"Grund zum Wechseln hatte ich nie"

Mit 49 wieder im Tor: André Dünkel spielt seit 43 Jahren für Tuspo Nieste

Auch im gesetzten Fußballeralter voll auf der Höhe: Schlussmann André Dünkel spielt seit 43 Jahren für die Niester.
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Auch im gesetzten Fußballeralter voll auf der Höhe: Schlussmann André Dünkel spielt seit 43 Jahren für die Niester.

Mit 49 Jahren im Tor eines Fußball-Kreisoberligisten? Geht. Wie André Dünkel vom Tuspo Nieste erst am Sonntag beim 3:2-Heimsieg über den TSV Rothwesten II bewies. Wir stellen ihn vor. 

Außergewöhnliche fußballerische Leistungen bietet Nieste, verständlich für einen Aufsteiger, in der Kreisoberliga nicht. Spitze aber ist der Tuspo in Bezug auf seine Torhüter. Vor dem Heimspiel gegen Rothwesten II standen bei zwölf Partien fünf verschiedene Keeper zwischen den Pfosten. Und weil diesmal keiner von ihnen zur Verfügung stand, war guter Rat teuer. Doch die Lösung lag nah.

Denn André Dünkel, obschon im gesetzten Fußballeralter, verfügt über die nötige Fitness. Ständig ist er im Training dabei, macht Extra-Einheiten mit den etatmäßigen Schlussmännern („Das gab es früher alles nicht. Da bekamst du nur 500 mal aufs Tor gefackelt“) und steht regelmäßig bei den Altherren im Kasten.

Mit 49 Jahren immer noch aufgeregt

Zwar hatte er mit diesen am Samstag bereits gegen Türkgücü gespielt – und gewonnen. Dennoch musste er nicht lang überlegen, als die Anfrage für den Sonntag kam. „Ich habe mir das schon zugetraut, bin ja erfahren genug. Trotzdem bin ich natürlich froh, dass alles gut gegangen ist.“ Aufgeregt war er trotz aller Routine: „Wenn ich vor dem Spiel nicht mehr nervös wäre, würde ich aufhören. Ich konnte auch morgens nichts essen.“

Extra gefeiert hat er mit dem Team seinen erfolgreichen Einsatz nicht. „Wir bekamen wie üblich ein Essen und haben zusammengesessen. Aber eine Kiste Bier von mir ist trotzdem noch fällig.“ Auch die beiden Gegentore schmerzen nicht. „Die Jungs haben mir keine Vorwürfe gemacht, dass die Null nicht stand“, scherzt Dünkel. 

Dabei weist er bei den Altherren mit nur sechs Gegentreffern, darunter drei Elfmeter, eine starke Bilanz auf. Und das, obwohl er mit 1,70 Meter nicht unbedingt die Idealgröße eines Torhüters hat. „Das ist aber auch nicht so wichtig. Alex Bartuli hat ja mit nur zwei Zentimetern mehr immerhin in Lohfelden Oberliga gespielt.“

Zumal die Niester dank Dünkels Hilfe einen wichtigen Sieg einfuhren. Gefordert wurde er kaum. Einmal zeichnete er sich immerhin aus, als TSV-Spielertrainer Andreas Geisler vor ihm auftauchte. Schnell war der 49-Jährige unten und ließ den Angreifer nicht an sich vorbeiziehen.

Einmal Tuspo, immer Tuspo 

Fragt man Dünkel, für welche Vereine er in seiner langen Laufbahn schon gespielt hat, muss er nicht lange nachdenken. „Nur für einen, und das seit 43 Jahren. Grund zum Wechseln hatte ich nie.“ 

Wie oft er beim Tuspo das Tor hütete, vor vielen Jahren auch schon einmal in der Kreisoberliga, weiß Dünkel nicht genau. „Ich bin einmal geehrt worden für 500 Spiele. Jetzt müssten es weit über 700 sein“, schätzt er. Die 800 liegen also in Reichweite. Vor allem, wenn die Torwartmisere des Tuspo anhält.

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