Franziska Ippensen aus Northeim hat Sprung in die Bundesliga geschafft

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Sicherer Rückhalt: Im Spiel gegen Sindelfingen, in dem dieses Bild entstand, hielt Franziska Ippensen ihren Kasten sauber. Das Team des Frauenfußball-Bundesligisten FF USV Jena gewann das Duell mit 1:0.

Jena/Northeim. Turbine Potsdam war zuletzt das Maß aller Dinge im Frauenfußball. Deutscher Meister der vergangenen drei Jahre, dazu Champions-League-Sieger. Doch Franziska Ippensen aus Northeim hat einen ganz persönlichen Grund, warum sie oft an die Turbinen denken muss.

Die 17-Jährige hat Ende Oktober im Trikot des FF USV Jena ihr Debüt in der Frauenfußball-Bundesliga gefeiert. Und das gegen keinen geringeren Gegner als Potsdam.

„Das war ein richtig tolles Gefühl“, erinnert sich die Keeperin. „Das Ergebnis war zweitrangig, wir haben gut gespielt.“ Im Duell mit dem Vorzeigeclub hielt Ippensen ihren Kasten 54. Minuten sauber, ehe die Schottin Lisa Evans die Potsdamerinnen in Führung schoss. Zwei weitere Male musste die Northeimerin an diesem 28. Oktober den Ball noch aus dem Netz holen, ging aber dennoch abends mächtig stolz ins Bett.

Von Mellendorf nach Jena

Schließlich hatte sich Ippensen an diesem Sonntag ihren lang gehegten Wunsch erfüllt und ihre erste Partie in Deutschlands höchster Spielklasse bestritten. Die ersten Gehversuche in Fußballschuhen unternahm Ippensen bei Eintracht Northeim. Um den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu machen, wechselte sie im Sommer 2011 zum Mellendorfer TV in die 2. Bundesliga Nord. Von dort ging es nach einer Spielzeit nach Jena zum USV, einem Team, das seit 2008 in der 1. Liga ist. Dort besucht die Torfrau seit einem halben Jahr die elfte Klasse des Sportgymnasiums und hat diesen Schritt nicht bereut.

Nach elf Begegnungen rangieren die Thüringerinnen auf Platz acht. Danach sah es zu Saisonbeginn aber ganz und gar nicht aus. Mit Klara Muhle im Tor hatte das Team nach sechs Spielen nur fünf Punkte auf dem Konto. Ippensen war bis dato in der Rolle der Zuschauerin. Ohnehin hatte man den Neuzugang anfangs nicht für die erste Mannschaft auf dem Zettel, beim offiziellen Mannschaftsfoto tauchte sie noch bei der USV-Reserve auf, die in der 2. Liga kickt. Doch dann spielte Ippensen das Schicksal in die Karten. Die Nummer eins fiel krankheitsbedingt aus, die Nummer zwei, Katja Schroffenegger, immerhin italienische Nationaltorhüterin, befand sich auch erst wieder im Aufbautraining nach einer Verletzung. Und so schlug die Stunde der Northeimerin. „Der Trainer kam und sagte, dass er mir das gegen Potsdam zutraut. Das war schon cool.“ Einen Tag später feierte sie ihr Bundesligadebüt.

Samstag gegen Wolfsburg

Und auch der Erfolg sollte sich einstellen. Zwei 1:0-Siegen gegen Gütersloh und Sindelfingen folgte ein 0:2 in Freiburg, doch vor der Winterpause kehrte Jena mit einem 2:1 gegen Duisburg in die Erfolgsspur zurück. Fünf Spiele in Serie war Ippensen mit von der Partie. Das Resultat: neun Punkte. „Das lag aber wohl weniger an mir als an den eher schwachen Gegnern“, erklärt sie bescheiden.

Ob sie auch nach der Winterpause wieder im Tor steht, ist nicht sicher. Die Konkurrentinnen sind wieder fit. „Erst im Abschlusstraining gibt es Klarheit. Wer da bei den Standardsituationen im Tor steht, darf später auch spielen“, erklärt Ippensen.

Das erste Pflichtspiel steigt am nächsten Samstag im DFB-Pokal bei Bundesliga-Tabellenführer VfL Wolfsburg. Das erste Punktspiel folgt am 27. Februar. Gegner ist dann der 1. FFC Frankfurt, das dritte deutsche Spitzenteam der vergangenen Jahre. Aber vielleicht ist das ja nach dem Debüt gegen die Turbinen ein gutes Omen für Franziska Ippensen.

Von Marco Washausen

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