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Angst in positive Energie umwandeln: SG Bad Wildungen und Mengeringhausen helfen nur noch Siege

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Wildunger Torjubel: Den wünschen sich die Badestädter im Spiel gegen den FC Homberg - am liebsten mehrfach. Das Bild zeigt SG-Torschütze Toni Duwe im Hinspiel.
Wildunger Torjubel: Den wünschen sich die Badestädter im Spiel gegen den FC Homberg - am liebsten mehrfach. Das Bild zeigt SG-Torschütze Toni Duwe im Hinspiel. © Worobiow

Korbach – Die Abstiegsangst geht in Mengeringhausen und Bad Wildungen um. Aber gerade Angst ist in solchen Momenten ein schlechter Ratgeber, um die Gruppenliga zu halten. en.

Die SG Bad Wildungen/Friedrichstein muss morgen (15.30 Uhr) beim mitabstiegsbedrohten FC Homberg antreten und der TuSpo Mengeringhausen braucht einen Dreier in der Auswärtspartie (16 Uhr) in Melsung. Der TSV Altenlotheim tritt bei der SG Brunslar/Wolfershausen an.

Homberg – Bad Wildungen/Friedrichstein (Hinspiel: 2:2). Es ist nur gefühlt ein Endspiel. Selbst eine Niederlage der Wildunger in Homberg muss nicht den Abstieg bedeuten. Dennoch bezeichnet auch SG-Trainer Jan Leimbach diese Partie als ein Endspiel. Und vor solchen Begegnungen sollte vor allem der Stimmungspegel im Team auf dem Level „eingeschworene Gemeinschaft“ stehen. Danach sah es nach dem jüngsten 0:4 gegen Baunatal nicht aus, aber der 26 Jahre alte Trainer appellierte in dieser Woche noch einmal an den Teamgeist in seiner Mannschaft. „Alle Spieler waren im Training, sogar Jan Cramer ist extra aus Gelsenkirchen angereist und danach wieder zurückgefahren. Wir haben sehr intensiv und von der Atmosphäre her, auch sehr laut trainiert.“

Der Coach hat bei seinen Kickern gegen Baunatal vor allem das Spiel im letzten Drittel kritisiert, weil sie sich kaum Torchancen erarbeitet haben. Aber die große Taktiktafel will Leimbach vor den zwei finalen Spielen gegen Homberg und Felsberg nicht mehr aufstellen. „Wir trainieren nur noch Spielformen, bei denen es zur Sache geht, mit vielen Zweikämpfen und Torabschlüssen, damit jeder Spieler noch einmal positive Erlebnisse vor dem Tor hat.“

Der Coach hofft, dass seine Mannschaft schnell ihre Stabilität finden wird, denn das sei die Grundlage für alles weitere. „Alle Siege haben wir nur über Geschlossenheit und Teamspirit geholt“, betont der Coach, der im Laufe der Woche auch viele Einzelgespräche geführt hat. Bei der SG fehlt der gelb-rot-gesperrte Johannes Süring.

Melsungen – Mengeringhausen (5:2). Erst Melsungen, dann Mengsberg: Der Tabellenlogik nach hat der TuSpo das schwerste Restprogramm der vier Teams auf den Plätzen 12 bis 15. Spielertrainer Andre Gutmann glaubt jedoch, dass es etwa die SG Bad Wildungen in Homberg nicht leichter haben werde. Genauso gut kennt Gutmann die Rückrundentabelle; sie führt den MFV auf Platz zwei. „In Melsungen hängen die Trauben ziemlich hoch“, sagt er. Zumal Trainer Peter Wefringhaus angekündigt hat, bis zum Schluss Dritter im Ranking bleiben zu wollen. Doch ist egal, wie der Gegner heißt und wo er steht – die Mengeringhäuser müssen punkten, wenn sie die Liga halten möchten.

Gutmann denkt an ein Geduldsspiel, in dem die Gäste wie in den letzten fünf Spielen mit nur drei Gegentoren dem Gegner wenig Torszenen gestatten wollen, um dann bei Gelegenheit selbst zu treffen. Dabei fehlen Kevin Jäger und Pascal Löhndorf (Dienst) sowie Denny Benndorf (privat).

