Auch in Niedersachsen soll Saison im September fortgesetzt werden

Bayerisches Modell im Amateur-Fußball auch für Hessen?

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Nichts los: Wie auf allen Sportplätzen ruht auch auf der Jahnkampfbahn in Kassel derzeit der Fußball.

Wie geht es mit der Saison weiter? Diese Frage stellen sich Amateurfußballer deutschlandweit. Die Entscheidung fällen die einzelnen Landesverbände, und die gehen mit unterschiedlichen Strategien vor. Während Bayern und Niedersachsen mit dem Plan vorgeprescht sind, die Saison bis zum 31. August einzufrieren, hält sich der Hessische Fußball-Verband bedeckt.

Für den Bayerischen Fußball-Verband gab es am Wochenende Rückenwind. Dieser hatte seine 4348 Vereine über sein Vorhaben abstimmen lassen. Zwei Drittel der Klubs stimmten zu, dass die unterbrochene Saison 2019/20 bis zum 31. August ausgesetzt und wenn möglich dann ab 1. September zu Ende gespielt wird. Das soll für den kompletten Spielbetrieb bei Frauen und Männern (von der Bayernliga abwärts), Juniorinnen und Junioren gelten.

„Die Entscheidung trifft jetzt natürlich der Vorstand als statuarisch rechtsverbindlich beschließendes Organ“, sagte Präsident Rainer Koch: „Das steht ebenso außer Frage wie die Tatsache, dass wir uns nochmals sehr intensiv beraten werden.“ Allerdings sei der Verband davon überzeugt, dass dieses Modell die beste Lösung ist.

Das glaubt auch der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV). Dessen Vorschlag sieht – sofern die behördlichen Anordnungen dies erlauben – eine Fortsetzung der Saison in allen NFV-Ligen zwischen dem 15. August und 1. September vor. Jetzt sollen die 2600 Vereine befragt werden. Die finale Entscheidung soll mit allen 42 Kreisvorständen Mitte dieser Woche getroffen werden.

Und wie sieht es in Hessen aus? Der HFV gab am Sonntag eine Pressemitteilung heraus, in der Präsident Stefan Reuß sagt, dass über allen Überlegungen die Gesundheit der Beteiligten stehe: „Daher bleibt es auch dabei: Nachhaltigkeit und Sicherheit der Entscheidungen geht vor Schnelligkeit.“

Der Verband müsse zunächst behördliche Entscheidungen abwarten, bis er die eigenen treffen könnte. Konkret heißt das: Die Landesregierung müsse erst definieren, was Großveranstaltungen sind, die ja bis zum 31. August verboten sind. Und: Der HFV wartet das Gespräch der Ministerpräsidenten am 30. April ab. Dort werde auch über das Thema Sportveranstaltungen gesprochen. „Erst dann wird Klarheit herrschen, was auch mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb im Fußball passiert“, heißt es in der HFV-Mitteilung. Zudem verwies Reuß auf derzeit geltende Verbote: „Wir müssen unser Augenmerk immer darauf lenken, dass die Kontaktsperren und die Abstandsgebote behördlich zuerst mal aufgehoben werden müssen.“ Der Verbandsvorstand will am 2. Mai über das weitere Vorgehen beraten.

Für Verwirrung sorgte eine am selben Tag verschickte E-Mail von Gerd Schugard, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses, an alle Unparteiische der Hessen- und Verbandsligen. Dort schreibt er: „Es ist davon auszugehen, dass vor dem 31. August kein Spielbetrieb unterhalb der Dritten Liga stattfinden kann.“ Zudem sei ein Abbruch beziehungsweise eine Annullierung der Saison unwahrscheinlich – unter anderem aus haftungsrechtlichen Gründen. Es sei auszuschließen, dass bei einer Fortsetzung die Saison 2019/20 vor dem 31. Dezember abgeschlossen werden kann. Daher müssten in 2021 Partien der aktuellen Spielzeit stattfinden. „Aus diesem Grund wird in den Regionalverbänden derzeit die Frage diskutiert, ob das Spieljahr 2020/21 ersatzlos gestrichen werden soll. Der geregelte Spielbetrieb würde dann erst wieder ab dem 1. Juli 2021 mit dem Spieljahr 2021/2022 aufgenommen“, heißt es in seinem Schreiben.

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