Urlaub mit Folgen

Werrataler Trainer in Quarantäne

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Ach, wie war das schön! Werratals Trainer Alexander Winter im Sonnenschein auf dem Hedemündener Sportplatz. Doch solche Mannschaftsansprachen wie auf dem Bild sind vorerst unmöglich. Foto: Per Schröter

Ein zweiwöchiger Auslandsurlaub hat für Alexander Winter unangenehme Folgen. Nachdem er am Samstag aus Ägypten zurückgekehrt ist, muss der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SG Werratal zusammen mit seiner Frau für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

„Ägypten wurde kurz nach Antritt unserer Heimreise vom Robert-Koch-Institut zum Corona-Risikogebiet erklärt“, sagt Winter. Nach der Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus müssen sich alle Personen, die aus einem solchen Risikogebiet zurückkehren (oder während der vergangenen zwei Wochen zurückgekehrt sind) für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. „Auch wenn die Hygienemaßnahmen in Ägypten hervorragend waren, dort ständig alles desinfiziert wurde und ich nicht glaube, dass wir uns infiziert haben, ist es sicher sinnvoll, eine Quarantäne für zurückgekehrte Urlauber anzuordnen“, findet sich Alexander Winter mit dieser Maßnahme ab.

Nicht abfinden kann sich der SG-Trainer allerdings mit der Informationspolitik für nach Deutschland zurückkehrende Urlauber. „Als wir in Kassel-Calden gelandet sind, hat uns kein Mensch davon unterrichtet, dass wir ab sofort unter Quarantäne stehen“, sagt Winter. Während er und seine Frau mit dem eigenen Auto nach Hause gefahren seien und somit keine Gefahr für andere dargestellt hätten, seien viele der 150 übrigen Passagiere ihres Fluges mit dem Zug weiter in ihre Heimatstädte wie Düsseldorf oder Frankfurt gefahren. „Da wird bundesweit eine Kontakteinschränkung verhängt und dann können Menschen, die aus einem Risikogebiet kommen, einfach so mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, ohne dass es jemanden interessiert“, ärgert sich Winter. Dieses Vorgehen sei „einfach unverantwortlich“.

Er selbst sei nur deshalb von sich aus aktiv geworden, weil sowohl sein Sohn als auch sein Wehrführer ihn unmittelbar nach seiner Ankunft über die Lage informiert hätten. „Ich habe dann am Sonntag bei meinem Arbeitgeber angerufen und vereinbart, dass ich am Montag nicht zur Arbeit komme und Überstunden abbaue“, sagt Winter. Nachdem am Montag dann beim Gesundheitsamt kein Durchkommen gewesen sei, habe er beim Bürgerbüro die Information erhalten, dass er ab sofort unter Quarantäne stehe. „Aus dieser Situation müssen wir jetzt das Beste machen“, sagt Alexander Winter, für den eine solche Entwicklung bei seinem Abflug nach Ägypten noch nicht abzusehen gewesen sei. „Ansonsten hätten wir diesen Urlaub sicher abgeblasen“, sagt er.

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