SG Werratal war lange ein Aufstiegskandidat – Verletzungen bremsten Thomas Hellmichs Team aus

Tolle Offensive wurde gesprengt

Sein Ausfall warf die Werrataler aus der Erfolgsspur: Ruslan Wagner. Foto: Schröter

Hedemünden. Vizemeister. Die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte. Dazu erstmals seit Bezirksliga-Zugehörigkeit (2011) in der Abschlusstabelle vor dem Lokalrivalen TuSpo Weser Gimte und damit bestes Altkreisteam. Eigentlich könnten Fußballer, Trainer, Betreuerstab und Anhang der SG Werratal rundum zufrieden sein. Wäre da nicht dieses Gefühl, dass sogar noch mehr drin gewesen wäre.

Nach der Rückkehr von Trainer Thomas Hellmich dauerte es zunächst einige Wochen, bis sich die auf mehreren Schlüsselpositionen umbesetzte Mannschaft (unter andere war mit dem Ex-Gimter Ruslan Wagner ein neuer Leitwolf zum Team gestoßen) so richtig gefunden hatte. Dem knappen 5:4-Auftaktsieg folgten ein 1:1 gegen den späteren Meister SCW Göttingen, und ein 2:2 in Bilshausen. Dann aber platzte der Knoten und von Tabellenplatz neun aus ging es steil nach oben. Ein 5:0 gegen Nörten-Hardenberg, ein 5:1 in Bovenden und ein 3:2 über Bremke/Ischenrode ließen die Hellmich-Elf auf Platz zwei nach vorne schnellen. Und wäre zwischendurch das Spiel in Hainberg nicht wegen eines Gewitters kurz vor Schluss beim Stand von 3:0 für die SG abgebrochen worden, dann hätte man das Feld sogar bis zur Winterpause von der Tabellenspitze auch kontrolliert.

„Das grenzte an Wettbewerbsverzerrung“

Thomas Hellmich

„Dass das Hainberg-Spiel dann erst acht Monate später neu angesetzt wurde, grenzte für mich an Wettbewerbsverzerrung“, sagt Thomas Hellmich. Er ist sich sicher, dass seine Mannschaft in der damaligen Form und Besetzung auch im zweiten Anlauf gewonnen hätte. Beim Nachholspiel am 7. Mai, das Hainberg dann mit 3:2 gewann, waren dann aber zahlreiche Leistungsträger verletzt. „Und auch wenn uns ein Sieg in diesem Spiel im Titelkampf vielleicht schon nichts mehr gebracht hätte, waren das für die Hainberger immerhin drei Zähler, die ihnen sonst am Ende zum Klassenerhalt gefehlt hätten“, so der SG-Coach.

Den Knackpunkt, warum es für die eigene Mannschaft nicht zur Meisterschaft und zum Landesliga-Aufstieg reichte, sieht Hellmich im Abschlusstraining für das Spiel bei Tabellenführer SCW Göttingen. Als sich mit Ruslan Wagner, der zu diesem Zeitpunkt mit 20 Treffern die Torjägerliste klar anführte, und Mustafa Senel zwei Offensivkräfte schwer verletzten und Marc Glatter zudem Rückenprobleme bekam, ging nicht nur das Spitzenspiel mit 2:4 verloren. „In der Folge mussten wir unsere komplette Strategie umstellen und deutlich defensiver spielen“, sagt Hellmich. Das ging eine Zeit lang auch gut. Als dann aber auch noch das Derby beim TuSpo Weser Gimte mit 1:2 verloren ging und der personelle Aderlass immer größer wurde, war der Titeltraum schnell ausgeträumt.

„Ich denke, wir können trotzdem stolz sein auf das, was wir dieses Saison geschafft haben“, sagt Thomas Hellmich. „Vor allem die Jungs, die bis zum Ende voll mitgezogen haben.“ Im Nachhinein betrachtet sei er sogar froh, dass es mit dem Aufstieg nicht geklappt habe. „Die Landesliga wäre für einige Spieler doch zu früh gekommen“, sagt er.

Neu angreifen

In der kommenden Saison werde man von neuem angreifen. Und da der größte Teil der Mannschaft zusammenbleibe (lediglich Aydin Demircan habe bislang seine Rückkehr zum SV Türkgücü Münden angekündigt) geht Hellmich davon aus, auch dann wieder ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden zu können.

Von Per Schröter

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