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Coronabedingte Spielabsage weiter möglich, aber Klassenleiter warnt: „Gucke mir das jetzt genauer an“

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Zweikampf im Fußball
So weit die Füße tragen: Die SG Goddelsheim/Münden und der TSV Altenlotheim mussten einige coronabedingte Spielabsagen hinnehmen. Das Bild zeigt Niklas Bräutigam (Altenlotheim), der im Duell mit Michael Kuhnhenne (Münden) zu Fall kommt. © bb

Nachdem die Politik bekannt gegeben hat, dass die Corona-Beschränkungen stark gelockert werden, haben auch die Fußballverbände diskutiert, wie sie mit Sonderregeln in Sachen Corona umgehen.

Eine zentrale Fragen dabei lautet: Sollen weiterhin Spiele abgesetzt werden, wenn es fünf nachweisbare Coronafälle in einer Mannschaft gibt? Nein, hieß die Antwort zum Beispiel in den Landesverbänden Bayern und Westfalen. Hier müssen alle Teams künftig spielen, auch wenn der Kader durch den Virus arg dezimiert wird.

In Hessen jedoch nimmt man weiter Rücksicht auf Gesundheit und eine halbwegs faire Abwicklung der Saison. Pflichtspiele könnten auch zukünftig abgesagt werden, teilte der HFV mit.

„Das geht ja auch gar nicht anders. Ich kann ja nicht erst Vereinen das Ausweichen ermöglichen und dann plötzlich andere betroffene Mannschaften benachteiligen und sie unter allen Umständen spielen lassen“, sagt André Gutmann. Der Trainer des TuSpo Mengeringhausen ist nicht überrascht darüber, das in Hessen anders als in Westfalen entschieden wurde. Er betrachtet die Entscheidung positiv. So sehen es auch viele andere Fußballer, Trainer und Funktionäre, unter denen sich die WLZ umgehört haben.

„Wenn man keine Spieler hat, kann man auch nicht spielen“

Christian Schwalm, Coach der SG Wesetal, findet es vernünftig, an der Regelung festzuhalten, auch , weil er sich sicher ist, dass die Dunkelziffer der Coronafälle hoch sei. Trotz aufgehobener Beschränkungen, appelliert Schwalm an den gesunden Menschenverstand und er hofft, dass weiterhin viele an den Hygienemaßnahmen festhalten .

„Wenn man keine Spieler hat, kann man auch nicht spielen“, sagt Alexander Behle, Vorsitzender SG Adorf/Vasbeck. Allein schon deshalb findet er, dass es keine echte Alternative zu der bisherigen Regelung gebe.

Vor möglichen Terminengpässen aufgrund der Nachholspiele hat kaum ein Verein oder Kicker Angst. „Zwei Spiele pro Woche sind doch schön, wir spielen lieber als zu trainieren“, sagt Nico Mannweiler vom A-Liga-Spitzenreiter TSV Strothe. Auch Stephan Möbus, Ausschussvorsitzender der SG Vöhl/Basdorf/Werbetal steht den Beschlüssen positiv gegenüber. Manche Teams hätten sonst Schwierigkeiten eine Mannschaft zu stellen.

Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann sieht die Angelegenheit genau so, „Besonders im Amateurbereich seien die Kader häufig recht klein, oft hätten Vereine nur 30 Spieler für zwei Mannschaften.“

Matthias Schmelz, der Kasseler Regionalbeauftragte und Klassenleiter der Gruppenliga weist daraufhin: Bei dieser Regel handele es sich um eine Handlungsempfehlung, es sei daher Muss- sondern eine Kann-Bestimmung. „Ein Spiel kann abgesetzt werden, wenn fünf Spieler gegenüber dem vorangegangenen Spiel positiv getestet werden. Am Ende entscheide aber ich über die Absage.“, betont Schmelz.

Fürsorgepflicht gegenüber Spielern von Mannschaften

Er habe auch eine Fürsorgepflicht gegenüber Spielern von Mannschaften wie etwa dem TSV Altenlotheim, die gegenüber der Konkurrenz bis zu drei Partien hinterherhängen würden und bei weiteren Absagen ein immer dichteres Programm zu bewältigen hätten. Schmelz hat den Eindruck, dass einige coronabedingte Anträge für eine Spielabsage „ziemlich inflationär“ gestellt worden seien. Er wolle die Zügel nun ein bisschen anziehen, nicht einfach ablehnen, aber: „Ich gucke mir das jetzt genauer an.“

Die Vereine müssten sich zwar jetzt nicht mehr an die Hygienevorschriften halten, – gleichwohl appelliert der HFV, diese, wenn möglich weiter umzusetzen und auf die Vernunft der Spieler und Sportplatzbesucher zu setzen. (Justin Kolligs)

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