Werrataler Elfmetergeist spukt wieder

Ungläubige Blicke: Schiri Gunnar Wallmeier hat erneut auf Strafstoß entschieden. Werratals Marc Glatter (Mitte) und Torhüter Marco Beuermann können das offensichtlich nicht verstehen. Fotos: Brandenstein

Hedemünden. Fußball-Bezirksligist SG Werratal ist derzeit nicht zu beneiden. Im Heimspiel gegen Göttingen 05 kassierte das Team gleich drei Tore per Elfmeter.

Der Video-Schiedsrichter in der Bundesliga ist umstritten. Doch am Sonntagnachmittag dürfte ihn so mancher Spieler des Fußball-Bezirksligisten SG Werratal herbeigesehnt haben. Das hätte die Heimniederlage gegen den 1. SC Göttingen 05 wohl nicht verhindert, aber zumindest die Gegentrefferzahl wäre vermutlich verringert worden. So aber stand ein ganz deutliches 0:4 (0:2) zu Buche, womit die SG nach dem ersten Gimter Saisonsieg ans Tabellenende rutschte.

Gleich drei Göttinger Tore fielen per Strafstoß. Der Mann, der jedes Mal antrat und dann auch die Nerven behielt, war Gerbi Kaplan. Beim ersten nach 24 Spielminuten wurde er selbst in der linken Strafraumecke von Dominik Wallner gelegt - Urteil von außen: berechtigter Elfer. Nach 36 Minuten drehte sich Göttingens Podolczak in die Werrataler Deckungsspieler und signalisierte vor allem mit einem lauten Schrei ein angebliches Foul - Urteil von außen: clevere Aktion eines Routiniers. Dabei hatte es den Anschein, als hätte der Mittelstürmer selbst bei einem Verteidiger eingehakt und war dann zu Boden gegangen. Nach ähnlichem Muster lief der dritte Elfer zum 0:4, als Glatter nach eigenem Empfinden erst den Ball gespielt hatte. „Das war natürlich höchst ärgerlich, aber wir müssen an der Elfmetersache auch noch arbeiten. Schließlich haben wir in den ersten drei Saisonspielen gleich fünf gegen uns bekommen“, meinte Co-Trainer Manuel Schanz, der Urlauber Mike Hoffmann vertrat.

Auch das vierte Tor (nach Spielverlauf das 0:3) war mehr als überflüssig. Allerdings hatte in diesem Fall ausschließlich die SG schuld. Ein verunglückter Ball ins Mittelfeld landete bei Podolczak, der aus 30 Metern die Gelegenheit nutzte und per Bogenlampe über Keeper Marco Beuermann hinweg in eines der neuen, in Rot und Schwarz gefärbten, Tornetze traf. Viel unglücklicher kann man eigentlich keine vier Tore kassieren und Andre Thüne meinte: „Dass wir zu viele Geschenke verteilen ist ein Problem. Darüber hinaus haben wir es heute in der Defensive eigentlich sehr ordentlich gemacht.“

Das stimmte. Und vor allem in den ersten 20 Minuten lagen auch zwei Werrataler Tore in der Luft: Hendrik Susliks Kopfball strich knapp vorbei und Deniz Ürers Schuss parierte Keeper Holzgrefe. Ansonsten waren die Gäste mit ihrem Oberliga-tauglichen Sturm Kaplan, Podolczak und Mohebie das spielbestimmende Team. In guten Phasen mit aggressivem Pressing hatte die Leistung der 05er rein gar nichts nur mit Bezirksliga zu tun. Erst nach dem 0:3 ließen die Gäste die Zügel phasenweise schleifen und die SG kam wieder selbst zu Torchancen. „Vielleicht ist es gut, dass wir jetzt mal ein Wochenende spielfrei sind“, meinte Thüne. Und vielleicht ist bis zum Heimspiel gegen Petershütte der Elfmetergeist vertrieben.

SG Werratal: Beuermann - Wallner, Waldeck, Thüne, Bülte - Winter, Berthold (48. Schanz), Glatter (83. Alem), Suslik - Ürer (Yohannes), Mahomood. SR: Wallmeier (Göttingen) Tore: 0:1 Kaplan (24./FE), 0:2 Kaplan (36./FE), 0:3 Podolczak (48.), 0:4 Kaplan (FE/80.)

Von Manuel Brandenstein

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