Kreisoberliga-Trainer äußern sich

Sportgerichts-Urteil gegen Hajduk Kassel: „Das Strafmaß überrascht“

Kassel. Sie haben das Thema satt. Liebend gern würden die Vereine der Fußball-Kreisoberliga wieder das Sportliche in den Mittelpunkt rücken. Doch noch immer überlagern die Vorkommnisse beim Spiel zwischen Hajduk und der SVH sowie die danach gefällten Urteile des Sportgerichts den Alltag.

„Gewalt hat im Sport nichts zu suchen. Leider aber wird über Fußball derzeit kaum geredet“, fasst Mike Hoffmann, Trainer des TSV Heiligenrode, zusammen.

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Das Gericht bestrafte Hajduk mit dem Abzug von zehn Zählern und sprach der SVH die Punkte aus dem abgebrochenen Spiel zu. Einen Hajduk-Spieler sperrte es für drei Jahre, einen weiteren für 16 Monate. An der Diskussion beteiligen möchte sich Hoffmann nicht: „Ich kann mir kein Urteil erlauben, weil ich nicht dabei war, und vertraue auf das Sportgericht. Auch die Spieler sollen sich nicht äußern, sondern sich wieder auf den Fußball konzentrieren.“ Dies sieht Alfons Noja nicht anders. „Wir sind über das hohe Strafmaß überrascht, waren aber nicht beim Spiel und nehmen an, dass das Gericht seine Gründe hatte“, sagt der Trainer des SV Kaufungen.

Überrascht war auch Alexander Remus. Aber der SVH-Trainer müht sich um Differenzierung: „Dass wir die Punkte bekamen, hatten wir erwartet, zumal wir im Moment des Abbruchs führten. Es wäre für uns eine Strafe gewesen, wenn wir bei einer Neuansetzung mit 0:0 hätten beginnen müssen. Aber der weitere Abzug von zehn Punkten für Hajduk scheint mir überzogen.“ Was Remus so begründet: „Selbst wenn vorher bekannt war, dass es Ärger geben würde, was hätte der Verein angesichts des riesigen Geländes an den Waldauer Wiesen tun können, um ihn zu verhindern?“

Wird das Urteil in der von Hajduk beantragten Revision bestätigt, könnte es das Titelrennen und den Kampf gegen den Abstieg beeinflussen. Was die punktgleich mit Hajduk auf Rang zwei liegenden Kaufunger stört. „Wir wollen nicht mithilfe des Urteils Meister werden. Daher war es eine tolle Reaktion der Mannschaft, bei Hajduk zu gewinnen“, freut sich Noja.

Aufregung herrschte auch in Wilhelmshöhe. „Für uns ist es schade, dass die SVH, unser Konkurrent im Abstiegskampf, die Punkte erhält. Hajduk hätte das Spiel gut noch drehen können“, betont Manuel Gerland. Die persönlichen Strafen hält der TSG-Trainer für vertretbar: „Gewalt hat auf dem Sportplatz nichts zu suchen, und der Gastgeber muss, selbst wenn es schwer ist, für die Rahmenbedingungen sorgen.“ Den Einwand, Hajduk habe sich lediglich gewehrt, lässt er bedingt gelten: „Wer angegriffen wird, verteidigt sich. Aber es wurden wohl auch private Dinge ausgetragen.“ Archivfotos: Fischer (3), Malmus

Von Wolfgang Bauscher

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