Tabellenführer Dramfeld im Pech

Bonaforther Aufstieg so gut wie sicher

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Dürften zum einzigen Aufsteiger des Altkreises Münden in der Saison 19/20 gehören: Alexander Dietrich (von links), Niklas Rönnfeldt und Eduardo Lima, vom Bonaforther SV. 

Groß gejubelt wurde bei den Fußballern des Bonaforther SV noch nicht, aber seit Mittwochabend kann der Tabellenzweite aus der 2. Kreisklasse Süd den Sekt kaltstellen. Ein Aufstieg ist mehr als wahrscheinlich.

Für die Amateurfußballer in Niedersachsen zeichnet sich nämlich endlich das Ende der Spielzeit 2019/20 ab. Wie der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) mitteilte, spricht sich der NFV-Vorstand für den Abbruch der Serie gemäß der Quotientenregel (mit Aufstieg, aber keine Absteiger) aus. Über diesen Antrag wird der in virtueller Form am 27. 06. stattfindende außerordentliche Verbandstag entscheiden.

Dass im Rahmen dieser Veranstaltung für die Bonaforther noch etwas schiefgehen könnte, glaubt Peter Trapp aus dem BSV-Trainergespann nicht: „Man weiß zwar nie, aber zu 99 Prozent sollte das beim Verbandstag durchgehen. Wir würden den Aufstieg jedenfalls gerne annehmen.“ Damit würden die Bonaforther innerhalb nur eines Jahres zwei Klassen überspringen, denn im Sommer 2019 wurde das Team aus der 3. Kreisklasse nach namhaften Spielerzugängen sozusagen am grünen Tisch in die 2. Kreisklasse befördert. Nun dürfte der Weg bis in die 1. Kreisklasse führen.

Die Saison der 2. Kreisklasse ist seit Mittwochabend quasi abgebrochen worden. Erst die Hälfte der 22 Saisonspiele wurde von vielen Vereinen absolviert. Der Bonaforther SV kam bisher sogar nur auf zehn Begegnungen. Damit spielte er 24 Punkte ein; genauso viele wie Tabellenführer TSV Dramfeld. Dieser benötige dafür aber elf Saisonspiele, weshalb die Quotientenregelung (Punkte durch Spiele werden geteilt) nun die Bonaforther auf den Platz an der Sonne hievt. „Für mich hat das unsere Mannschaft auch verdient“, sagt Peter Trapp. „Schließlich haben wir kein einziges Spiel verloren und vor allem haben wir das direkte Duell in Dramfeld gewonnen.“ Trainer und Mannschaft wollen zusammenbleiben und auch in der höheren Liga bestehen.

Tragisch ist das geplante vorzeitige Ende der Saison für den TSV Dramfeld. Schon im vergangenen Jahr musste sich die spielstarke Mannschaft mit der Vizemeisterschaft zufriedengeben. Vereinsvorsitzender Holger Fahrenholz meint: „Wir müssen uns mit der Entscheidung abfinden, selbst wenn es für uns super bitter ist und wir für eine Annullierung der Saison gewesen wären. Ob ein solches Saisonende sportlich fair ist, steht für uns auf einem anderen Blatt.“ Diese Aussage ist verständlich, denn in der noch komplett ausstehenden Rückserie wäre natürlich noch der Titelgewinn drin gewesen.

Ob die Dramfelder jedoch tatsächlich weiter in der 2. Kreisklasse antreten werden, ist noch fraglich. Die Mannschaft, die schon jetzt vermutlich eine Klasse höher mithalten könnte, wurde bereits für die kommende Serie prominent verstärkt: Unter anderem kommt vom Bezirksligisten FC Gleichen Torjäger Björn Denecke (neun Saisontreffer). Neuer Trainer wird Ralf Stieg, der bis zum Herbst ebenfalls dem FC Gleichen angehörte. „Sein Name hat bei möglichen Neuzugängen viel positive Resonanz hervorgerufen“, berichtet Fahrenholz, sodass weitere höherklassige Akteure nach Dramfeld kommen dürften.

Damit könnte der TSV in der 2. Kreisklasse künftig völlig unterfordert sein, weshalb der Verein eventuell darüber nachdenken wolle, sich beim Fußballkreis über eine außerordentliche Aufstiegsmöglichkeit zu erkundigen. Die Konkurrenz in der 2. Kreisklasse könnte dann zumindest aufatmen.

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