Bei SG Werratal hakt es besonders in der Offensive: 19 Tore weniger als im Vorjahr

Vorne drückt der Schuh

Hat bisher nichts zu lachen: Werratals Trainer Thomas Hellmich (links), hier neben Torwarttrainer Wolfgang Henze. Foto: Schröter

Hedemünden. Was ist bloß mit der SG Werratal los? Hatte man beim Fußball-Bezirksligisten in der vergangenen Saison lange vom Aufstieg träumen dürfen und sich als Vizemeister immerhin den inoffiziellen Titel als „bestes Altkreisteam“ gesichert, sieht es in dieser Spielzeit richtig düster aus. Nur ein Sieg aus zehn Begegnungen (den dazu auch noch im ersten Saisonspiel) und mit fünf Punkten gleichauf mit Schlusslicht Breitenberg Tabellen-Vorletzter. Angesichts des hammerharten Hinrunden-Restprogramms mit Spielen in Grone, gegen Lenglern, in Breitenberg, bei Sparta und der SG Bergdörfer tröstet es nur wenig, dass man vermutlich noch die drei Zähler der in Osterode abgebrochenen Partie zugesprochen bekommt.

Wir beleuchten einmal die Baustellen:

DIE TORHÜTER

Die SG Werratal hat in dieser Saison ein echtes Torwartproblem. Stammkeeper Sven Holzschneider ist eigentlich ein Guter, erlaubte sich aber schon zahlreiche unnötige Schnitzer, von denen einige spielentscheidend waren. Zudem ist der Polizist des Öfteren beruflich oder privat verhindert. Sein Ersatzmann Fabian Rippe ist hochmotiviert, lässt aber vor allem bei langen Bällen oft die nötige Sicherheit vermissen. Und mit Henning Meyer, der am Sonntag gegen Bilshausen eine Klasseleistung bot, hat man einen 42-jährigen Routinier in der Hinterhand, der eigentlich nur noch zum Spaß spielt und der sich den „Bezirksliga-Stress“ nicht mehr auf Dauer antun will.

DIE ABWEHR

Auf die Werrataler Hintermannschaft ist Verlass. 20 Gegentore in zehn Spielen (Vorjahr 15) sind ein ordentlicher Wert. Vor allem wenn man bedenkt, dass mit André Thüne und Bahattin Savran zwei wichtige Leute oft gefehlt haben und Savran wohl auch noch länger ausfallen dürfte.

DAS MITTELFELD

Zu Saisonbeginn noch das Prunkstück der SG, wirkte das Mittelfeld zuletzt doch sehr verunsichert. Frederik Köhler hat geniale Momente, könnte das Spiel aber noch mehr an sich reißen und seine Mitspieler besser dirigieren. Von den Außen kommen zu wenig gefährliche Flanken vors Tor. Und auch Distanzschüsse sind eher Mangelware.

DER STURM

Das größte Sorgenkind bei der SG. Nur 14 Tore (Vorjahr 33) in zehn Spielen sind der drittschlechteste Wert der Liga. Das Problem: Ruslan Wagner, der in der vergangenen Saison zu diesem Zeitpunkt noch die Torjägerliste anführte, ist nach seiner langwierigen Verletzung nur noch ein Schatten seiner selbst. Vier Treffer stehen auf seinem Konto. David Labes und Mark Glatter konnten mit jeweils drei Treffern die Erwartungen auch nicht erfüllen. Hier muss unbedingt etwas passieren.

DIE NEUZUGÄNGE

Von den vier Neuzugängen konnten die Defensivkräfte bislang am meisten überzeugen. Bis zu seiner Verletzung war auf Abwehrchef André Thüne ebenso Verlass wie auf Außenverteidiger Kai Dittrich. Flügelflitzer Dominik Wallner schien zu Saisonbeginn eine echte Verstärkung zu sein, ließ zuletzt aber seine gefährlichen Vorstöße vermissen. Stürmer David Labes verhungert oft im Sturmzentrum, weil er von seinen Mitspielern zu selten mit brauchbaren Bällen gefüttert wird.

DIE GESAMTSITUATION

Ist gefährlich! Will man bei der SG nicht Gefahr laufen, kommende Saison in der Kreisliga zu spielen, muss unbedingt etwas passieren. Vor allem die Spieler müssen den Ernst der Lage erkennen und sich ihrer eigenen Stärke besinnen. Zwar ist die Bezirksliga insgesamt viel ausgeglichener und stärker als in der Saison 14/15. Aber die Werrataler haben ganz sicher die Qualität, sich selbst aus diesem Schlamassel zu befreien.

Von Per Schröter

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.