Fußball-Bezirksliga: Kurioses Spiel des Tuspo Weser Gimte

Behrens‘ Prophezeiung wird beim 5:4 wahr

Gefahr im Gimter Strafraum: Tobias Schreer (links) versucht den Osteröder Steffen Kobrig zu bremsen. Torhüter Maximilian Zunker kann den Ball nicht sichern. Zum Glück vergibt Kobrig anschließend die Großchance vor dem leeren Tor. Fotos: Brandenstein

Hann. Münden. Die Zuschauer am Rattwerder sahen am Sonntagnachmittag eine kuriose Partie der Fußball-Bezirksliga: Nach einem 0:2-Rückstand gewann der Tuspo Weser Gimte gegen Dostluk Spor Osterode noch mit 5:4 (3:2).

„Man hat heute wieder viel Positives aber auch einiges Negatives sehen können“, wusste Gimtes Trainer Matthias Weise nach dem Abpfiff nicht genau, ob er lachen oder weinen sollte. Nach einer 4:2-Führung hatte seine Mannschaft in Überzahl zunehmend die Disziplin in der Defensive vergessen, weshalb die Gäste trotz Unterzahl noch zwei Treffer erzielen konnten. Hätte Ervin Glogic in der ersten Minute der Nachspielzeit nicht per sehenswertem Schlenzer ins lange Eck das fünfte Gimter Tor erzielt, hätte der Tuspo sogar noch die Punkte teilen müssen. Das wäre angesichts der vielen vergebenen Großchancen vom Gefühl her einer Niederlage gleichgekommen.

Doch dazu kam es glücklicherweise nicht. In erster Linie deshalb nicht, weil die Moral der Gimter absolut intakt ist. Die zwei Gegentreffer der spielstarken Osteröder bis zur 22. Minute schienen die Gastgeber enorm anzustacheln. Jeder Akteur zeigte jetzt großen läuferischen Einsatz und Mut in den Zweikämpfen. Durch die Rückkehr von Dennis Behrens ins Team besaß der Tuspo nun auf beiden Außenbahnen die deutlich stärkeren Akteure. Sowohl Behrens als auch sein Gegenüber Toni Pietri waren an zahlreichen gelungenen Aktionen beteiligt und steuerten jeweils einen Treffer bei. Später erhielten sie während ihrer Auswechslungen viel Applaus von der Tribüne.

Behrens und Kai Armbrust per Abstauber hatten zum 2:2 ausgeglichen. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff setzte Hendrik Scharfens Hackentor des Tages noch einen drauf. Ein Tor, das Dennis Behrens zu dem Ausspruch trieb: „Und wenn die vier schießen – dann schießen wir eben sechs!“ Er konnte nicht ahnen, wie sehr seine freudigen Worte einer Art Prophezeiung gleichkommen sollten.

Mit dem 4:2 direkt nach Wiederanpfiff, als Pietri seinen eigenen, nach vorn abgewehrten, Gewaltschuss im 16er wieder aufnahm und in die Maschen setzte, schien alles klar zu sein. Zumal Rahal Gelb-Rot sah und vom Platz musste.

Nachlässigkeiten bei Osteröder Kontern verbunden mit einer ausgeprägten Verschwendungssucht der Platzherren vor dem Gästetor machten es aber noch mal spannend. Sechs Tore benötigte der Tuspo zwar nicht mehr. Aber beim Topspiel in Nörten sollten sich alle Gimter bewusst sein, dass sie sich solche Nachlässigkeiten dann nicht leisten können. Tuspo Gimte: Zunker - Wedel, Kilian, Schreer, Sopko (68. Bock) - Pietri (81. Chittano), Glogic, Franke, Behrens (86. N. Schmitz) - Scharfen, Armbrust. SR: Ficks (Holtensen) Tore: 0:1 Kobrig (20.), 0:2 Rahal (23.), 1:2 Behrens (25.), 2:2 Armbrust (33.), 3:2 Scharfen (45.), 4:2 Pietri (46.), 4:3 Cichon (87.), 5:3 Glogic (90.+1), 5:4 Cichon (90.+2).Gelb-Rot: Rahal (Oster./60.)

Von Manuel Brandenstein

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