Pause für den Überflieger Wagner

Der Überflieger wurde ausgebremst: Ruslan Wagner muss einige Wochen pausieren. Foto: Schröter

Hedemünden. Mit 21 Treffern in 15 Saisonspielen steuerte Ruslan Wagner auf einen neuen Torrekord in der Fußball-Bezirksliga 4 zu. Jetzt ist er verletzt.

Mit dem Torjäger in ihren Reihen wusste die SG Werratal fast schon nicht mehr, wie sich eine Niederlage anfühlt. Bis zum vergangenen Sonntag beim 2:4 in Weende. Für Ruslan Wagner war es ein besonders bitteres Erlebnis.

„Ich hatte mir für die Rückserie so viel vorgenommen, wollte unbedingt dazu beitragen, dass wir aufsteigen. Und dann dieses Pech im Training“, spricht der 24-Jährige den vergangenen Freitag an. Während eines ganz normalen Zweikampfs habe es plötzlich in seinen Oberschenkel geknackst. Die Verletzung war schnell zu sehen, es gab Einblutungen. „Ich hatte schon lange mit meiner Leiste Probleme, hatte das Training deshalb reduziert aber immer wieder gespielt“, so Wagner.

Auch wenn die genaue Diagnose noch aussteht, geht Wagner von einer mindestens vier- bis sechswöchigen Verletzungspause aus. „Vielleicht kann ich gegen Ende der Serie noch einmal eingreifen, das muss man aber abwarten“, so der offensive Mittelfeldspieler, der bei der SG bislang stets voranging. In Weende nur zuschauen zu können, war für ihn schlimm. „Wenn wir komplett gewesen wären, hätten wir gute Chancen gehabt. Was Weende gezeigt hat, hat mich auch nicht gerade umgehauen“, meint er.

Dass er seine sechs Tore Vorsprung in der Liga-Rangliste auf den Walkenrieder Kevin Ball und Lenglerns Beyazit bald abgeben muss, damit rechnet er fest. „Das ist aber auch nicht das Wichtigste“, betont der Maschinenbau-Student. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch ohne mich ganz oben dran bleiben.“

2011/12 war Wagner noch für den Nachbarn in Gimte am Ball. Damals traf er 25-Mal und belegte Platz vier in der Torjägerliste. Noch besser lief es für ihn bislang im Werratal. Im Vergleich zu seiner Gimter Zeit übernahm Wagner in Hedemünden aber viel größere Führungsaufgaben. „Ich bin jetzt schon etwas lauter als damals. Das hängt auch mit meiner größeren Erfahrung zusammen.“ Und mit seinem Ehrgeiz, nach zuvor zwei Jahren in der Kasseler Kreisoberliga nun mit der SG mehr erreichen zu wollen.

Das hofft auch Boris Schuster, der in Weende zum ersten Mal seit dem 1. Juni 2014 wieder länger zum Einsatz kam. Ein komplizierter Bruch im Fußgelenk - zugezogen im letzten Spiel der vergangenen Saison - setzte den damaligen Mannschaftskapitän lange außer Gefecht. „Ruslans Ausfall war für uns in Weende schon eine Art Schock. Ich glaube, in den nächsten Spielen können wir das dann besser kompensieren“, sagt Schuster, der sein eigenes Leistungsvermögen erst bei 50 Prozent ansiedelt. Immerhin habe er die früheren ärztlichen Prognosen von neuen Monaten Zwangspause unterboten. Am Sonntag geht es für die SG zum starken SSV Nörten. Mal sehen, wer dann in Ruslans Wagners Rolle schlüpfen kann.

Von Manuel Brandenstein

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