Tuspo Gimte in der Warteschleife

Rutschpartie auf dem Rasen: Dominik Franke (rechts, Tuspo Gimte) und der Hagenberger Wladimir Honstein können sich noch nicht entscheiden, werden den Ball bekommt. Foto: Per Schröter

Göttingen. Der Tuspo Weser Gimte schließt die Saison der Fußball-Bezirksliga Braunschweig als Vizemeister ab. Und er würde im Fall eines Groner Verzichts auch den Aufstieg annehmen. Ein erfolgreiches Saisonfinale verbuchte auch die SG Werratal.

Als um 17.46 Uhr auf dem Sportplatz von GW Hagenberg der Schlusspfiff ertönte und der TuSpo Weser Gimte auch sein letztes Saisonspiel in der Bezirksliga mit 3:2 (1:0) gewonnen hatte, schauten sowohl die 70 mitgereisten Fans als auch die Spieler, Betreuer und Trainer zunächst etwas bedröppelt aus der Wäsche. Sie hatten längst mitbekommen, dass Spitzenreiter Grone, der zuvor nur einen Punkt Vorsprung gehabt hatte, gegen den SC Hainberg denkbar knapp mit 1:0 gewonnen und sich selbst damit zum Meister gekürt hatte.

„Selten hat sich ein Sieg so beschissen angefühlt“, hörte man einen der mitgereisten, in Rot und Weiß gekleideten Fans sagen. Eine Aussage, die Gimtes Mannschaftsführer Dennis Behrens so nicht teilen wollte. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn Hainberg etwas gerissen hätte und wir heute den Titel hätten feiern können“, sagte er. „Aber wir haben eine tolle Saison gespielt und auch heute wieder ein Spektakel abgeliefert.“

Tatsächlich hatten es die Gimter wie schon in der Vorwoche beim spektakulären 4:3-Sieg in Bremke auch diesmal wieder richtig spannend gemacht. Gegen starke Gastgeber, die sich nach einer katastrophalen Rückserie ganz offensichtlich nicht mit einer weiteren Niederlage von den eigenen Fans verabschieden wollten, war die Weise-Elf zunächst nach Vorarbeit von Eltioni Pietri durch Kai Armbrust in Führung gegangen (29.). Nachdem die beiden Angreifer Anfang der zweiten Halbzeit zwei hochkarätige Chancen vergeben hatten, sorgte Viktor Gerliz mit einem satten 13m-Schuss in den linken Torwinkel für den überraschenden Ausgleich (53.). Als Weise eine Viertelstunde vor Schluss die Vierer-Abwehrkette auflöste und mit Niklas Rönnfeldt einen weiteren offensiven Spieler einwechselte, nutzte Rinat Nazyrov die anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten zum umjubelten 2:1 (76.) für die Gastgeber. Doch wie schon in Bremke drehten die Gimter die Partie durch einen weiteren Treffer von Armbrust (77.) und einen Traum-Freistoß von Ervin Glogic (80.) und hielten sich so bis zum Schlusspfiff im Meisterschaftsrennen. Nur die Groner taten ihnen nicht den Gefallen, ihren Sieg noch aus der Hand zu geben.

„Die Jungs haben wieder toll gekämpft und am Ende sicher auch verdient gewonnen“, hatte Matthias Weise nur lobende Worte für sein Team. Und nachdem in der vergangenen Woche Gerüchte die Runde machten, Grone würde auf den Aufstieg verzichten, scheint der Landesliga-Zug für den TuSpo noch nicht ganz abgefahren zu sein. „Sollte das so kommen und wir den Aufstieg angeboten bekommen, würden wir ihn annehmen“, so Weise.

TuSpo: Zunker - Bock (90. Sopko), Abeln, Schreer, Osmanko (75. Rönnfeldt) - Scharfen, Franke, Glogic, Behrens - Armbrust, Pietri.

Tore: 0:1 Armbrust (29.), 1:1 Gerliz (53.), 2:1 Nazyrov (76.), 2:2 Armbrust (77.), 2:3 Glogic (80.).

Germania Breitenberg - SG Werratal 0:6 (0:2). „Die Jungs haben heute noch einmal richtig Vollgas gegeben“, freute sich Trainer Mike Hoffmann über die „tolle Einstellung, obwohl es längst um nichts mehr ging“. Vor allem der Abwehr stellte der Coach ein gutes Zeugnis aus. „Die hat wie schon in den vergangenen Wochen auch heute wieder sehr gut gestanden“, meinte Hoffmann. Bester Beweis sei die Tatsache, dass Torwart Fabian Rippe gegen die „ebenfalls energisch zu Werke gehenden Breitenberger“ nur ein einziges Mal habe eingreifen müssen.

„Das war ein toller Abschluss einer insgesamt guten Rückserie“, befand Hoffmann, dessen Team mit diesem Sieg drei Ränge nach oben kletterte und somit in der Abschlusstabelle einen guten neunten Platz belegt.

SG Werratal: Rippe - Ivandic, Thüne, Lehne (90. Schuster), Savran - Köhler, Albertz (60. Wallner) - Glatter, Wagner, Suslik - Bisevac.

Tore: 0:1 und 0:2 Wagner (15., 23.), 0:3 Suslik (56.), 0:4 Wallner (64.), 0:5 und 0:6 Bisevac (69., 81.).

Von Per Schröter

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