Werrataler wollen sich nicht unterkriegen lassen – Gimter feiern lautstark

„Haben noch alles in der Hand“

Zerknirschte Miene: Die Werrataler Bahattin Savran (l.) und Sven Holzschneider hatten Diskussionsbedarf. Foto: Brandenstein

Hann. Münden. Werratals Trainer Thomas Hellmich hatte es nach dem Abpfiff nicht leicht, um sich am Rande des Spielfelds bei seiner Mannschaftsansprache Gehör zu verschaffen. Ausgelassen feierten die Gimter auf der anderen Seite des Platzes vor der Tribüne ihren Erfolg. Sogar über die Platzlautsprecher wurden Siegesgesänge angestimmt, Fans hatten grüne Bengalos gezündet, und schließlich schallte der Hit „An Tagen wie diesen“ der Punkrocker Die Toten Hosen über den Rattwerder.

Die Gimter Mannschaft hatte schnell rote T-Shirts übergestreift. Auf der Vorderseite war „Derbysieger“ aufgedruckt. „Das haben wir eigentlich nur gemacht, weil sich die Werrataler vor zwei Jahren nach ihrem Sieg gegen uns ebenfalls so etwas besorgt hatten“, erklärte Gimtes Danny Willert. Damals, so Willert, habe man „Landesliga-Aufsteiger-Besieger“ lesen können.

Gefeierter Mann des Tages war Gimtes Mittelfeldspieler Hendrik Scharfen, der beide Tore erzielt hatte und jetzt zehn Saisontreffer auf dem Konto hat. Der 22-Jährige meinte: „Viel besser als wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, geht es nicht. Wir haben vor allem super gestanden und Ruslan Wagner aus dem Spiel genommen.“ Allzu euphorisch aufgrund von nur noch sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze (falls man am Mittwoch gegen Lenglern gewinnt) wollte er aber nicht werden: „Es wäre jetzt überheblich, vom möglichen Aufstieg zu sprechen. Aber wir wollen in jedem Spiel zeigen, dass wir mit unserem mittlerweile wieder fast kompletten Kader eigentlich Landesliga spielen können. Wenn die anderen ihre Hausaufgaben nicht machen, werden wir da sein.“

Werratals Boris Schuster war zur zweiten Halbzeit als zusätzlicher Sechser ins Mittelfeld eingewechselt worden. Die Gäste spielten von da an nur noch mit drei Verteidigern. Zwar ließ die SG nun weitaus weniger Chancen zu, doch Schuster ärgerte sich vor allem über die erste Halbzeit: „Da haben wir Angsthasenfußball gespielt und Gimte viel zu große Räume geboten. Trotzdem haben wir noch alles selbst in der Hand.“

Über die angesprochenen Räume freute sich besonders Tuspos Spielmacher Ervin Glogic. „Mir hat heute richtig was gefehlt“, spielte er auf seine ungewohnten Freiheiten in der ersten Halbzeit an. Glogic spielte einen Zuckerpass nach dem anderen. Lediglich mit der Verwertung haperte es. Als er Quentin auf die Reise geschickt hatte, riss Glogic schon zum Jubeln die Arme nach oben, doch Sven Holzschneider im SG-Kasten parierte prächtig. Dann ein Pass auf den durchstartenden Behrens. Diesmal rettete Holzschneider in Manier von Manuel Neuer weit vor dem Strafraum.

Diese Szenen spukten auch Werratals Marc Glatter nach dem Spiel noch im Kopf herum. „Ich weiß auch nicht“, meinte er, „Gimte spielt gegen uns immer wie aufgeputscht. Ich selbst hatte heute so wenige Chancen wie lange nicht. Jetzt müssen wir aufpassen, denn am Donnerstag beim SC Hainberg wird es schwer.“

Von Manuel Brandenstein

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