Fußball-Verband steht dennoch unter Druck

Arminia zieht Klage gegen NFV zurück

Jürgen

HANNOVER. Der Landesligist Arminia Hannover und der Bezirksliga-Klub STK Eilvese sind mit ihren Klagen gegen den Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) gescheitert. Arminia machte gestern vor dem Landgericht Hannover einen Rückzieher, will den Verband aber nun auf der Ebene der Sportgerichtsbarkeit verklagen.

Der Oberliga-Absteiger fordert vom NFV Auskunft über die Gründe, weshalb Kickers Emden im vorigen Sommer im zweiten Anlauf die Zulassung für die Oberliga erhalten hatte. Die Emder mussten wenige Monate später einen Insolvenzantrag stellen, das Verfahren gegen den mit rund 2,8 Millionen Euro verschuldeten Traditionsverein ist aber noch nicht eröffnet.

Die Beschwerde des STK Eilvese, dessen Männer-Team im Vorjahr der Landesliga-Aufstieg verwehrt wurde, weil der Verein nicht genügend Jugendmannschaften melden konnte, hat keine Erfolgsaussichten. Das deutete der Richter vor der Entscheidung am 7. Februar an.

Eilvese hatte argumentiert, der entsprechende Paragraph sei wettbewerbswidrig. Das sah das Landgericht nicht so. Es sei ein legitimes Anliegen des NFV, die Jugendarbeit zu fördern. Der Anhang 3 der NFV-Spielordnung, der den Aufstieg einer Herren-Mannschaft in die Landesliga mit der Existenz eines Jugendteams im Verein verknüpft, sei deshalb keine unangemessene Benachteiligung.

Rechtsanwalt Jürgen Scholz, ehemals Spieler und Präsident von Arminia Hannover, vertrat in beiden Fällen die Interessen der Vereine. Wie man gegen den Fußballverband erfolgreich klagt, weiß Scholz ganz genau. 2003 startete Arminia Hannover in der Oberliga mit dem Werbeschriftzug „Kanzlerstadt“ auf der Hose. Gegen das Verbot des NFV klagte Scholz durch vier Instanzen, zuletzt beim Landgericht, das die Popo-Werbung schließlich erlaubte. Auch der Oberligist RSV Göttingen 05 spielt seit einigen Jahren mit Werbung für einen Sanitärbetrieb auf der Hose. (rwx/dpa) Foto: nh

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