Offen zudem, ob Dominik Lüdtke (Infekt) auflaufen kann; ein gesundheitliches Risiko möchte Gutmann nicht eingehen. „Wir werden eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz haben“, sagt er tapfer, „um mit ein bisschen Glück die drei Punkte zu entführen.“

SG Brunslar/Wolfershausen - TSV Altenlotheim (3:1). Das letzte Auswärtsspiel der Gruppenliga-Saison führt den TSV Altenlotheim am Samstag zur SG Brunslar/Wolfershausen. „Zu punkten wäre natürlich schön“, sagt Spielertrainer Robin Wissemann. Zumal er ganz gern das 1:3 aus dem Hinspiel geraderücken würde.

Bei der SG aus dem Altkreis Melsungen haben die Altenlotheimer seit 2014 nicht mehr gewonnen. Dass der Gegner zuletzt mit 0:5 in Mengeringhausen unterlag, hat Wissemann überrascht: „Abschalten sollte man nach dem Klassenerhalt natürlich nicht, aber unterbewusst spielt das vielleicht auch eine Rolle“, sagt er. Personell zeichnet sich eine leichte Entspannung im Kader des TSV ab ab, denn mit Fabian Erber gibt es in der Offensivabteilung wieder eine weitere Alternative. (rsm/mn/bb)

Fünf Szenarien zum Abstiegskampf

Kann schon am Samstag der Abstieg in der Gruppenliga 1 entschieden sein? Kommt darauf an. Da mit FC Homberg (35 Punkte), TuSpo Mengeringhausen, SG Bad Wildungen/Friedrichstein (jeweils 33), FC Körle (30) sowie – rechnerisch – auch FV Felsberg (28) fünf Mannschaften noch den sicheren Tabellenplatz 13 anstreben, gibt es viele denkbare Szenarien. Wir stellen eine Auswahl vor, schicken aber noch Bemerkungen voran.

Aus eigener Kraft können nur Homberg und Mengeringhausen das Bleiberecht erreichen. Eine Rolle könnten die direkten Vergleiche spielen: Der TuSpo ist im Vorteil gegenüber Wildungen und Felsberg, aber im Nachteil gegenüber Körle und Homberg. Bad Wildungen ist mit Körle gleich (zweimal remis), mit Homberg entscheidet sich die Sache morgen, mit Felsberg am 11. Juni, wenn der FV nach Altwildungen kommt. Je nach Lage der Dinge hält der Spielplan eine zweite Pointe bereit: Zum Finale fährt Homberg nach Körle. Mengeringhausen hat im TSV Mengsberg auf jeden Fall einen Gegner ohne Sorgen zu Gast.

Um die Sache auf die Spitze zu trieben: Auch die SG Kirchberg/Lohne (27 Punkte) kann den Abstieg theoretisch noch abwenden. Strohhalm des Schlusslichts: Dass es am Ende punktgleich mit Bad Wildungen auf den Plätzen 13 und 14 steht, dann es wäre wegen des besseren Direktvergleichs weiter in der Liga dabei.

Szenario 1: Beide Waldecker Mannschaften gewinnen. Dann wäre Felsberg so oder so abgestiegen, ebenfalls der FC Körle, wenn er nicht gewinnt. TuSpo, SG und Homberg würden am letzten Spieltag den freien Platz unter sich ausmachen.

Szenario 2: Die Waldecker Teams holen jeweils einen Punkt. Dann wären sie gemeinsam mit Homberg weiter im Topf. Wildungen hätte gegen Felsberg eventuell eine Endspiel , wenn der FV morgen gegen Neuental gewinnt. Körle wäre rechnerisch durch einen Punktgewinn morgen in Baunatal weiter dabei.

Szenario 3: Beide Waldecker verlieren. Dann wäre Homberg gesichert. Die Aktien von Körle und Felsberg würden steigen, wenn beide am 31. Spieltag siegen.

Szenario 4: Der TuSpo gewinnt, Bad Wildungen verliert. Dann wäre die SG abgestiegen, ebenso Felsberg; Mengeringhausen wäre sicher, wenn Körle nicht gewinnt.

Szenario 5: Bad Wildungen gewinnt, der TuSpo verliert. Dann würde der SG am letzten Spieltag so oder so ein Punkt reichen, da sie auf alle Fälle Homberg und TuSpo oder Körle und TuSpo hinter sich ließe (Felsberg sowieso). Mengeringhausen könnte es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen. mn

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