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Jahn Hemeln rollt das Feld von hinten auf

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Von: Manuel Brandenstein

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Marvin Munk, links, grätscht gegen Bühren/Schedens Justus Witzke.
So sah es oft zu Saisonbeginn aus: Jahn Hemeln (hier mit Marvin Munk, links, gegen Bühren/Schedens Justus Witzke) musste hinterherlaufen. Doch dann steigerte sich die dezimierte Mannschaft enorm. © Manuel Brandenstein

Ein Wellental der Gefühle erlebten die Fußballer des TSV Jahn Hemeln während der ersten Saisonhälfte. Dennoch ist das Team nun härtester Verfolger von Spitzenreiter TSV Dramfeld.

Hemeln – Im Sommer 2021 war den Hemelnern mit den Verpflichtungen der auf Bezirksebene erfahrenen Tim Beuermann und Marvin Munk ein Coup gelungen. Mit diesem Kader sollte für Trainer Leonardo Marino einiges möglich sein. Doch wie schon des Öfteren in den vergangenen Jahren misslang der Start. Allerdings auch aufgrund großen Pechs im Kader: Der während der Saisonvorbereitung 16-Mal erfolgreiche Torjäger Sönke Wenzel verletzte sich schwer und konnte, als es darauf ankam, nicht eingesetzt werden. Nach dem Saisonstart fiel auch Sebastian Kühne relativ schnell aus. Später sollte neben weiteren Angeschlagenen noch Marvin Munk ins Krankenlager wechseln. „Damit ist von unserem taktischen Konzept viel weggebrochen, wir mussten einiges umstellen und konnten uns nur schwer festigen“, analysiert Teammanager Michael Rudolph.

Hemelns Trainer Leonardo Marino gestikuliert auf dem Hemelner Sportplatz.
Hatte zu Anfang einiges zu kritisieren: Trainer Leonardo, hier neben Nicholas Keller. © Manuel Brandenstein

Erst am 5. September ging es in die Punktspiele, und nach dem vierten Spieltag belegte die Mannschaft einen ziemlich enttäuschenden sechsten Tabellenplatz. Während dieser zeit hatte der TSV unter anderem schon gegen zwei Mitkonkurrenten (Bühren/Scheden und Dramfeld) den Kürzeren gezogen. Das 2:4 in Scheden war nach Hemelner Einschätzung die schwächste Leistung der gesamten Hinrunde.

„Danach haben wir uns zusammengesetzt“, berichtet Rudolph, „und nach einigen Umstellungen hat es in der Mannschaft einen Ruck gegeben.“ Es folgte ein goldener Oktober mit einem starken 4:3 in Mengershausen, einem souveränen 4:0 gegen Jühnde und einem 3:2 gegen Elliehausen (nach 0:2-Rückstand).

Ein Highlight stellte auch das Gastspiel in Gimte dar, das praktisch ohne Ersatzspieler bestritten wurde und bei dem Hemeln in der Schlussphase noch ein 2:2 erkämpfte. Nach dem abschließenden 7:3-Kantersieg über Lenglern/Harste hätte es für die Hemelner gerne weitergehen können, doch die Winterpause stoppte den anhaltenden Aufschwung. Mit dem letzten Dreier des Jahres sprang die Mannschaft immerhin auf den zweiten Tabellenplatz. Mit 26 Treffern verzeichnet Hemeln die beste Offensive der Liga, weist aber noch drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TSV Dramfeld auf.

„Wir haben das Feld praktisch von hinten aufgerollt und unsere Jungs darf man auch nicht abschreiben“, sagt Michael Rudolph weiter, „aber wir sind gut beraten, weiter bescheiden zu bleiben.“ Schließlich werde beispielsweise der Ende November am Knie operierte Sebastian Kühne vermutlich auch für den weiteren Saisonverlauf ausfallen. Hoffnung hat der TSV Jahn Hemeln bei der Genesung von Sönke Wenzel und Marvin Munk.

Der TSV Jahn wir zum größten Teil mit demselben Kader in die zweite Saisonhälfte gehen wie bisher. Hinzugekommen ist Luis Baake aus der Gimter A-Jugend. Will es die Truppe von Leonardo Marino während der Rückserie tatsächlich noch einmal spannend machen, wird sie sich einen ähnlich schwachen Start wie im vergangenen Sommer nicht mehr leisten können. Und im Topspiel gegen Dramfeld muss man dann sowieso über sich hinauswachsen. Das Duell findet übrigens eine Woche nach Ostern in Dramfeld statt. Die bislang besten Torschützen: Tim Beuermann und Tim Olesch (beide 7), Paul Hermerschmidt 6. (Manuel Brandenstein)

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