keinen Punkt: Die SG musste nach dem 0:3 in Hertingshausen Wunden lecken. Vor allem Mirco Grosche. Der Torjäger vergab vom Punkt aus. Trainer Jens Fresen sieht ihm das nach. „Ein Elfer kann immer schiefgehen, und wenn man wie Mirco bestimmt 15 Stück in Folge versenkt, dann darf auch mal einer nicht rein gehen. Blöd war für uns nur, dass es das wichtige 1:1 gewesen wäre.“

Gegen „Ki/Lo/Ha“ wollen es die Lichtenfelser besser machen. Irgendwie müssen sie es auch, denn der Gast weist als Rang-13. nur vier Punkte weniger vor als sie. Dass Spielertrainer Paul Graf und die Seinen auswärts noch nichts auf die Kette bekommen haben (0 Punkte/4:18 Treffer), findet Fresen nett, nichts weiter. „Kirchberg muss gewinnen, wir ebenso, daher sind die Voraussetzungen für das Spiel geklärt“, sagt er. Und: „Gibst du nicht Vollgas und machst zu viele individuelle Fehler, dann verlierst du.“

Beim Personal will Fresen wie zuletzt meistens das Abschlusstraining für endgültige Aussagen abwarten. Er hoffe, dass wieder einzelne hinzukämen. Eine Konstante gibt es: Benni Wendel, Kevin Vesper, Steffen Butterweck und Max Steger fallen aus.

Verletzt in die Winterpause: Manuel Neuschäfer (Altenlotheim) hat sich den Arm gebrochen.

Altenlotheim – Neuental/Jesberg. Fünf Pflichtspiele, den Kreispokal eingerechnet, nicht verloren, dazu in Wildungen mit 6:4 gewonnen: Am Oberbach ist die Lage gut. Mit einem „Dreier“ über Neuental/Jesberg wäre sie noch besser, aber ein Selbstläufer ist die Partie nicht, warnt Spielertrainer Robin Wissemann: „Es gilt am Sonntag, alles in die Waagschale zu werfen (...). Wir wollen versuchen Fußball zu spielen, denn dann sind wir stark und kreieren viele Chancen, aber dafür brauchen wir Mut.“

Die Gäste sind als Tabellenelfter vier Plätze hinter dem TSV angesiedelt, allerdings mit nur drei Zählern Rückstand. Die Mannschaft von Trainer Andre Husse hat im Oktober sieben Punkte aus drei Spielen aufs Konto gepackt, also ebenfalls einen Lauf. Über ihre Qualitäten weiß Wissemann wenig. „Den Gegner kenne ich nur von Erzählungen, ein Spiel habe ich noch nicht gesehen“, sagt er. „Aber wir schauen im Heimspiel sowieso auf uns und wollen unser Spiel durchdrücken.“

Beim TSV schmerzt die schwere Verletzung von Mittelfeldorganisator Manuel Neuschäfer; im Derby hat er sich den Arm gebrochen. Er müsse eventuell operiert werden und habe sicher Winterpause, so Wissemann. Immerhin rückt Markus Dippel wieder in den Kader; noch für ein Spiel fehlt Fabian Erber. (dv/mn/bb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.