Nach harten Strafen gegen Fußballverein

Fernsehanwalt Posch verteidigt Hajduk

Kassel. Neue Entwicklung im Fall Hajduk Kassel: Nachdem das Sportgericht den Kreisoberligisten wegen einer Schlägerei während eines Heimspiels zu harten Strafen verurteilt hat, nimmt nun der Kasseler Rechtsanwalt Christopher Posch die Interessen des Fußball-Vereins wahr.

Das bestätigte der 37 Jahre alte Jurist, der durch verschiedene Fernseh-Dokumentationen bekannt geworden ist. Aktuell läuft bei RTL die Reihe „Christopher Posch – Ich kämpfe für Ihr Recht!“

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Nun will Posch für Hajduk kämpfen. Donnerstag Abend sagte er gegenüber unserer Zeitung: „Es befremdet und überrascht mich, dass das Sportgericht in der Kürze der Zeit solch ein Urteil hat fällen können, obwohl Ermittlungen noch andauern.“ Posch kommen daher erhebliche Zweifel, ob für Hajduk gegolten hat, was in Deutschland für jeden gilt: das Recht auf ein faires Verfahren.

Das Sportgericht hatte einen Hajduk-Akteur für drei Jahre, einen weiteren für 16 Spiele gesperrt. Darüber hinaus zog es Hajduk zehn Punkte in der Tabelle ab, nachdem es während des Spiels gegen die SVH Kassel Anfang November zu einer Massenschlägerei gekommen war. Dabei sollen bis zu sechs Männer mit Teleskopstöcken und Baseballschlägern auf den Platz gestürmt sein und Hajduk-Spieler attackiert haben. Die wiederum sollen sich gewehrt haben.

Offiziell geäußert hat sich das Sportgericht bisher noch nicht. Nach Informationen unserer Zeitung missfiel ihm aber die Härte der Verteidigung. Außerdem soll es Hajduk vorgeworfen haben, keine besseren Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben, nachdem es schon vor Anpfiff zu einem Disput zwischen Albanern gekommen sein soll.

Posch will das noch nicht rechtskräftige Urteil „auf keinen Fall so stehen lassen“, wie er sagte. Sobald ihm eine Begründung des Sportgerichts zugehe, werde er Rechtsmittel einlegen. Womöglich landet der Fall dann beim Verbandsgericht, das in aller Regel in Grünberg tagt und die nächste Instanz darstellt.

Zoran Zeljko

Fernab der sportgerichtlichen Betrachtung werden die Vorfälle strafrechtlich verfolgt. Auch hier könnte noch Arbeit auf Posch zukommen. Derzeit ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Diese Ermittlungen dauern aber noch an. Trotzdem kam das Sportgericht unter Leitung des Vorsitzenden Richters Harald Kulle schon zu einem Ergebnis. Gerade hier setzt Poschs Kritik an, auch wenn das Sportgericht ein von der Ordentlichen Gerichtsbarkeit unabhängiges Gremium ist. Posch zeigt sich verwundert über die frühe Entscheidung, obwohl noch gar nicht geklärt sei, was überhaupt genau passiert ist. Er sieht noch erheblichen Aufklärungsbedarf.

Die Verbindung zu Posch stellte Hajduk-Trainer Zoran Zeljko her. Der 45-Jährige ist mit dem Anwalt befreundet. Jetzt hofft er, dass Posch dem Verein hilft. Zeljko ist froh über die prominente Unterstützung: „Es ist schön, dass da nun einer mit am Tisch sitzt, der fachlich gut ist.“

Von Florian Hagemann

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