Fußball

Adrian Bravo Sanchez, der hilfsbereite Löwen-Kicker

Tolle Geste: Adrian Bravo Sanchez und der Zettel, auf dem sein Hilfsangebot steht.
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Tolle Geste: Adrian Bravo Sanchez und der Zettel, auf dem sein Hilfsangebot steht. Fotos: Dieter Schachtschneider

Adrian Bravo Sanchez, Mittelfeldspieler des Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel, bietet Nachbarn seine Hilfe an.

Adrian Bravo Sanchez ist eines ganz wichtig: Er war es nicht, der sich an unsere Zeitung gewandt hat, um von seinem Angebot zu erzählen. Es war vielmehr ein aufmerksamer Mensch, der das Foto eines Zettels, den der 26-Jährige geschrieben hatte, per WhatsApp einer Redakteurin sendete. Dabei kann der Mittelfeldspieler des Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel eigentlich stolz sein, bleibt aber bescheiden.

Der Zettel, den Bravo Sanchez in seiner Nachbarschaft aufhängte, ist ein Angebot. Ein Angebot an Menschen, die durch das Coronavirus gefährdet sind. Der 26-Jährige möchte helfen, für diese einkaufen und mit dem Haustier spazieren gehen. Der Anlass hat dabei auch mit der eigenen Betroffenheit zu tun.

„Ich habe diesen Zettel aufgehängt, als wir nicht mehr spielen und trainieren durften. Das erste Mal habe ich von einer solchen Sache aus Spanien gehört. Meine Familie stammt aus Spanien, ein großer Teil lebt dort, in Malaga und Villarreal. Das Land ist extrem betroffen. Ein Freund aus Spanien hat einen Zettel mit einem solchen Angebot in unsere WhatsApp-Gruppe geschickt“, erzählt Bravo Sanchez. In Spanien bleiben seine Großeltern zuhause, Onkel und Tanten kaufen für sie ein und erledigen die Wege. Für Bravo Sanchez war aber klar: Er möchte auch helfen.

„Ich finde es richtig gut, dass so viele Menschen momentan ihre Unterstützung anbieten. Der Block 30 hat ja auch eine Aktion gestartet, einige meiner Mitspieler wollen auch helfen“, sagt er. „Wenn ich selbst etwas machen kann, dann würde ich das gerne tun. Ich möchte nicht zuschauen, wie ältere oder kranke Menschen sich einem Risiko aussetzen. Das muss nicht sein.“

Allein: Gemeldet hat sich nach fast drei Wochen noch niemand bei ihm. „Ich kenne meine Nachbarn, wie man seine Nachbarn eben so kennt. Man grüßt sich, quatscht kurz. Also normalerweise. Ich weiß, dass zwei ältere Menschen bei mir im Haus leben. Mit einem älteren Herren habe ich gesprochen, aber der hatte jemanden, der für ihn die notwendigen Wege übernimmt“, sagt Bravo Sanchez.

Sein Angebot besteht aber weiterhin. So lange, bis diese Situation überwunden ist. Und auch wenn sich noch niemand gemeldet hat und Hilfe haben wollte, Rückmeldungen hat der 26-Jährige schon einige bekommen. Zunächst von Mitarbeitern eines Bistros in der Nähe seiner Wohnung, die den Zettel gesehen haben. Und auch direkt auf diesem haben Menschen Kommentare hinterlassen. „Respekt! Nur so geht’s! Toll!!!“, steht da. Und vom DHL-Boten gab es ein „Supi“. Ein Pärchen sei seinem Beispiel gefolgt und habe auch Hilfe angeboten, sagt Bravo Sanchez. Was ihm fast schon wieder unangenehm ist. Er ist eben bescheiden.

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