Dirk Aue aus Dransfeld betreut den FC Kopenhagen schon im vierten Jahr

Daumendrücken für die Dänen

Sind bereits gut befreundet: Dirk Aue (links) und Kopenhagens Trainer Brian Riemer am Donnerstagabend beim Sparkasse&VGH Cup. Foto: Brandenstein

Göttingen. Beim Internationalen A-Jugend-Fußballturnier in der Lokhalle erfüllen die Teambetreuer für die auswärtigen Mannschaften eine wichtige Funktion. Mit dem Dransfelder Dirk Aue kümmert sich auch ein Ansprechpartner aus dem Altkreis Münden um kleine und größere Wünsche. Bereits zum vierten Mal ist der 45-Jährige für den FC Kopenhagen zuständig und drückt die Daumen, dass die Dänen endlich einmal ganz weit kommen.

„Die Kopenhagener sind sehr freundlich und pflegeleicht“, muss Dirk Aue auch in diesem Jahr keine großen Überraschungen fürchten. Das war bei seiner Turnier-Feuertaufe im Jahr 2003 noch ganz anders gewesen. Damals betreute er die kleinen Stars des großen FC Chelsea und wurde zu nächtlicher Stunde ins Mannschaftshotel Freizeit In gerufen. Dort baten Spieler wie der heutige HSV-Profi Michael Mancienne um Hilfe, weil sie von weiblichen Groupies belagert wurden. „Das war aber eine absolute Ausnahme“, muss Aue noch heute etwas schmunzeln. Beim FC Kopenhagen geht es eher um die Organisation eines Besprechungsraums oder das Bestellen von belegten Broten für eine Zwischenmahlzeit.

Zu Trainer Brian Riemer sei im Laufe der Jahre regelrecht eine Freundschaft entstanden. Der Coach der Dänen ist mit einem starken Kader nach Göttingen gekommen. Zwar offenbarte die Mannschaft am Donnerstagabend bei ihrem ersten Spiel gegen Bezirksligist JFV Northeim (0:0) Eingewöhnungsprobleme, doch kam die Mannschaft mit breiter Brust in die Lokhalle.

Erst vor drei Wochen baute der FC Kopenhagen im Duell mit seinem härtesten Verfolger in der höchsten dänischen Liga, Bröndby Kopenhagen, durch ein 1:0 die Tabellenführung aus. Das hohe Niveau der Spieler ist in erster Linie das Resultat einer intensiven Jugendarbeit. Genauso wie die deutschen Bundesligisten fördert der FC Kopenhagen seine Talente im vereinseigenen Internat – in Kopenhagen „School of Excellence“ genannt. Sie hat aktuell acht Nationalspieler hervorgebracht. Unter anderem standen die auch in Göttingen aktiven Tobias Christensen und Danny Amankwaa, der im zweiten Turnierspiel gegen die JSG Höhbernsee (4:1) zweimal traf, im dänischen Junioren-Aufgebot bei der U17-Europameisterschaft 2011. Dort war erst im Halbfinale gegen Deutschland Endstation (0:2).

In der Lokhalle hat es bei den bisherigen Teilnahmen nie zum Sprung ins Viertelfinale gereicht. „Die Technik der Mannschaft war immer hervorragend“, erklärt Dirk Aue, „aber vor dem Tor fehlte manchmal die Entschlossenheit.“ Die Spieler müssten halt auch immer ihre Nerven in den Griff bekommen, denn ein solch großes Turnier mit derart vielen Zuschauern suche man in Dänemark vergebens. „Deshalb kommen sie immer wieder bewusst nach Göttingen, um die Spieler auch mal größerem Druck auszusetzen. Auch das bringt sie weiter“, sagt Dirk Aue.

Von Manuel Brandenstein

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