1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball regional

Einer hat schon das Double: Ein Routinier und ein Jungspund vor dem Pokalfinale

Erstellt:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Weiß wie feiern geht: Lukas Beil (rechts) mit den Korbacher Teamkollegen Steffen Emde und Andre Mohr nach dem Gewinn der Meisterschaft in Adorf
Weiß wie feiern geht: Lukas Beil (rechts) mit den Korbacher Teamkollegen Steffen Emde und Andre Mohr nach dem Gewinn der Meisterschaft in Adorf. © Artur Worobiow

Viele Geschichten ranken sich um den Waldecker Pokal und seine Endspiele. Auch um das am Pfingstsamstag zwischen dem TSV/FC Korbach und dem TuS Bad Arolsen.

Der KOL-Meister 2022 kann erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Pott holen – im dritten Anlauf. Der KOL-Meister 2012 könnte mit zehn Jahren Anlauf seiner Pokalsammlung eine Trophäe hinzufügen. Schon 2011 und zweimal in den Jahren davor waren die Arolser Waldecker Pokalsieger. 2012 kamen sie aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: Nach der Meisterschaft folgte der Pokaltriumph in Höringhausen mit einem 4:1 gegen den SV Ittertal. Drei Toren gingen seinerzeit auf das Konto von Sergej Geronimei.

Drei Spieler des TuS, die damals schon dabei waren, stehen auch heute beim Finale in Basdorf (17 Uhr) im Kader der Nordwaldecker: Andreas Paskal, der auch schon bei den Erfolgen 2008 und 2009 mitwirkte, Artur Berger und Alexander Dotz, der 2011 und 2012 mitfeierte. Heute soll sich für ihn ein Kreis schließen: Es ist sein letztes Spiel für Arolsen.

Alexander Dotz: Ein Pott zum Abschied

Dotz will seine Schuhe mit 34 an den Nagel hängen, nachdem er in der zweiten Saisonhälfte nach einer Leistenverletzung fast durchweg angeschlagen war, den ganzen April ausgesetzt hat und zum Pokal-Halbfinale auch nichts beitragen konnte. „Mein Körper sagt: Lass es besser“, meint Dotz, der im Zentrum der Abwehrreihe die Geschicke der Bad Arolser lenkt – und auch manchen jungen Mitspieler.

Als Motivator sieht er sich diesmal nicht gefordert. „Vielleicht muss ich eher die Jüngeren beruhigen und darauf einwirken, dass sie sich vom ganzen Drumherum nicht so verrückt machen lassen“, meint Dotz. Seine Erinnerung an das Finale 2012: „Irgendwann bist du so fokussiert aufs Spiel, dass du die Atmosphäre nicht mehr wahrnimmst.“

Wusste schon vor zehn Jahren, wie feiern geht: Alexander Dotz (rechts) vom TuS Bad Arolsen, hier im Ligaspiel gegen Ionut Lixandru (FSG Buchenberg). FOTO: bb
Wusste schon vor zehn Jahren, wie feiern geht: Alexander Dotz (rechts) vom TuS Bad Arolsen, hier im Ligaspiel gegen Ionut Lixandru (FSG Buchenberg). © bb

Der Arolser hofft, dass die Jungspunde beim TuS, für die es das erste Karriere-Highlight ist, mit der Situation umgehen können. „Vielleicht ist es für die jungen Spieler gut, dass wir die beste Rolle haben, die du für solch ein Spiel kriegen kannst: Wir können nur gewinnen“, stuft Dotz die Kräfteverhältnisse ein. Wobei er die Sache mit den Nerven und dem Druck für kein spezielles Problem der jungen Spieler hält: „Ein Pokalfinale ist für alle eine besondere Situation.“

Klar ist das Endspiel auch für den TSV/FC Korbach und Lukas Beil etwas Besonderes. Als Alexander Dotz sein erstes Pokalfinale spielte, wusste der heutige zentrale Mittelfeldspieler der Korbacher vielleicht noch gar nicht, was Waldecker Pokal ist – Als E-Junior des TSV Frankenau war er ja im Südkreis zu Hause. Seit fünf Jahren ist Beil, dessen Vater Thorsten Co-Trainer von Uwe Tenbusch ist, nun beim TSV/FC. Und hat mit 18 dort sein erstes Pokalerlebnis zu verarbeiten gehabt – 1:3 gegen die SG Höringhausen im Endspiel 2021.

Lukas Beil: „Ich glaube, wir sind jetzt dran“

Beil, bei dem „die Vorfreude überwiegt“, glaubt nicht, dass das noch sehr in den Köpfen herumspukt bei den Korbachern. „Die Mannschaft, die in Basdorf auf dem Platz steht, ist eine ganz andere als die, die in Anraff spielte“, sagt der Abiturient. Und meint damit nicht, dass der Kader sich komplett geändert hat, sondern „vom gesamten Auftreten her, von der Einstellung und vom Mind-Set her“.

Generell sieht er die vielen jungen Spieler im Korbacher Dress als längst etabliert. „Das Alter ist bei uns kaum noch ein Kriterium für die Startelf“, so Beil, der selbst bis auf zwei Ausnahmen immer mit eingelaufen ist.

Für sich persönlich und fürs Team will sich Beil heute die „bombastische Rückrunde“ krönen. „Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich, teils bei Mistwetter, auf der Hauer verbracht habe um für den Erfolg zu arbeiten. So wie die anderen auch. Ich glaube, wir sind jetzt dran.“ (Dirk Schäfer)

Lesen Sie auch: Die Lage bei beiden Teams vor dem Männer-Finale
Korbach und Anraff sind heiß aufs Spiel des Jahres

Auch interessant

Kommentare